
Vom 01. – 11. September 2004 fand die 61. Mostra in Venedig statt. Erfahren Sie in unserem Dossier mehr über die diesjährigen Filmfestspiele, seine Stars, die Filme uvm.
Sehr schwer sei es der Jury gefallen, die Preisträger der 61. Filmfestspiele in Venedig zu ermitteln, so ihr Präsident John Boormann. Dazu seien in diesem Jahr einfach zu viele gute Filme ins Rennen um den Goldenen Löwen und die Coppa Volpi gegangen. Richtig erleichtert sei man gewesen, wenn einmal ein schwächerer Film vorzeitig aus dem Kreis der Favoriten ausgeschieden sei. Vielleicht mögen einige das Statement des britischen Regisseurs für etwas übertrieben halten, doch so stark wie in diesem Jahr war der Wettbewerb der Biennale lange nicht mehr besetzt.
Die Jury wurde sich dennoch einig und an ihrer Geschmackssicherheit gibt es dieses Mal nichts herumzumäkeln: Auch nicht an der Verleihung der Coppi Volpi für die beste schauspielerische Leistung an Javier Bardem in „Mar Dentro“ von Alejandro Almenábar und an Imelda Staunton für Interpretation der „Vera Drake“ von Mike Leigh. Und das Alejandro Amenábar auch noch den Silbernen Löwen erhielt für sein intensives Melodram um einen sterbewilligen Querschnittsgelähmten, ist auch kein Fehler, weil ihn zuvor auch das Publikum mit zum beliebtesten Film gewählt hatte.Freuen kann man sich auch über den Regiepreis für Kim Ki-duk, der mit seiner ebenso poetischen, wie humorvollen Quasi-Stummfilm-Liebeskomödie „3 Iron“ als Überraschungsgast in den Wettbewerb nachgerückt war.
Daß Regie-Großmeister Mike Leigh schließlich für sein neues Meisterwerk „Vera Drake“ den Goldenen Löwen für den besten Film mit nach Hause nehmen durfte, ist eine umso verdientere Ehrung, als der Film zuvor von der Auswahlkommission in Cannes abgelehnt worden war. In seiner Rede dankte Leigh denn auch all jenen, die sich für das schwer finanzierbare Projekt stark gemacht hatten. Sein Preis sei auch eine Ermutigung für das unabhängige, dem Mainstream widerstehende europäische Autorenkino zu verstehen. Auch Juroren können eben leider manchmal irren, doch in Venedig irrten sie sich in diesem September ganz sicher nicht.
Martin Rosefeldt
PALMARES: http://www.labiennale.org/en/cinema/news/2004/09-11-ak.html
Abspann : ARTE "Dossier Venedig 2004"

"Vera Drake"Mike Leigh, der im Gesagten das Ungesagte oder manchmal auch das Gegenteil des Gesagten zu verstecken weiß
"Mar Adentro"Natürlich ist alles nur ein Traum, aber ein wunderschöner...
"3-Iron (Binjip)"Kim Ki-duk schafft das Wunder, dass sein Beinahe-Stummfilm nicht ins Anekdotische kippt, sondern am Ende daraus sogar ein stellenweise höchst politisches Bekenntnis zum unbedingten Freiheitswillen wird
"Howl's Moving Castle"...eine magisch bunte Geschichte, die so fern von uns ist, dass wir uns schon wieder problemlos in ihr erkennen können!
Ein animierter Film von Hayao Miyazaki

Alfred HitchcockPassend zu den länger und dunkler werdenden Herbstabenden zeigt ARTE vom 29. August bis zum 30. September eine Reihe mit Filmen von Alfred Hitchcock.

ARTE Kultur in Venedig
Die Beiträge „Spezial Venedig 2004“ vom 1. bis 11. September jeweils um 20.00 Uhr auf ARTE und täglich als Real Video im Internet






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