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China

In dieser Rubrik können Sie die Zusammenfassungen und Kommentare der, von ARTE gesendeten Filme, wieder finden.

China

01/02/03

Der Kaiser und sein Attentäter

(Jing Ke Ci Quin Wang)
Donnerstag. 22 Januar 2004 um 20:45 Uhr


Spielfilm, Taiwan / Japan / Frankreich 1999, Deutsche Synchronfassung, ARTE F / ARD Regie: Chen Kaige; Buch: Wang Peigong, Chen Kaige; Kamera: Zhao Fei; Schnitt: Zhao Xinxia; Musik: Zhao Jiping; Produzent: Chen Kaige, Shirley Kao, Satoru Iseki Mit: Gong Li - (Konkubine Zhao), Zhang Fengyi - (Jing Ke, der Attentäter), Li Xuejian - (Ying Zheng, König von Qin), Sun Zhou - (Dan, Prinz von Yan), Lu Xiaohe - (General Fan Yuqi), Wang Zhiwen - (Marquis Changxin), Chen Kaige - (Lu Buwei), Gu Jongfei - (Mutter der Königin), Ding Haifeng - (Qin Wuyang), Zhao Benshan - (Gao Jianli), Pan Changjiang - (Gefängnisbeamter), Zhou Xun - (Blindes Mädchen)

Im dritten Jahrhundert vor Christus überzieht Ying Zheng, der Begründer der Qin-Dynastie, die umliegenden Königreiche mit blutigen Kriegen, um seine Vision eines geeinten chinesischen Kaiserreichs unter seiner Führung zu erfüllen. Seine Konkubine Zhao engagiert einen Attentäter, um der Schreckensherrschaft ein Ende zu machen. Beitrag zum Programmschwerpunkt "China".

230 vor Christus. Das spätere China ist in sieben Königreiche gespalten, die um die Alleinherrschaft kämpfen. Unbestrittener Favorit ist Ying Zheng, Herrscher des mächtigen Königreichs Qin. Er setzt alles daran, das Versprechen einzulösen, das er seinem Vater am Sterbebett gab: die Völker zu vereinen und in Frieden miteinander leben zu lassen. In der schönen Konkubine Zhao hat er dabei zunächst eine Verbündete. Sie steht an seiner Seite, seit er einst als Kind in ihrem Heimatland Zhao als Geisel festgehalten worden war. Um aber ihr eigenes Königreich Zhao vor den Plänen Ying Zhengs zu schützen, schmiedet sie ein verhängnisvolles Komplott und tut sich mit einem feindlichen König zusammen. Ihr einstiger Geliebter lässt sich jedoch nicht daran hindern, Zhao zu überfallen und wütet schrecklich dort. Als die Konkubine dem berüchtigten käuflichen Killer Jing Ke begegnet, will sie ihn überreden, ein Attentat auf König Qin zu verüben. Doch Jing Ke, inzwischen von Schuldgefühlen gequält und ein gebrochener Mann, lehnt ab. Als er aber der schrecklichen Kriegverbrechen gewahr wird, kommt er zu der Überzeugung, durch das Attentat auf den König seine eigenen Verbrechen sühnen zu können. Er macht sich auf den Weg zum Regierungssitz. Inzwischen hat Zhao, die Konkubine, tiefe Gefühle für ihn entwickelt und fleht ihn an, den Mordanschlag zu unterlassen.

Dem chinesischen Meisterregisseur Chen Kaige gelingt mit "Der Kaiser und sein Attentäter" ein detailfreudiges Zeitbild und ein packendes, bildgewaltiges Action-Epos zugleich. Die Geschichte des ersten Kaisers eines frisch vereinigten China war eine der teuersten und aufwändigsten Filmproduktionen Asiens. Kaige beabsichtigte "eine Charakterisierung, keine historische Rekonstruktion. Eher interpretativ statt gewissenhaft." In Cannes wurde der Film mit dem "Großen Preis der Technik" ausgezeichnet. "(Ein) monumentaler Historienfilm, der durch handwerkliche Brillanz und eine opulente Inszenierung besticht, wobei sich sowohl die formale Gestaltung als auch die Entwicklung der Charaktere mühelos mit vergleichbaren Hollywood-Produktionen messen lassen kann." (film-dienst)

Der Film glänzt zudem durch seine hervorragenden Darsteller. Gong Li, heute ein internationaler Star, wurde durch die Filme ihres späteren Lebensgefährten Zhang Yimou bekannt ("Rotes Kornfeld" 1987; "Rote Laterne", 1991; "Die Geschichte der Qiu Ju" 1992). Schon in "Lebewohl, meine Konkubine" (1993) arbeitete sie mit Chen Kaige zusammen. Mit diesem Film errang der 1952 in Peking geborene Regisseur internationale Bekanntheit und wurde dafür 1993 mit der Goldenen Palme in Cannes und dem British Academy Award ausgezeichnet. Bereits sein Erstlingsfilm "Gelbe Erde" (1984) erhielt beim Internationalen Filmfestival Locarno den Silbernen Leoparden. Seine bisher letzten Arbeiten sind ein Beitrag zu dem Episodenfilm "Ten Minutes Older: The Trumpet" (2002) und der Spielfilm "Xiaos Weg" (2003).

Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 01-02-03