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Film noir

"Film Noir", ein wohl klingender Begriff, poetisch, sanft. Doch dahinter verbergen sich grimmige Geschichten von Mord und Totschlag, von rauen (...)

Film noir

06/01/12

"Die Lady von Shanghai" von Orson Welles

Als die verführerische Elsa Bannister eines Nachts überfallen wird, rettet sie der Seemann Michael. Im Gegenzug heuert ihr Mann, ein reicher Anwalt, Michael als Skipper für einen Segeltörn an. Während des Trips verliebt sich Michael in Elsa und lässt sich auf ein krummes Geschäft mit Bannisters Kompagnon ein. Als der stirbt, fällt der Verdacht auf Michael. Sein Schicksal liegt nun ganz in der Hand seines Verteidigers, Bannister.

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Elsa Bannister lässt sich eines Abends standesgemäß durch den Central Park kutschieren, als ihr ein herumspazierender Seemann mit irischem Akzent, Michael O'Hara , auffällt. Als er sie vor einem Überfall beschützt, veranlasst sie, dass ihr Mann, Arthur Bannister , ihn als Skipper auf ihrer Luxusjacht anheuert. Während eines Trips in die Karibik verliebt sich Michael in die schöne Elsa.

Doch ihre Affäre wird vom Freund des gehörnten Ehemanns, George Grisby , entdeckt. Michael merkt, dass er den zynischen Juristen, die ständig aufeinander rumhacken, nicht gewachsen ist. Er verlässt das Boot in San Francisco. Doch dann lässt er sich von Grisby überreden, dessen Tod zu inszenieren und dafür eine Belohnung von 5.000 Dollar zu kassieren.

Das Geschäft wird zum Desaster, als Grisby tatsächlich ermordet wird und Michael als dringend Tatverdächtiger auf der Anklagebank landet. Sein Anwalt ist ausgerechnet Elsas Mann. Doch es stellt sich heraus, dass der stets über die Affäre informiert war, und nun keine Veranlassung sieht, diesen Fall zu gewinnen ...

Zusatzinformationen


Eine brisante Klatschgeschichte überlagerte 1947 die Erscheinung des Films "Die Lady von Shanghai": Orson Welles, Hauptdarsteller und Regisseur, habe quasi als vergiftetes Abschiedsgeschenk, diesen Film mit seiner Noch-Ehefrau Rita Hayworth inszeniert, um seine Sicht auf ihre Beziehung darzustellen: Ein naiver, romantischer Idealist, der von einer ebenso schönen wie falschen Geliebten in ein Milieu von Haien, Verrätern und Betrügern gezogen wird. Berühmter noch als der Film ist die Schlusssequenz im Spiegelkabinett, bei der die Gesichter in den mannigfachen Spiegelungen erst ihre Maskenhaftigkeit preisgeben, bevor ein Kugelhagel einen Spiegel nach dem anderen zerstört.

Die Produktionsgeschichte des Films ist - wie fast immer bei Welles - kompliziert gewesen. Nach den kommerziellen Reinfällen von "Citizen Kane" und "The Magnificent Ambersons" konnte Welles den Film nur durch die Zusage seiner Frau finanzieren. Gleichzeitig war die Besetzung Rita Hayworths als herzlose Femme fatale ein Wagnis, das der Studioboss Harry Cohn nur ungerne einging.

Als Welles den Film dann mit einer Länge von fast zweieinhalb Stunden ablieferte, ließ Cohn umschneiden, nachdrehen und die Premiere um zwei Jahre verschieben, um seinen wertvollen Star nicht zu sehr zu beschädigen. Das Resultat ist ein trotz aller Eingriffe einzigartiger Film Noir, der die klaustrophobischen Settings der Schwarzen Serie meidet und moralischer und zorniger - sichtbar etwa in der Schlusssequenz - ist, als die resignativen Filme seiner Zeitgenossen.

Die Lady von Shanghai

"Die Lady von Shanghai" von Orson Welles

Donnerstag, 19.1. um 14.50 Uhr

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"Die Lady von Shanghai" von Orson Welles
USA 1947, ZDF, Synchronfassung, SW
Regie: Orson Welles, Drehbuch: Orson Welles, William Castle, Charles Lederer, Fletcher Markle, Kamera: Charles Lawton Jr., Rudolph Maté, Joseph Walker, Musik: Heinz Roemheld, Schnitt: Viola Lawrence, Produktion: Sony Pictures, Produzent: Orson Welles, William Castle
Mit: Rita Hayworth (Elsa Bannister), Orson Welles (Michael O'Hara), Everett Sloane (Arthur Bannister), Glenn Anders (George Grisby), Ted de Corsia (Sidney Broome)

Die Lady von Shanghai
Donnerstag 19. Januar 2012 um 14.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1947, 87mn)
ZDF

Erstellt: 05-12-11
Letzte Änderung: 06-01-12