Mit Jeff Daniels, Laura Linney, Jesse Eisenberg, Owen Kline
Synopsis: Brooklyn, 1986. Der einst gefeierte Schriftsteller Bernard Berkman (Jeff Daniels) und seine Frau Joan (Laura Linney) wollen sich scheiden lassen. Für ihre beiden Söhne, den 16-jährigen Walt und den 12-jährigen Frank bricht eine Welt zusammen. Nach und nach begibt sich jedes Familienmitglied auf die individuelle Suche nach dem persönlichen Glück.- Der Trailer zum Film
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Real VideoKritik: Auf den semibiographischen Erinnerungen des Drehbuchautors und Regisseurs Noah Baumbach beruht die Familiengeschichte Der Tintenfisch und der Wal. Baumbach selbst wuchs in den 80er Jahren in Brooklyn auf, sein Vater, der Romanautor Jonathan Baumbach und seine Mutter, Georgia Brown, eine Filmkritikerin, ließen sich scheiden. Baumbach ließ sich von den Ereignissen seiner Kindheit inspirieren. So gehört das Haus, in dem die Berkmans wohnen einem Jugendfreund des Regisseurs, und die Kleidung, die Bernard Berkman trägt, ist die von Baumbachs Vater. Der Tintenfisch und der Wal behauptet aber dennoch nicht, authentisch die Kindheitsgeschichte des Autors und Regisseurs zu erzählen. Der Regisseur dazu:„Was echt ist, ist die Emotion...für mich fühlt sich der Film wahrhaftig an.“
Baumbach gelingt es durch seine detailgetreue und liebevolle Ausstattung die 80er Jahre wieder aufleben zu lassen: der Vater trägt dunkelbraune, ramponierte Breitcordjacketts, fährt einen alten Peugeot 405 und die Familie besitzt eine große beige Couchgarnitur. Der Film hält gekonnt die Balance zwischen Drama und Komödie. Die komischen Momente entwickeln sich stets aus den Situationen, und wirken nie übertrieben. Das liegt auch an der sehr gut gewählten Besetzung der Hauptdarsteller, allen voran Jeff Daniels (Imaginary Heroes) und Laura Linney (Der Exorzismus von Emily Rose), die für ihre Rollen jeweils für einen Golden Globe nominiert wurden. Jeff Daniels verkörpert sehr überzeugend den entthronten Patriarch, der traurig, witzig und verletzlich zugleich sein kann.
Als sich die Eltern trennen, sollen die Söhne die Zeit zwischen Vater und Mutter gerecht aufteilen: 3 Tage hier, 3 Tage dort, und der siebte Tag der Woche gehört einmal dem Vater, und die Woche darauf der Mutter. Das ist ein völliges Durcheinander. Walt schlägt sich erst mal auf die Seite des Vaters, als dieser ihm erzählt, dass seine Mutter eine langjährige Affäre hatte. Doch als bei seinem Vater die attraktive Studentin Lili aus dessen Schreibseminar einzieht und Walt die beiden in flagranti erwischt, findet er das gar nicht komisch. Walt lernt seine erste Freundin kennen, findet Lili aber eigentlich viel interessanter. Frank betrinkt sich währenddessen und onaniert in der Schule auf Bücher.Noah Baumbach gelingt es, eine bisweilen dramatische Geschichte mit großer Leichtigkeit zu erzählen, ohne dabei je oberflächlich zu sein. Ein Familienfilm, der sich als Familienbesuch lohnt.
Nana A.T. Rebhan






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Bittersüße Familienkomödie
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