2007
APRIL 2007
Die US-Immobilienkrise beginnt und fordert ihr erstes Opfer: den US-Hypothekenfinanzierer New Century Financial, der im großen Stil mit schlecht besicherten Immobilienkrediten gehandelt hatte.
JUNI 2007
Die Krise greift auf Deutschland über. Als erstes deutsches Kreditinstitut räumt die IKB Industriebank Verluste in Folge der US-Immobilienkrise ein.
AUGUST 2007
Die Staatsbank KfW rettet die angeschlagene IKB vor der Insolvenz. Die SachsenLB, die WestLB und die
BayernLB werden ebenfalls in die Krise hineingezogen. Später übernimmt die Landesbank Baden-Württemberg die SachsenLB.
Weltweit greifen die Notenbanken ein, um die Lage zu stabilisieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt 95 Milliarden Euro auf den europäischen Geldmarkt.
SEPTEMBER 2007
Besorgte Sparer stehen Schlange vor den Filialen der britischen Bank Northern Rock, die unter einem Liquiditätsengpass leidet. Die Bank of England hilft mir einem Notfallkredit.
OKTOBER 2007
Banken weltweit melden große Gewinneinbrüche.
2008
JANUAR 2008
Immer weitere Horrormeldungen bringen die amerikanische Notenbank Fed dazu, den Zinssatz weiter zu senken. Die Bank of America über nimmt die bankrotte US-Bank Countrywide. In Deutschland geben das Land NRW und die Sparkassenverbände der West-LB Kapitalspritzen in Milliardenhöhe.
FEBRUAR 2008
Um die amerikanische Wirtschaft zu stützen, bewilligt der Kongress ein Konjunkturprogramm in Höhe von 150 Milliarden Dollar. In Deutschland gibt der Bund der immer noch angeschlagenen IKB eine weitere Milliarde, während in Großbritannien Northern Rock verstaatlicht wird.
MÄRZ 2008
Die fünftgrößte US-Investmentbank Bear Stearns steht kurz vor dem Zusammenbruch und wird von der US-Bank JP Morgan Chase übernommen.
APRIL 2008
Aus den USA dringen immer neue Schreckensnachrichten. Während sich an den großen Banken weltweit die Rücktritte häufen, setzt der bayerische Landtag für die BayernLB einen Untersuchungsausschuss ein.
JULI 2008
Um der Krise Herr zu werden, verfolgt das FBI Hedgefonds-Manager. Die US-Bank Indy Mac muss geschlossen werden.
SEPTEMBER 2008
08. September: Die beiden größten US-Hypothekenbanken Fanny Mae und Freddy Mac stehen kurz vor dem Bankrott. Die US-Regierung nimmt beide Banken unter staatliche Kontrolle.
15. September: Die Krise spitzt sich zu. Zwei große US-Investmentbanken stehen vor dem nichts: Lehmann Brothers ist pleite, die Bank of America kauft Merrill Lynch. Die großen Börsen reagieren sensibel, der Dow Jones erleidet den größten Tagesverlust seit dem 11. September 2001.
16. September: Wieder pumpen die Notenbanken Milliarden in die Finanzmärkte, dieses Mal etwa 150 Milliarden Euro.
17. September: Die Fed rettet AIG mit einem Kredit in Höhe von 85 Milliarden Dollar. In Deutschland gerät die KfW in die Kritik: Sie hatte der bereits insolventen Bank Lehman Brothers 300 Millionen Euro überwiesen.
18. September: Notenbanken weltweit pumpen rund 180 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte. Die britische Großbank Lloyds TBS übernimmt HBOS.
19. September: Die US-Regierung kündigt ein Hilfspaket für die Finanzwelt an.
20. September: Das Hilfspaket nimmt Konturen an: rund 700 Milliarden Dollar will die amerikanische Regierung investieren, um wieder Stabilität herzustellen.
26. September: Die drittgrößte Bank der USA JP Morgan Chase übernimmt die größte Sparkasse des Landes, die Washington Mutual.
29. September: Das US-Repräsentantenhaus lehnt überraschend das Hilfspaket der Regierung ab.
OKTOBER 2008
01. Oktober: Der US-Senat spricht sich mit klarer Mehrheit für den 700 Milliarden Dollar umfassenden Rettungsplan der Regierung aus. Nun muss das Repräsentantenhaus wieder über das Hilfspaket beraten.
