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Cannes 2006 - 17/09/08

Die Jury

  • WONG KAR WAI

Wong Kar-wai wurde 1958 in Shanghai geboren. Im Alter von fünf Jahren zieht er mit seinen Eltern nach Hong Kong und graduiert am 'Hong Kong Polytechnic College' in Grafikdesign im Jahr 1980. Danach schreibt er sich in Kurse zur Filmproduktion an der 'Hong Kong Television Broadcast LTD' ein und wird Drehbuchautor. Bald wurde er Drehbuchautor, am bekanntesten für die Thriller-Seifenoper "Don't Look Now (1981). Mit "As Tears go by" feierte Wong Kar-wai sein Debüt als Regisseur und "Chungking Express" brachte ihm internationalen Ruhm. Bei Produzenten sichert sich Wong mit "Ashes of Time" endgültig den Ruf eines Enfant terrible.
1997 erhielt Wong für das Beziehungsdrama "Happy Together" die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes. "In The Mood For Love" erhielt ebenfalls in Cannes den Preis für den besten Darsteller (Tony Leung) und für die beste Technik.
Er drehte Kurzfilme für BMW und Werbespots für Lacoste.
Wong Kar-wai hat einen sehr eigenen, unverwechselbaren Stil erschaffen, was teilweise wohl auch durch seine Arbeitsmethode erklärbar ist. Zu Beginn seiner meisten Filme hat er kein Drehbuch, sondern nur eine vage Idee. Die Handlung des Films entsteht dann meistens erst im Schnittraum. Sie ist auch eigentlich nicht das entscheidende bei Wong Kar-wais Filmen. Vielmehr schafft er es mit Bildern und Musik eine Stimmung oder ein Gefühl zu erschaffen.
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  • MONICA BELLUCCI

Die 1968 in Italien geborene Schauspielerin Monica Bellucci begann zunächst ein Jura-Studium an der Universität von Perugia. Zwei Jahre später gab sie schließlich das Studium zugunsten ihrer Model-Karriere auf und zog in die Modemetropole Mailand. Neben Laufsteg und internationalen Werbekampagnen beschäftigte sie sich mit der Schauspielerei und nahm zeitweise Unterricht. 1990 zeigten ihre Bemühungen erste Erfolge : sie war in dem TV Film "Vita Coi Figli" zu sehen.
Nach einigen italienischen Produktionen schaffte Monica Bellucci im Jahre 1992 den Spung in die USA, wo sie in Francis Ford Coppolas "Bram Stoker's Dracula" zu sehen war. Zurück in ihrer Heimat spielte sie Krimis und Kinderfilme, doch war von der Erfolglosigkeit des italienischen Films frustriert. So verschlug es Monica Bellucci schließlich nach Frankreich, wo sie 1996 in der preisgekrönten Romanze "L'Appartement" zusehen war. Bei den Dreharbeiten lernte sie ihren späteren Mann Vincent Cassel kennen, mit dem sie sogleich zwei weitere Filme drehte.
Ob als Cléopâtra in Astérix & Obélix, intigrante Ehefrau in den beiden Matrix-Fortsetzungen, oder als Maria Magdalena in "Die Passion", Monica Bellucci zeigt sich als vielseitig. Zuletzt war sie in "Combien tu m’aimes" sehr reizvoll in Szene gesetzt.
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  • HELENA BONHAM CARTER

Ein engelhaft schönes junges Wesen aus aristokratischem Haus: Helena Bonham Carter, die Enkeltochter des britischen Regisseurs Anthony Asquith, wird aus dem Nichts zum Star des amerikanischen Kinos. "A Pattern of Roses" soll 1983 ihr erster Film gewesen sein, 1985 besetzt Bühnenregisseur Trevor Nunn sie als "Lady Jane", eine 16-Jährige, die für neun Tage auf dem britischen Thron sitzt. Im selben Jahr spielt sie bei James Ivory in "Zimmer mit Aussicht". Sie gilt als Idealbesetzung für britische Mädchen der Viktorianischen Zeit. In Woody Allens "Geliebte Aphrodite" (1995) erscheint sie als Amanda, in Trevor Nunns Shakespeare-Adaptation "Was ihr wollt" (1996) als Olivia und zuvor in Franco Zeffirellis "Hamlet"-Film von 1990 als Ophelia. Als beste Hauptdarstellerin in "Die Flügel der Taube" erhält sie 1998 den Oskar. Weitere Filme mit Helena Bonham Carter : die "Planet der Affen"-Neuverfilmung von Tim Burton, das Doku-Drama "Live aus Bagdad", "Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht" oder "Charlie und die Schokoladenfabrik". Die 39-jährige Engländerin ist mit dem amerikanischen Regisseur Tim Burton liiert, in dessen neuem Trickfilm "The Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche" sie eine Hauptfigur synchronisierte.
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  • LUCRECIA MARTEL

