Donnerstag, 15. September 2005, um 14.45 Uhr - 05/09/05
Die "Colegios Mulhacén y Monaita" in Granada, Spanien
Schulgeschichten (3)
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In den Privatschulen Mulhacén und Monaita in Granada werden Jungen und Mädchen noch strikt getrennt voneinander unterrichtet. Ganz im Gegensatz zu den gemischten öffentlichen Schulen Spaniens, wo seit Ende der 80er Jahre die Koedukation gesetzlich festgelegt wurde. Mulhacén und Monaita gehören zur pädagogischen Vereinigung "Attendis" , die vor 30 Jahren von katholischen Eltern in Malaga gegründet wurde. Ihr Konzept: Jungen und Mädchen entwickeln sich besser, wenn sie getrennt voneinander erzogen werden.
Darauf basierend haben "Attendis"-Pädagogen eine Rundum-Erziehung entwickelt, die auf streng katholischen Prinzipien fußt. Die Attendis-Kinder erhalten Ganztagsunterricht - von der frühkindlichen Erziehung in der Vorschule bis hin zum Abitur. Und: Pfarrer des fundamental-katholischen Ordens "Opus Dei" sind für die spirituelle Betreuung zuständig. Besonderen Wert legen die Attendis-Schulen auf die pädagogische Integration der Familie. Mindestens einmal im Monat führen die Eltern ein Gespräch mit einem Tutor über die persönliche und schulische Entwicklung ihrer Kinder.
Das Konzept der getrennt geschlechtlichen Erziehung bezieht sich auch auf den Einsatz der Lehrerschaft. Die Jungen ab sechs Jahren werden nur von Lehrern unterrichtet, die Mädchen nur von Lehrerinnen.
Bei den Schülern findet sich aber schon mal eine kritische Stimme, der 15 Jährige Sascha besucht Mulhacen erst seit einem Jahr. Er sieht zwar die Vorteile des getrennten Unterrichts, aber auch die Nachteile: "Da ich von einer gemischten Schule kam, erschien es mir erst seltsam nur mit Jungen zusammen zu sein.. Jetzt habe ich mich eingewöhnt. Das Hauptthema in den Pausen sind Mädchen. Weil hier keine sind, vermissen wir sie, vor allem ich, weil ich von einer gemischten Schule komme".
Der 11-jährige Luis kann das nicht nachvollziehen, er spielt ohnehin nicht mit Mädchen, dann will er auch nicht mit ihnen lernen, es reicht ihm schon, dass er zuhause immer von zwei Schwestern umgeben ist.
Für die 18-jährige Angela macht das alles gar keinen großen Unterschied. Mit oder ohne Jungs, was soll's, das Abitur und die Noten sind ohnehin das wichtigste. Und die sind bei vielen der Attendis Absolventen sehr gut.
Dokumentation von Michael Grotenhoff
ARTE/ZDF, Spanien/Deutschland 2005, Erstausstrahlung, 26 Min.
Wiederholung vom 18. September 2005 um 08.00 Uhr
Erstellt: 19-08-05
Letzte Änderung: 05-09-05