Und der Weg führt so lichtscheue Gestalten wie The Bravery mit ihrem düsteren Sound direkt in die UK-Charts. Die New Yorker haben nicht nur den Sound, sie sind clever. Sänger Sam Endicott ist von der Doityourself-Ethik des Punk beeinflusst. Also produzierte er das Bravery-Debut auf dem Heimcomputer und stellte es ins Netz. Die Downloads bewiesen: Synthrock ist der “Sound of Now”.Doch wieviel Gestern steckt in den Köpfen von The Bravery?Sam Endicott, The Bravery: Ich besitze keine Duran Duran Alben, Gang of Four kenn ich gar nicht so, aber früher war ich ein großer Talking Heads Fan. Auch weil es absolut cool war, wie sie sich über drei oder vier völlig unterschiedliche Phasen weiterentwickelt haben. Die sind von völlig abgedrehtem, intellektuellem Punk in Richtung Dancemusic abgebogen. Klar, dass wir damit was anfangen können.“
Die neuen 80er-Bands fischen sich die besten Stücke aus der alten Suppe raus, lassen Haarsprayoverkill weg und Discobeats zu. Im Jahr 2005 schwingen die Hüften lässiger denn je zu den neuen alten Klängen.
Joachim Hentschel, The Bravery: „Es gibt zwei Möglichkeiten das zu erklären, die eine ist, das ist einfach das einzige, was noch nicht revivelt worden ist. Nach Disco nach abba, die zweite Möglichkeit ist die, dass es in unsere Zeit passt, Angst vor dem Terror zu haben, Angst davor den Arbeitsplatz zu verlieren, gesellschaftliche Kälte. Coolness und andererseits die Sehnsucht nach Glück, das nicht da ist, eine Sehnsucht nach Dekadenz. Postpunk und New wave bringen eigentlich diese beiden Sachen, Coolness und Dekadenz, auf 'ne Art zusammen wie keine andere Popmusik.“
Unterkühlte Synthsounds und frostige Gitarren kommen auch von The Robocop Kraus. Die Nürnberger wurden in den 80ern mit Bud Spencer und Arnold Schwarzenegger sozialisiert und waren zunächst Teil einer strengen Hardcorepunkszene. Thomas Lang, The Robokop Kraus: „Diese Öffnung zur Popmusikwar ganz persönlich, das war auch 'ne Art von Befreiung, weil wir vorher eben recht stark geprägt waren von einer Regelhaftigkeit, die man in Subkulturen findet, im Punkrock zum Beispiel, wir wollten uns davon befreien und sagen, das ist uns ein Stück zu konservativ.“
Joachim Hentschel, The Bravery: „Postpunk war in gewisser Weise die Befreiung von den letzten alten Rockergesten, das war ja der Grund gewesen, warum viele Bands gesagt haben, wir wollen Punk sein, wir wollen aber nicht so sein wie the Clash, die Sex pistols oder die Ramones, da ist uns noch viel zu viel alter Rocknroll drin, wir müssen das auffächern.“
The Bravery
Album„The Bravery“ von The Bravery
bei Island
Konzerte
15.06.2005 - Magnet, Berlin
19.06.2005 - Molotov, Hamburg
20.06.2005 - Amper, München
21.06.2005 - Prime Club, Köln
05.07.2005 - Batschkapp, Frankfurt
The Robocop Kraus
Album„They Think They Are the Roboco“
bei Epitaph Eu
Konzerte
10.06.2005 - Hurricane Festival, Eichenring in Scheeßel
11.06.2005 - Southside Festival, Neuhausen
Links
>> Offizielle Website von The Bravery
>> Offizielle Website von The Robocop Kraus
>> Eine Biographie von Robocop Kraus auf der Website des Hurricane Festival
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TRACKS
Donnerstag, den 09. Juni um 23.35 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 11. Juni um 17.50 Uhr
Redaktion: Bayerischer Rundfunk
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