03. Oktober: Das Repräsentantenhaus segnet ebenfalls das überarbeitete Hilfspaket ab, Präsident Bush unterschreibt den Entwurf, sodass er in Kraft treten kann. Teile der Bank Fortis werden von den Niederlanden übernommen.
04. Oktober: Seit Tagen taumelt der deutsche Baufinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Doch das 35 Milliarden schwere Rettungspaket platzt. Ratspräsident Sarkozy schlägt einen EU-Rettungsfonds im Umfang von 300 Milliarden Euro vor.
05. Oktober: Die Bundesregierung garantiert erstmalig für alle private Spareinlagen – in einem Gesamtwert von 568 Milliarden Euro. Bundesregierung und Finanzbranche einigen sich auf ein neues Rettungspaket für die HRE.
06. Oktober: Panik an den Finanzmärkten: Die großen Börsen stürzen dramatisch ab, insbesondere Schwellenländer sind betroffen. Der Dow Jones fällt stärker als je zuvor an einem einzigen Tag. Die EU-Finanzminister kommen überein, die großen Banken zu retten.
07. Oktober: Island übernimmt die komplette Kontrolle über den gesamten nationalen Bankensektor. Die Börse in Tokio stürzt ab und die japanische Zentralbank pumpt Milliarden Euro in den Geldmarkt. Gleichzeitig senkt ihr australischer Gegenpart den Leitzins.
08. Oktober: In Großbritannien möchte die Regierung acht Großbanken verstaatlichen. Sie plant, für bis zu 50 000 Pfund Anteile aufzukaufen. Der Dax stürzt unter 5000 Punkte, während der japanische Nikkei tiefer in den schlimmsten Crash seit 20 Jahren rutscht. In einer gemeinsamen Aktion senken die Notenbanken der USA und der Euro-Zone ihre Leitzinsen um 50 Basispunkte. Auch die Banken Großbritanniens, Chinas, Kanadas, Schwedens und der Schweiz beteiligen sich an der Rettungsaktion.
09. Oktober: Die US-Regierung überlegt, große amerikanische Banken zu verstaatlichen. Island verstaatlicht die größte Bank des Landes.
10. Oktober: Die Tokioter Börse, weiterhin schwer getroffen, möchte mit Währungsreserven gegen die Krise ansteuern. Der Versicherer Yamato Life meldet als erstes japanisches Unternehmen Konkurs an.Die G7-Finanzminister beschließen einen gemeinsamen Aktionsplan.
12. Oktober: Auf ihrem Krisengipfel beschließen die EU-Staaten ein Schutzprogramm für das Bankensystem.
13. Oktober: Die Bundesregierung verabschiedet ein Rettungspaket im Umfang von 500 Milliarden Euro. Auch Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy kündigt ein Rettungspaket im Umfang von 320 Milliarden Euro plus 40 Milliarden Soforthilfe für Banken mit Liquiditätsengpässen an. Die Zentralbanken wollen die Märkte mit kurzfristiger Liquidität versorgen und pumpen Dollar in den Markt.
14. Oktober: In Island fallen die Börsenkurse um 70 Prozent. Die spanische Bank Santander übernimmt den angeschlagenen amerikanischen Finanzkonzern Sovereign Bancorp. Die US-Regierung will sich mit bis zu 250 Milliarden Dollar an Banken beteiligen.
15. Oktober: Die französische Nationalversammlung stimmt dem 360-Milliarden-Rettungspaket zu.
16. Oktober: Auf dem EU-Gipfel kündigen die Staats- und Regierungschefs Hilfe für die Industrie an. Bei der französischen Sparkasse Caisse d’Epargne werden Verluste in Höhe von 600 Millionen Euro bekannt, nachdem die Sparkasse bereits von einer Fusion mit der französischen Genossenschaftsbank gesprochen hatte.
17. Oktober: Bundestag und Bundesrat stimmen dem Rettungsplan der Bundesregierung zu.
19. Oktober: Die angeschlagene niederländische Bank ING erhält vom Staat eine Kapitalspritze in Höhe von 10 Milliarden Euro. Europa und die USA planen eine ganze Serie von Finanzgipfeln. Die BayernLB möchte als erste Bank das Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen.
20. Oktober: Die Bundesregierung beschließt das Rettungspaket und knüpft es an strenge Bedingungen. Auch China ist nun von der Krise betroffen. Schweden kündigt ein 150-Milliarden-Euro Rettungspaket an.
Antonia Schäfer







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