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Stanley Kubrick

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Stanley Kubrick

Mittwoch, 7. November 2007 um 23.25 Uhr - 26/10/07

Die Rechnung ging nicht auf

Stanley Kubrick - Reihe


Zurück aus Alcatraz: Der gerade erst entlassene Häftling Johnny Clay tüftelt zusammen mit Freund Marvin bereits am nächsten Coup. Zunächst scheint ihr ausgefeilter Plan erfolgreich und sie können die erhofften Millionen erbeuten. Dann aber läuft alles schief...

© ARD / 1999 Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
Als er nach fünf Jahren Alcatraz in die Freiheit entlassen wird, plant Johnny Clay zusammen mit seinem Freund Marvin Unger bereits den nächsten großen Coup. Sie wollen die Kasse einer Pferderennbahn ausrauben und erhoffen sich davon rund zwei Millionen Dollar Beute. Um den Raubüberfall ausführen zu können, brauchen sie weitere Helfer. Die finden sie in dem Rennbahn-Kassierer George Peatty, der von seiner geldgierigen Frau Sherry betrogen wird, in dem hoch verschuldeten Polizisten Randy Kennan und in Mike O'Reilly, der als Barkeeper im Hippodrom arbeitet und dringend Geld für die Behandlung seiner schwer kranken Frau braucht.
Am Tag des Überfalls läuft zunächst alles planmäßig: Clay kann das Geld an sich bringen und unerkannt entkommen. Weder er noch seine Komplizen ahnen zu diesem Zeitpunkt, dass Sherry Peatty ihr Vorhaben ihrem Geliebten Val Cannon verraten hat. Die Folgen sind fatal...


ZUSATZINFORMATION

"Du hast noch nicht kapiert, dass du im Leben wie jedermann sonst sein solltest: Die vollkommene Mittelmäßigkeit - nicht besser und nicht schlechter", sagt der Ex-Ringer Maurice in Stanley Kubricks drittem Spielfilm "Die Rechnung ging nicht auf" (1956) zu dem Profiräuber Clay. Genau diesen Ratschlag nehmen sich Clay und die um ihn versammelte, bunt zusammen gewürfelte Räuberbande nicht zu Herzen. Kubrick hat in ihnen Figuren geschaffen, die das Träumen nicht verlernt haben, die sich nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden geben wollen. Doch bereits der Titel des Heist-Movies - Räuberfilm, Thriller und Komödie in einem - gibt unmissverständlich zu verstehen, dass sich die Herren Räuber in ihrem schönen Plan vom großen Geld gründlich verrechnet haben. Den Gefallen eines Happy Ends tut Kubrick seinem Publikum nicht, vielmehr verdeutlicht er in dem letztendlichen Scheitern seiner Protagonisten, dass Mut zum Risiko und zur Individualität auch immer nah am Abgrund beheimatet sind.
In "Die Rechnung ging nicht auf" verbindet Kubrick perfekt inszenierte Action mit einer sorgfältigen Charakterdarstellung seiner Figuren, deren Motive er psychologisch nuanciert ausleuchtet. Lucien Ballards eindrucksvolle Kameraarbeit trägt zur atmosphärischen Dichte des Films bei. Außergewöhnlich an Kubricks Inszenierung sind zudem die Rückblenden, die die Geschehnisse aus der Perspektive einzelner Figuren wiederholt aufnehmen. Diese Erzählweise musste der Regisseur gegenüber seiner Produktionsfirma, die überforderte und verwirrte Zuschauer fürchtete, erst durchsetzen - erfolgreich: Mit seiner innovativen Dekonstruktion der narrativen Linearität wurde "The Killing", wie der Film im englischen Original heißt, zur Inspirationsquelle für spätere Filme wie Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" (1992) und "Pulp Fiction" (1994).


Keine Wiederholungen

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Mittwoch, 7. November 2007 um 23.25 Uhr
Die Rechnung ging nicht auf
(Usa, 1956, 80mn)
ARD
Regie: Stanley Kubrick
Kamera: Lucien Ballard
Musik: Gerald Fried
Schnitt: Betty Steinberg
Mit: Coleen Gray (Fay), Elisha Cook Jr. (George Peatty), Jay Adler (Leo the Loanshark), Jay C. Flippen (Marvin Unger), Joe Sawyer (Mike O'Reilly), Kola Kwarian (Maurice Oboukhoff), Marie Windsor (Sherry Peatty), Sterling Hayden (Johnny Clay), Timothy Carey (Nikki Arcane), Vince Edwards (Val Cannon)
Autor: Jim Thompson, Lionel White
Produktion: Harris-Kubrick Productions
Produzent: Alexander Singer, James B. Harris

Erstellt: 26-10-07
Letzte Änderung: 26-10-07