

Westliche Spionage-Technologie für die Diktatoren
Die Hacker kämpfen damit nicht nur gegen autoritäre Regime, sie hacken sich auch in die Programme westlicher Technologie-Firmen. Denn sie liefern die modernen Filtertechnologien, mit denen Baschar al-Assad das syrische Internet überwacht. Laut Medienberichten wird dabei ein amerikanisches Überwachungssystem genutzt. Diese Verlogenheit und Doppelzüngigkeit des Westens mag vielen bitter aufstoßen. Diktatoren und westliche Technologieunternehmen hätten eine "heimliche Liebesaffäre", hieß es dazu auf dem gerade tagenden Kongresses des Chaos Computer Clubs in Berlin. Denn während die US-Firmen mit ihrer Spionage-Technik für das autoritäre Regime reichlich Geld verdienen, fordert die US-Regierung den Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und fordert ihn auf, die brutale Gewalt gegen die Opposition endlich zu beenden.
Die Reportage von Géraldine Schwarz und Alexandre Ifi
Géraldine Schwarz und Alexandre Ifi haben einen Hacker von Telecomix in Berlin während des Jahreskongresses des Chaos Computer Club getroffen. Bevor sich Stephan Urbach der internationalen Hackergruppe angeschlossen hat, war der 31-jährige Berliner Angstellter einer Telekommunikationsfirma.
Stephan Urbach, Telecomix: "In Syrien ist es anders als in Ägypten. In Syrien war das Netz nicht ausgeschaltet, aber sehr stark überwacht, da waren technische Maßnahmen notwendig gewesen, und auch die Geschichten die wir von den Syrern hören sind viel sensibler und krasser als die der Ägypter. In Ägypten sind nicht so viele in den Kellern der Geheimdienste verschwunden wie es jetzt in Syrien der Fall ist."
Stephan Urbach: "Es ist nicht so leicht den Kontakt zu den Leuten zu bekommen, denn die Internetpenetration beschränkt sich auf die Grossstädte und dringt nicht in die Dörfer vor. In Syrien herrscht grosse Angst vor dem Assad Regime und vor den Überwachungsmethoden, die dort benutzt werden. Wir haben es recht schwer Vertrauen aufzubauen und zu erklären, dass wir bei Telecomix nicht die Bösen sind und dass unsere Methoden, die wir anbieten ziemlich sicher sind. Natürlich gibt es keine einhundertprozentige Sicherheit, die gibt es nie. Aber wir versuchen, es den Behörden so schwierig wie möglich zu machen."
Géraldine Schwarz: Kennen Sie die Aktivisten?
Stephan Urbach: "Ich kenne von einigen Aktivisten das Profil. Ich kenne von keinem einzigen den richtigen Namen. Es ist auch gut so, weil ich es auch gar nicht wissen will. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns besuchen, wenn das ganze vorbei ist."
Stephan Urbach: "Wir sind schon bedroht worden. Nein, ich habe keine Angst, ich lasse mir keine Angst machen, ich lebe in einem sehr freien Staat, der auf seine Bürger aufpasst, damit von ausländischen Mächten oder Kräften keine Gefahr ausgeht. Ich bin gut vernetzt, wenn ich verschwinden würde, würde das auffallen. Das wäre zwar nicht gut aber ich habe keine Angst."







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