Synopsis: Jackie Kallen (Meg Ryan) ist seit frühester Kindheit vom Boxsport besessen. Ihr Onkel boxt und jahrelang weicht sie ihm bei seinen Trainingsstunden nicht von der Seite. So verfügt Jackie über gutes Fachwissen, und als sie der hochnäsige Boxpromoter LaRocca (Tony Shalhoub) mal wieder so richtig auflaufen lässt, beschließt sie, ihren eigenen Boxer zu managen. Mit Luther Shaw (Omar Epps), dem Schlägertypen eines örtlichen Dealers findet sie ein vielversprechendes Talent, einen rohen Diamanten sozusagen...
Das wiederum kann man von den farbenfrohen, hautengen Kostümen Meg Ryans nicht behaupten. Kostümdesignerin Ruth Carter, die für die knappen Miniröcke und die hochhakigen Stiefeletten verantwortlich zeichnet, weiß sicher, was sie da tut, wenn sie den Star des Films nahe am Prostituiertenlook platziert. Schließlich ist ihre Arbeit bereits zweimal für den Oscar nominiert gewesen. Meg Ryan kam sich sicher auch ganz toll darin vor, denn ihr Outfit erinnert an Erin Brokovich. Diese nahm ja bekanntlich nicht nur als alleinerziehende Mutter den Kampf gegen amerikanische Giganten auf und gewann, sondern – viel wichtiger – die Darstellerin der Erin, Julia Roberts, wurde für ihre Rolle für einen Oscar nominiert.
DIE PROMOTERIN ist genauso wenig berührend und echt wie ein abgekarteter Boxkampf, bei dem der Gewinner von vorneherein feststeht. Regisseur und Schauspieler Charles Dutton ist zwar in seiner eigenen Rolle als Boxveteran gut, aber es gelingt ihm nicht, seine Geschichte der Jackie Kallen überzeugend zu inszenieren. Ganz abgesehen davon, dass leider, leider kaum mehr was vom wirklichen Leben der Jackie Kallen übrig geblieben ist. Diese hatte bereits eine ansehnliche Karriere als Sportreporterin hinter sich, war 30 Jahre lang verheiratet und hatte zwei Kinder, als sie beschloss, professionell Boxer zu managen.
Im Film dagegen ist sie eine Single-Frau mit besserem Sekretärinnenjob. Nach dem ersten kleinen Erfolg behandelt sie ihre langjährige Freundin wie Dreck, und kommandiert ihren Boxer zu nichtverabredeten Presseterminen. Wir sollen sie arrogant und unsympathisch finden, klar, das funktioniert. Dann kurze Zeit später, dreht sich der Charakter einmal um die eigene Achse. Wir sollen sie wieder mögen, und sie verbündet sich erneut mit Luther. Das ist dann die Katharsis. Jackie und Luther haben beide eingesehen, dass sie einander brauchen, um langfristig eine Karriere aufzubauen.
Mit der Regiekarriere für Dutton hapert es noch, aber Boxen ist eben nicht jedermanns Sache.
Nana A.T. Rebhan
USA 2004, 90 Min.
Regie: Charles Dutton
Mit Meg Ryan, Omar Epps, Charles Dutton, Tony Shalhoub






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