Synopsis: Major Marco Bennett (Denzel Washington) leidet unter dem Golfkriegssyndrom: er hat schlimmste Albträume. Vor 13 Jahren ist seine Einheit bei einer Patrouille in Kuwait in den Hinterhalt geraten. Jetzt drängt sich ihm der Verdacht auf, dass seine Erinnerungen manipuliert sind, und er im Krieg einer Gehirnwäsche unterzogen wurde. Er versucht Kontakt zu Raymond Shaw (Liev Schreiber) aufzunehmen, der für die Rettung der Truppe Bennetts die höchste Tapferkeitsmedaille verliehen bekam. Shaw kandidiert für den Posten als Vize-Präsident der USA. Bennett will ihn warnen, denn er hält es für möglich, dass auch Shaw einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, und dass er ein „Schläfer“ ist...
Der Trailer zum Film (Streaming Real Video)
Kritik: Regisseur Jonathan Demme schuf einst mit Das Schweigen der Lämmer einen Klassiker des Thrillergenres. Mittlerweile ist er dazu übergegangen, Remakes von Klassikern der 60er Jahre zu drehen. The truth about Charlie war sein erster, nicht besonders gelungener Versuch, ein Remake des damals extrem erfolgreichen Charade zu drehen. Nun nimmt er sich John Frankenheimers The manchurian Candidat aus dem Jahre 1962 vor. Der wegweisende Film diente als Blaupause für einige Thriller, die um das Thema Paranoia kreisen. Frank Sinatra verkörperte bravourös Major Bennett, den Part Denzel Washingtons. Bennett findet heraus, dass er während seines Einsatzes im Koreakrieg von Kommunisten einer Gehirnwäsche in der Mandschurei unterzogen wurde. Sgt. Raymond Shaw, damals von Laurence Harvey, heute von Liev Schreiber verkörpert, kandidiert für das Amt des Vize-Präsidenten, und Bennett befürchtet, dass er - von Kommunisten ferngesteuert - größtes Unheil anrichten könnte.Die Besetzung des Films mit den beiden Oscarpreisträgern Denzel Washington und Meryl Streep ist Demme hervorragend gelungen. Washington ist kein Held im üblichen Sinne: Er leidet stark unter dem Golfkriegssyndrom, und steht permanent unter starken Medikamenten. Den Kampf dieses gebeutelten Majors spielt Washington mit verbissener Überzeugung. Meryl Streep gibt die machtbesessene Senatorin Eleanor Shaw, die dominante Mutter Raymonds, der man dennoch ihre mütterlichen Gefühle glaubt. Liev Schreiber (Scream) überzeugt durch eine Darstellung zwischen übersteigertem Selbstbewusstsein, gehorsamen Muttersöhnchen und Verunsicherung durch seine eigene Paranoia.
Die Zeit des Kalten Krieges ist vorbei und so hat das neue Autorenduo Daniel Pyne und Dean Georganis erfolgreich getüftelt, um den Paranoia-Klassiker von einst zu aktualisieren. Aus dem Koreakrieg wurde der Golfkrieg, und der Präsidentschaftskandidat wird nun zur Marionette des „Big Businness“. „Manchurian Global“ hat seine Finger im manipulierten Spiel der Macht und versucht – vielleicht auch in Analogie zur Firma Halliburton – seinen Einfluß ins Weisse Haus spielen zu lassen. Nachrichten über den Krieg gegen den Terrorismus, die Diskussion um Nationale Sicherheit und populistische Wahlkampfslogans der unterschiedlichen Kandidaten sorgen für ein authentisches Gefühl, das sehr dicht am aktuellen Wahlkampf der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten ist.
Das einzige Problem dabei ist, dass die Gefahren, die der Thriller beschwört, und die über der Geschichte wie ein Damoklesschwert hängen, längst Realität geworden sind, und uns deshalb nicht mehr schockieren können. Clever ist es von Jonathan Demme, nie zu sagen, welcher Partei Raymond Shaw angehört. Dadurch entzieht er sich der Kritik wie sie Michael Moores Fahrenheit 9/11 von konservativer Seite widerfahren ist. Jonathan Demme reüssiert mit seinem Remake. Ihm ist ein guter Thriller mit aktuellem Bezug und hervorragender Besetzung gelungen, an das Original von John Frankenheimer reicht er jedoch nicht heran.
Nana A.T. Rebhan
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Der Manchurian Kandidat
USA 2004, 130 Min.
Regie: Jonathan Demme
Mit Denzel Washington, Meryl Streep, Liev Schreiber, Jon Voight, Bruno Ganz
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