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Kino auf ARTE - 28/06/12

Der Tod kennt keine Wiederkehr

(The Long Goodbye)
Spielfilm, USA, 1973, ZDF, 108 Min.
Regie: Robert Altman, Drehbuch: Leigh Brackett, nach einem Roman von Raymond Chandler, Kamera: Vilmos Zsigmond, Musik: John Williams, Schnitt: Lou Lombardo, Produktion: E-K-Corporation, Lion's Gate Films, Produzent: Jerry Bick
Mit: Philip Marlowe (Elliott Gould), Nina Van Pallandt (Eileen Wade), Sterling Hayden (Roger Wade), Mark Rydell (Marty Augustine), Henry Gibson (Dr. Verringer)

Als Privatdetektiv Philip Marlowe seinem Freund Terry Lennox einen Gefallen leistet und ihn nach Tijuana fährt, wird sein Leben auf einmal zum Alptraum: Polizisten verhaften ihn und ein gewalttätiger Gangster verlangt von ihm eine gewaltige Summe Geld.



Privatdetektiv Philip Marlowe wird mitten in der Nacht von seinem alten Freund Terry Lennox aufgesucht, der ihn bittet, ihn nach Mexiko zu fahren. Doch kaum ist er zurück in Los Angeles, verhaften ihn Polizisten mit der Begründung, er habe einem Mörder bei der Flucht geholfen, da Lennox angeblich seine Frau umgebracht habe. Marlowe hält ihn für unschuldig und weigert sich zu reden. Er wird freigelassen, als die Nachricht eintrifft, Lennox hätte sich in Mexiko das Leben genommen und ein Geständnis hinterlassen, in dem er sich zu dem Mord seiner Frau bekennt. Kurz darauf wird er von einer Frau kontaktiert, die ihm den Auftrag gibt, ihren Mann zu suchen. Bemerkenswerterweise befindet sich das Haus der Frau ganz in der Nähe der Lennox-Residenz. Als dann noch der gewalttätige Gangster Marty Augustine 350.000 Dollar von ihm verlangt, wird Marlowe klar, dass er in eine Falle geraten ist.

In Robert Altmans "Der Tod kennt keine Wiederkehr" geht es weniger um die Aufklärung eines Verbrechens als um die Beziehungen zwischen einer reichen Palette an skurrilen Figuren. Freundschaft, Solidarität und Ehrlichkeit in einer materialistischen Welt, in dem sich die meisten eigentlich nur um das Eine kümmern: Geld. Privatdetektiv, Katzenliebhaber und Kettenraucher Philip Marlowe erscheint hier als der letzte Vertreter dieser archaischen Werte, die er mit Zynismus aber mit Loyalität verkörpert. Eliott Gould ("M*A*S*H", "Ocean's Eleven") spielt einen gelassenen, ironischen Antihelden, beinahe eine Karikatur des Marlowes aus den Chandler-Romanen, was auch zahlreiche Chandler-Fans abstieß und dem Film seiner Zeit wohl kaum zum Erfolg verhalf, aber eine ganze Menge "Coolness" durch seinen eigenwilligen Charakter beschaffte.
Tatsächlich war der Film ein Flop in den Kinos - er litt stark an einer ungeschickten Marketingkampagne und fand mit seinem schrägen, zynischen Ton damals wenig Publikum. Doch heutzutage gilt die satirische eigenartige Darbietung als eine der besten Chandler-Verfilmungen überhaupt und avancierte zum Kultfilm.

Der Tod kennt keine Wiederkehr
Donnerstag 26. Juli 2012 um 02.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(USA, 1973, 101mn)
ZDF

Erstellt: 28-06-12
Letzte Änderung: 28-06-12