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Kino auf ARTE - 09/03/12

Die Frau des Leuchtturmwärters

Spielfilm, Frankreich, 2004, ARD, 100 Min.
Regie: Philippe Lioret, Drehbuch: Emmanuel Courcol, Christian Sinniger, Kamera: Patrick Blossier, Musik: Nicola Piovani, Schnitt: Mireille Leroy, Produktion: Nord-Ouest Productions, Fin Août Productions, Produzent: Christophe Rossignon
Mit: Sandrine Bonnaire (Mabé Le Guen), Philippe Torreton (Yvon Le Guen), Anne Consigny (Camille), Grégori Derangère (Antoine Cassendi), Émilie Dequenne (Brigitte)

Im Jahr 1963 kommt Antoine, ein junger Leuchtturmwärter, auf die bretonische Insel Ouessant. Anfangs begegnen ihm alle Inselbewohner mit großer Skepsis, so dass er Mühe hat, sich einzuleben. Sein Arbeitskollege Yvon fasst langsam zu ihm Vertrauen, woran sich auch nichts ändert, als sich dessen Frau Mabé und der Neuankömmling ineinander verlieben. Aus der unterbewussten Rivalität zwischen den beiden Männern entsteht eine Hassliebe, die sie schicksalhaft vereint.



Camille fährt auf die bretonische Insel Ouessant, wo ihr vor zehn Jahren verstorbener Vater Yvon Leuchtturmwärter war. Nach dem Tod ihrer Mutter Mabé möchte sie nun das renovierungsbedürftige Elternhaus verkaufen. Mit der immer noch für Mabé eintreffenden Post kommt ein Buch, auf dessen Schutzumschlag der Leuchtturm "La Jument" vor der Insel Ouessant abgebildet ist - Camille beginnt zu lesen ...
1963 taucht ein fremder junger Mann in der Gemeinde auf: Antoine Cassendi. Antoine ist gelernter Leuchtturmwärter. Während die Dorfbewohner den Fremden spüren lassen, dass er auf Ouessant nicht willkommen ist, hat Mabé, die Frau des Leuchtturmwärters Yvon, ein Auge auf Antoine geworfen, der bei dem Ehepaar wohnt. Eigentlich wollten Yvon und Mabé Kinder, scheinen aber keine bekommen zu können. Als die beiden Männer zusammen Dienst auf dem Leuchtturm haben, redet Yvon kaum ein Wort mit dem neuen Assistenten sondern kritisiert mürrisch dessen Fehler. Als Antoine trotz der schroffen Abweisung freundlich bleibt, ändert der Leuchtturmwärter allmählich sein Verhalten.
Mabé und Antoine fühlen sich zueinander hingezogen und wissen nicht, wie sie mit der aufkeimenden Sehnsucht umgehen sollen. Antoine nimmt sich ein Zimmer im Gasthaus. Sich auf der kleinen Insel aus dem Weg zu gehen, ist allerdings nicht einfach. Am französischen Nationalfeiertag besteht Yvon darauf, den Dienst auf dem Leuchtturm zu übernehmen, damit Antoine den Dorfbewohnern auf dem Fest etwas näher kommt. Das Feuerwerk bestaunend folgt Mabé Antoine zum Rand des Festplatzes. Sie verschwinden in einer Nische und fallen übereinander her. Yvon und Antoine sind inzwischen Freunde geworden, ohne dass Antoine ein Wort über die Festnacht verliert ...

Der Regisseur Philippe Lioret arbeitete zunächst zwischen 1980 und 1992 als Toningenieur bei zahlreichen Produktionen wo er in stetigem Kontakt mit Regisseuren wie Robert Altman, Michel Deville, und vielen anderen stand. Sein Regiedebüt machte er 1993 mit dem Spielfilm "Tombés du Ciel" mit Jean Rochefort und Marisa Paredes, der beim Festival Internacional de Cine de Donostia - San Sebastián den Preis für die beste Regie erhielt. Er drehte in den folgenden fünf Jahren Werbefilme und schloss 1997 die Arbeiten an seinen zweiten Film "Tenue correcte exigée" ab. Es folgten im Jahr 2000 Mademoiselle und 2004 "L'équipier" ("Die Frau des Leuchtturmwärters") der in drei Kategorien für den César nominiert war.
Für seinen Film "Je vais bien, ne t'en fais pas" ("Keine Sorge, mir geht's gut", 2006) bekam Lioret einen "Étoile d'Or" als bester Drehbuchautor und Hauptdarstellerin Mélanie Laurent unter anderem den César als beste Nachwuchsschauspielerin.
2009 führte Lioret Regie bei seinem sechsten Spielfilm "Welcome", dessen Handlung im Immigrantenmilieu von Calais spielt. Das Drama feierte seine Uraufführung bei der Berlinale 2009 und wurde unter anderem mit dem Lux-Filmpreis des Europäischen Parlaments, dem Prix Lumière und dem Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet.

Die Frau des Leuchtturmwärters
Dienstag 27. März 2012 um 14.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2004, 100mn)
ARD

Erstellt: 09-03-12
Letzte Änderung: 09-03-12