101 Min.(L' horloger de Saint-Paul)
Spielfilm, Frankreich 1974, ARTE F / ARD,
Synchronfassung
Regie: Bertrand Tavernier; Buch: Jean Aurenche, Pierre Bost, Bertrand Tavernier; Kamera: Pierre-William Glenn; Schnitt: Armand Psenny; Musik: Philippe Sarde; Produzent: Raymond Danon; Produktion: Lira Films
Mit: Philippe Noiret - (Michel Descombes), Jean Rochefort - (Kommissar Guilboud), Jacques Denis - (Antoine), Yves Afonso - (Kommissar Bricard), Julien Bertheau - (Edouard), Jacques Hilling - (Costes), Clotilde Joano - (Janine Boitard), Andrée Tainsy - (Madeleine Fourmet), Sylvain Rougerie - (Bernard Descombes), Christine Pascal - (Liliane Torrini)
Michel Descombes hat nicht mehr geheiratet, seitdem er vor einigen Jahren seine Frau verlor. Sein Sohn Bernard ist inzwischen herangewachsen und besucht das Technikum. Michel Descombes selbst arbeitet tagsüber in seinem kleinen Uhrmacherladen und verbringt die Abende meistens mit Freunden. Sein Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen, als eines Morgens Polizeibeamte vor seinem Laden auftauchen und ihn zu Kommissar Guilboud bringen. Dort muss er zu seiner größten Bestürzung erfahren, dass sein Sohn einen Mann umgebracht hat und jetzt mit seiner Freundin auf der Flucht ist. Für Descombes ist diese Nachricht ein Schock.
Er sieht sich von Journalisten bestürmt und rätselt, warum Bertrand die Tat begangen haben und was er selbst bei dessen Erziehung versäumt haben könnte. Descombes wird mit einem Mal klar, dass er seinen Sohn trotz ständiger räumlicher Nähe eigentlich gar nicht kennt und im Tiefsten nichts von ihm weiß. Diese Erkenntnis bringt ihn dazu, von nun an bedingungslos zu Bernard zu halten und zu versuchen, seinen Sohn zu verstehen. Doch als Bernard und seine Freundin schließlich festgenommen werden, will der junge Mann seinen Vater zunächst nicht einmal sehen...
Zusatzinfo
"Der Uhrmacher von St. Paul" ist eine psychologisch nuancierte Auseinandersetzung mit einem Kriminalfall. Zugleich liefert Bertrand Taverniers früher Spielfilm einen fesselnden Beitrag einerseits zum Generationenkonflikt, andererseits zu politischen Missständen, indem er deutlich Kritik an den Verhältnissen in Frankreich übt. Das Geschehen spielt sich vor allem im Kopf des Vaters ab, geht es doch im Wesentlichen darum zu zeigen, was der Mord für den Vater des Täters bedeutet.
Georges Simenons Roman "Der Uhrmacher von Everton" aus dem Jahr 1954 liefert die literarische Vorlage für den Film, der im Rahmen der Berlinale 1974 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wird.
Regisseur Bertrand Tavernier studiert zunächst Jura, gibt das Studium aber für seine Kinoleidenschaft auf und arbeitet Ende der 50er Jahre als Kritiker für die renommierten französischen Filmzeitschriften "Positif" und "Cahiers du cinéma".
"Der Uhrmacher von St. Paul" gehört zu einem seiner ersten Spielfilme, gefolgt von "Wenn das Fest beginnt..." (1975). Tavernier gilt international als einer der produktivsten und künstlerisch eigenständigsten Filmemacher der Folgegeneration der Nouvelle Vague. Sein Film "Der Lockvogel" wird 1995 bei den Filmfestspielen in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.
Philippe Noiret spielt in "Der Uhrmacher von St. Paul" eindrucksvoll die Hauptrolle des Vaters, eines Durchschnittsbürgers, der durch die Mordtat seines Sohnes eine neue Einstellung nicht nur zu seinem Nachkömmling sondern zum Leben überhaupt und zu seiner Umwelt gewinnt: Wenn er sich am Ende der Gerichtsverhandlung mit seinem Sohn solidarisch erklärt, ist das Ausdruck eines schmerzvollen Bewusstseinswandels.
Noiret, der in über 150 Kino- und Fernsehfilmen zu sehen ist, steht im Laufe seiner langen, erfolgreichen Karriere mehrmals für Bertrand Tavernier vor der Kamera. Angefangen mit "Der Uhrmacher von St. Paul" (1974) setzt sich die Zusammenarbeit mit "Wenn das Fest beginnt..." (1975), "Der Richter und der Mörder" (1976), "Ferien für eine Woche" (1981), "Der Saustall" (1981), "Das Leben und nichts anderes" (1988) und "D'Artagnans Tochter" (1994) fort. Philippe Noiret, einer der populärsten Schauspieler Frankreichs, der es mit seinen schauspielerischen Leistungen auch auf internationaler Ebene zu Ansehen gebracht hat, stirbt am 23. November 2006 in Paris an den Folgen einer Krebserkrankung.
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Hommage an Philippe Noiret:
"Das große Fressen"
Donnerstag, 12/07/2007 à 20:45
Montag, 23/07/2007 00:30:18
"Der Uhrmacher von St. Paul"
Donnerstag, 19/07/2007 à 20:45
Freitag, 20/07/2007 à 03:00
Montag, 30/07/2007 à 00:30
"Wenn das Fest beginnt..."
Donnerstag, 26/07/2007 à 20:45:00
Freitag, 27/07/2007 à 03:00:00
Montag, 30/07/2007 à 14:56:00
Montag, 06/08/2007 à 00:19
"Der Saustall"
Donnerstag, 02/08/2007 à 20:45
Montag, 13/08/2007 à 23:55
Mardi 21/08/2007 à 14:45
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