(Coup de torchon) Spielfilm, Frankreich 1981
122 Min.
Deutsche Synchronfassung
ARD/Arte France
Regisseur: Bertrand Tavernier; Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier; Kamera: Pierre-William Glenn; Musik: Philippe Sarde; Schnitt: Armand Psenny; Produktion: Films A2, Les Films de la Tour, Little Bear; Produzenten: Henri Lassa, Adolphe Viezzi
Mit: Philippe Noiret (Lucien Cordier), Isabelle Huppert (Rose), Jean-Pierre Marielle (Le Peron), Stéphane Audran (Huguette Cordier), Eddy Mitchell (Nono), Guy Marchand (Marcel Chavasson), Irène Skobline (Anne), Michel Beaune (Vanderbrouk), Victor Garrivier (Mercaillou) u.a.
Französisch-Westafrika im Jahre 1938. Der Kolonialpolizist Lucien Cordier soll in dem kleinen Ort Bourkassa Ourbangui für Ordnung sorgen. In den Augen der anderen Weißen im Ort ist er allerdings nur eine Witzfigur ohne Autorität. Nicht mal sein Dienstrevolver, den er ständig umgeschnallt trägt, macht irgendjemandem Eindruck. Sogar seine Frau Huguette nennt ihn verächtlich einen Schwächling und betrügt ihn mit Nono, der sich bei ihr eingenistet hat. Eines Tages glaubt Cordier, sich bei einem Vorgesetzten Rat holen zu müssen. Dieser Rat fällt recht drastisch aus, und ebenso drastisch verfolgt ihn Cordier. Zwei Bordellbesitzer, die ihn lange lächerlich gemacht haben, müssen sich jetzt vor ihm erniedrigen. Dann erschießt er sie und wirft ihre Leichen in den Fluss. Mercaillou, dessen Frau Rose von Cordier im Bett getröstet wird, ist sein nächstes Opfer. Und die Liste derer, die noch dran glauben sollen, ist damit keineswegs am Ende…
Zusatzinfo
"Der Saustall" ist eine rabenschwarze Komödie, eine hintergründige Satire auf eine heillose Welt, die nicht als Plädoyer an die Selbstjustiz missverstanden werden darf. Es ist vielmehr die vehemente Attacke einer Gesellschaft, in der ein Mensch, der alle Missstände um sich herum beseitigen will, selbst zum Mörder wird. Nicht von ungefähr hat Regisseur Bertrand Tavernier den „Saustall“, den der Dorfpolizist auf mörderische Weise ausmisten will, im kolonialen Afrika ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Die Romanvorlage des amerikanischen Kriminalschriftstellers Jim Thompson spielt im US-amerikanischen Süden um 1910. Bertrand Tavernier selbst nennt die zynisch-witzige Passionsgeschichte über die Unzulänglichkeit menschlicher Verhältnisse eine „metaphysische Komödie“. Der Film ist 1983 für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.
Seine bestürzende Intensität verdankt „Der Saustall“ nicht zuletzt hervorragenden darstellerischen Leistungen. So spielt Philippe Noiret den zwischen vernünftigem Wahnsinn und verrückter Normalität agierenden Polizisten mit scheinbar argloser Selbstverständlichkeit und hält die Rolle damit in einem unheimlichen Schwebezustand. Philippe Noiret, der in über 150 Kino- und Fernsehfilmen zu sehen ist, steht im Laufe seiner langen, erfolgreichen Karriere mehrmals für Bertrand Tavernier vor der Kamera. Nach ihrem ersten gemeinsamen Film "Der Uhrmacher von St. Paul" (1974) setzt sich die Zusammenarbeit mit "Wenn das Fest beginnt…" (1975), "Der Richter und der Mörder" (1976), "Ferien für eine Woche" (1981), "Der Saustall" (1981), "Das Leben und nichts anderes" (1988) und „D’Artagnans Tochter“ (1994) fort. Philippe Noiret, der zu den beliebtesten Schauspielern Frankreichs gehört, stirbt am 23. November 2006 in Paris an den Folgen einer Krebserkrankung.
Nach einem Jurastudium und der Arbeit als Kritiker für renommierte französische Filmzeitschriften verwirklicht Bertrand Tavernier in den 60er Jahren seinen ersten Spielfilm. „Der Saustall“ ist nicht sein einziger Film mit afrikanischem Hintergrund: Zehn Jahre später arbeitet er für seinen schonungslosen Dokumentarfilm „Der Krieg ohne Namen“ (1991) in Nordafrika. Tavernier gilt international als einer der produktivsten und künstlerisch eigenständigsten Filmemacher der Folgegeneration der Nouvelle Vague. Sein Film "Der Lockvogel" wird 1995 bei den Filmfestspielen in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.
Isabelle Huppert, die in „Der Saustall“ als dümmliche Dorfschlampe zu sehen ist, beginnt ihre Karriere zunächst am Theater. Zu ihren ersten Filmerfolgen zählen „Die Ausgebufften“ (1974), „Der Richter und der Mörder“ (1976) und vor allem „Die Spitzenklöpplerin“ (1977), mit dem sie international bekannt wird. Isabelle Huppert gewinnt im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Preise, darunter 1996 den César als beste Darstellerin für ihre Rolle der Jeanne in Claude Chabrols „Biester“ (1995). In Cannes wird sie 1978 für „Violette Nozière“ ausgezeichnet und 2001 für „Die Klavierspielerin“. Der Silberne Bär der Filmfestspiele in Berlin und der Europäische Filmpreis 2002 gehen beide an das gesamte Schauspielerinnenensemble aus „8 Frauen“ von François Ozon, in dem Isabelle Huppert eine der tragenden Rollen spielt.
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Hommage an Philippe Noiret:
"Das große Fressen"
Donnerstag, 12/07/2007 à 20:45
Montag, 23/07/2007 00:30:18
"Der Uhrmacher von St. Paul"
Donnerstag, 19/07/2007 à 20:45
Freitag, 20/07/2007 à 03:00
Montag, 30/07/2007 à 00:30
"Wenn das Fest beginnt..."
Donnerstag, 26/07/2007 à 20:45:00
Freitag, 27/07/2007 à 03:00:00
Montag, 30/07/2007 à 14:56:00
Montag, 06/08/2007 à 00:19
"Der Saustall"
Donnerstag, 02/08/2007 à 20:45
Montag, 13/08/2007 à 23:55
Mardi 21/08/2007 à 14:45
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