In ihrem Erstlingsfilm "Der Morast" rückt Lucrecia Martel den Akteuren so nah auf die Haut, als sei sie ein Familienmitglied. In der Tat hat sich die junge argentinische Regisseurin für ihr niederschmetterndes Gruppenporträt von der eigenen Familie inspirieren lassen. "Als Jugendliche habe ich meine Familie sehr oft auf Video gefilmt, allerdings nicht mit dem Gedanken an eine Laufbahn als Filmemacherin. In Wirklichkeit habe ich keinen Moment meines Lebens daran gedacht Kinoregie zu führen." Es kam dann doch anders. Wenn Lucrecia Martel, die seit "Der Morast" als eines der großen Talente des südamerikanischen Kinos gehandelt wird, über ihre Karriere erzählt, klingt das uneitel: 1966 in der Provinz Salta im Norden Argentiniens geboren, zieht es Lucrecia Martel im Alter von 20 Jahren nach Buenos Aires. Dort studiert sie Kommunikationswissenschaften. Nebenbei belegt sie einen Kurs in Zeichentrick an der staatlichen Filmhochschule und beginnt mit Kommilitonen Kurzfilme zu drehen. 1995 wird der Kurzfilm "Rey Muerto" auf internationalen Filmfetivals mehrfach ausgezeichnet wurde. Bald wird Lita Stantic, eine der wichtigsten Filmproduzentinnen Argentiniens, auf Martel aufmerksam. Nach einigen gemeinsamen Produktionen fürs Fernsehen wagt Martel das Debüt als Spielfilmregisseurin. Auf der Berlinale 2001 gehört "Der Morast, zu den großen Überraschungen. Auch in ihrem zweiten großen Werk "La Niña Santa" ist Lucrecia Martel ihrem Ziel, Raum für Kommunikation zu schaffen, gerecht geworden.
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  • ZHANG ZIYI

Zhang Ziyi wurde 1979 in Peking geboren und gilt als eines der begabtesten Nachwuchstalente. Im Alter von neun Jahren begann sie auf Wunsch ihrer Eltern Tanzunterricht zu nehmen und arbeitete seit dieser Zeit nach ihren Worten weitaus härter als die meisten Kinder und Jugendlichen. Im Jahr 1998 wurde Zhang Ziyi vom bekannten Regisseur Zhang Yimou für einen Werbespot gecastet und ein Jahr später bekam sie von Zhang Yimou eine Hauptrolle in seinem Film "Heimweg". Der internationale Durchbruch gelang Zhang Ziyi mit dem Film Tiger & Dragon (2000). Kritiker lobten ihre schauspielerischen Fähigkeiten ebenso wie ihre Geschicklichkeit in den zahlreichen Kung Fu-Kämpfen. In den folgenden Jahren hat Zhang Ziyi Rollen in zahlreichen Filmen mitgespielt, von denen die meisten dem Wuxia-Genre angehören. So in den Filmen "Musa the Warrior", "Hero" und "House of Flying Daggers". Daneben spielte sie auch in "Purple Butterfly" mit, der im Shanghai der 30er Jahre angesiedelt ist. In "Rush Hour 2" spielt sie die Opponentin von Jackie Chan. Weitere Filme : Der Science Fiction-Film "2046", "Die Geisha" oder "Ye yan".
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  • SAMUEL JACKSON

Samuel Leroy Jackson wurde 1948 in Washington D.C. geboren und wuchs unter den Fittichen seiner Mutter und seiner Großmutter in Chattanooga, Tenessee auf. Aufgrund von Sprachproblemen in der Kindheit, schickte ihn sein Therapeut zum Theater. Ihm gefiel dieses Handwerk und so ging er nach seinem Collegeabschluss 1972 nach New York um professioneller Schauspieler zu werden. Doch die Karriere lief schleppend an, bis Jackson 1981 Spike Lee traf.
Dieser war von seiner Fähigkeiten überzeugt und engagierte ihn in einigen seiner Filme. Doch L. Jackson rutschte immer mehr in einen Sumpf aus Alkohol und Drogen und so war der Verlust der Hauptrolle in dem Broadway Stück "Two Trains Running" der entscheidende Weckruf. Nach seiner Entziehungskur war es Spike Lee, der an Samuel L. Jackson festhielt und ihn als drogenabhängigen Bruder von Wesley Snipes in "Jungle Fever" castete. Diese Rolle brachte ihm bei den Filmfestspielen in Cannes eine Auszeichnung als bester Nebendarsteller ein. Samuel L. Jackson wollte nun den Erfolg und so machte er sich als Nebendarsteller in unzähligen Filmen einen Namen. Nur zu nennen, "Pulp Fiction", "The Negotiator" oder "Star Wars". In "Black Snake Moan" übernahm L. Jackson die Hauptrolle. Der Schauspieler und Produzent ist seit 1980 mit der Schauspielerin LaTanya Richardson und hat einen Sohn.
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  • PATRICE LECONTE

