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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 16. September 2004 - 11/12/05

Der Untergang

Ein Film von Bernd Eichinger


Jahrzehntelang wurde Hitler als Dämon oder Comicfigur gezeichnet.
Es wird Zeit, dass wir uns unserer Geschichte stellen.

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Synopsis: Der Untergang erzählt die 12 letzten Tage Hitlers im Führerbunker, bis zu seinem Selbstmord. Seine Sekretärin Traudl Junge führt – quasi als roter Faden – durch den Film, der den Wahnsinn dieser letzten Tage schildert, und sich dabei vor allem auf die Figur des Hitler konzentriert.
 
Kritik: Kein deutscher Film der letzten Jahre hat solch einen gewaltigen Medienrummel ausgelöst. Britische Zeitungen sprechen von ‚Tabubruch’. Vom „Spiegel“ und „Die Zeit“ bis zu „Bild“ berichteten alle ausführlich mehrere Wochen vor dem Kinostart über die mit 13, 5 Millionen Euro teuerste Produktion seit Wolfgang Petersens Das Boot.
 
Doch der Film wird getrost seine Kosten wieder einspielen. Kein deutscher Film hat es je gewagt, sich den Dämonen des Dritten Reichs so zu nähern. Das ist ein absolutes Novum. Der 63-jährige Schweizer Schauspieler Bruno Ganz – momentaner Träger des Ifflandrings, der bedeutendsten Auszeichnung für einen deutschsprachigen Theaterschauspieler – verkörpert Hitler. „Wenn ich Hitler nur hasse, komme ich nicht an ihn heran“, sagt er, „also bin ich gezwungen, eine Art Verständnis für ihn zu entwickeln“. Ganz zeigt Hitler in allen Facetten - mal tobend, mal eiskalt, mal charmant zu den Frauen – immer aber bereit für Extreme: den totalen Sieg oder den totalen Untergang. Würden hierzulande Oscars verliehen, Bruno Ganz hätte ihn sofort verdient. Begleitet wird Ganz von einem großartigen Ensemble von Schauspielern, bei denen vor allem Juliane Köhler als Eva Braun und Corinna Harfouch als Magda Goebbels hervorzuheben sind.
 
Die Regie hält sich dezent zurück und versucht sich ohne eigene Wertung auf die Fakten zu konzentrieren, die sich vor allem auf die Schriften des Hitlerbiografen Joachim Fest und die Aufzeichnungen der Sekretärin Hitlers, Traudl Junge stützen. Die handgehaltene Kamera unterstreicht den dokumentarischen Touch des Films, die Filmmusik ist sehr reduziert, denn der Soundteppich besteht vor allem aus dem zischenden und knallenden Lärm der einschlagenden Bomben und Geschosse. Die klaustrophobische Enge des Bunkers – der im Film sehr selten verlassen wird – ist ein weiterer Protagonist des Films. Eine Umgebung, mit der Regisseur Oliver Hirschbiegel schon seine Erfahrungen hat. Sein letzter Kinofilm Das Experiment war ebenfalls ein Kammerspiel in nur wenigen Räumen. Hirschbiegel über seine zentrale Figur: „Jahrzehntelang wurde Hitler als Dämon oder Comicfigur gezeichnet. Es wird Zeit, dass wir uns unserer Geschichte stellen.
 
Bernd Eichinger – Deutschlands erfolgreichster Produzent – hat den Film nicht nur produziert, sondern auch das Drehbuch selbst geschrieben. Er sagt: „Ich möchte den Zuschauer ergreifen, ohne zu moralisieren.“ Klar, wichtig ist, dass es in der Kasse klingelt, und das wird es. Tanja Kokoska kommentiert in der „taz“, „dass Hitler immer noch ‚Deutschlands stärkste Marke ist’, und ‚Mc Donalds deshalb pünktlich zum Filmstart in sämtlichen Filialen das Spezial Menue ‚Hitlerburger Royal SS’ sowie ‚Eva Brownies mit Hasselnussgeschmack’ anbieten wird. ‚für exakt 12 Tage, genauso lange, wie der Führer im Bunker noch lebte.’
 
Nana A.T. Rebhan
 
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Der Untergang
Deutschland 2004, 150 Min.
Buch: Bernd Eichinger
Regie: Oliver Hirschbiegel
Mit Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Juliane Köhler

Erstellt: 10-09-04
Letzte Änderung: 11-12-05