Patrice Leconte ist einer der wichtigsten Regisseure Frankreichs. Er wurde 1947 in Paris geboren und wuchs in Tours auf. 1968 begann er ein Studium an der Pariser Filmschule IDHEC, das er 1969 mit einem Regiediplom abschloss. Von 1970 bis 1995 arbeitete Leconte als Autor und Zeichner von Bildergeschichten für die Zeitschrift Pilote. 1975 gab er sein Regiedebüt mit einer Comic-Verfilmung. Es folgen Komödien und Satiren, ehe er sich mit der Stilübung "Die Spezialisten" und der amour fou-Geschichte "Die Verlobung des Monsieur Hire" als anerkannter Autorenfilmer etablierte. 1997 wurde Lecontes Film "Ridicule" für den Oscar nominiert. 2000 erschien seine Autobiografie mit dem Titel "Je suis un imposteur". "Intime Fremde", "Dogora - Ouvrons les yeux" und "Les Bronzés 3 - amis pour la vie" (2006) zählen zu seinen aktuellsten Filmen.
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  • TIM ROTH

Tim Roth wurde 1961 als Sohn eines Journalisten und einer Malerin in London geboren. Nach dem Abschluß der Dick Sheppard Comprehensive School in Tulos Hill besuchte er zunächst das Camberwell College Of Art, um Bildhauerei zu studieren. Schließlich wandte er sich doch der Schauspielerei zu. Obwohl ohne formale Ausbildung, fand er wenig später an verschiedenen englischen Theaterbühnen Arbeit. Als Tim Roth eher zufällig in die Besetzungsproben zu David Lelands Film "Made In Britain" platzte, erhielt er seine erste Fernsehrolle. Als Roth 1990 nach Los Angeles kam, hatter er anfangs noch Probleme wegen seines britischen Akzents. Doch schon bald spielte er "typisch" amerikanische Charaktere, unter anderem einen TV-Verkäufer aus Arizona in "Bodies, Rest & Motion", einen Emigranten aus Brooklyn in "Little Odessa", einen Cop in Quentin Tarantinos Kultfilm "Reservoir Dogs - Wilde Hunde" oder einen rotzigen Kleinganoven in "Pulp Fiction". Spätestens seit "Rob Roy", der ihm 1995 eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller einbrachte, muss er sich um Arbeit keine Sorgen mehr machen. Tim Roth ist seit 1993 mit Nikki Butler verheiratet, mit der er die Söhne Timothy und Cormac hat. Aus erster Ehe mit der Schauspielerin Lori Baker hat er einen weiteren Sohn namens Jack.
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  • ELIA SULEIMAN

Elia Suleiman ist palästinensischer Filmregisseur und wurde 1960 in Nazaret geboren. Seine Karriere als Filmemacher begann in New York, wo er von 1982 bis 1993 lebte und zwei Kurzfilme drehte. 1994 kehrte er nach Jerusalem zurück und wurde Dozent an der palästinensischen Birzeit-Universität. Seine Erfahrungen nach seiner Rückkehr fasste Suleiman 1996 in seinem ersten Spielfilm, der politischen Komödie "Chronik eines Verschwindens" zusammen. In diesem Film fungierte Suleiman nicht nur als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor, sondern trat auch selber zusammen mit anderen Familienmitgliedern auf. Bei den Filmfestspielen von Venedig wurde dieser Film als das beste Erstlingswerk ausgezeichnet.
Berühmt wurde Suleiman 2002 mit dem Film "Göttliche Intervention – Eine Chronik von Liebe und Schmerz", einer anekdotenhaft zusammengesetzten Tragikomödie, in der er den Alltag des Grenzkonflikts zwischen Palästinensern und Israelis beschreibt. Suleiman, der auch die Hauptrolle des "E. S." übernahm, gewann mehrere Preise für "Göttliche Intervention", unter anderem den Jury-Preis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Suleimans Essays und Artikel sind in Englisch, Arabisch und Französisch erschienen. 1994 liess sich Elia Suleiman in Jerusalem nieder, wo er im Auftrag der Europäischen Kommission die Film- und Medienabteilung der Bir Zeit Universität aufbaute.
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Erstellt: 12-05-06
Letzte Änderung: 17-09-08