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Kino auf ARTE - 05/10/11

Delta

Spielfilm, Ungarn/Deutschland 2008, ZDF
Regie: Kornél Mundruczó; Buch: Yvette Bíró, Kornél Mundruczó; Kostüme: János Breckl; Kamera: Mátyás Erdély; Schnitt: Dávid Janscó; Ausstattung: Márton Ágh; Ton: Gábor Balász, Tamás Zányi; Musik: Félix Lajkó; Produzent: Viktória Petrányi, Susanne Marian, Philippe Bober; Produktion: Proton Cinema, Essential Filmproduktion, ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ARTE; Redaktion: Lucas Schmidt, Doris Hepp
Mit: Félix Lajkó - (der junge Mann), Orsi Tóth - (die junge Frau), Lilli Monori - (die Mutter), Sándor Gáspár - (der Mann)

Ein junger Mann kehrt ins Dorf seiner Kindheit zurück und lernt in der Landschaft des Deltas, einer labyrinthischen Wasser- und Inselwelt, seine Schwester kennen. Sie verlässt das Dorf, um allein mit ihm in der Einsamkeit zu leben. Diese Entscheidung müssen die beiden teuer bezahlen.



Ein junger Mann kehrt zurück in die wilde, abgeschiedene Landschaft des Deltas. In einem Labyrinth aus Wasserwegen, kleinen Inseln und üppiger Vegetation leben die Dorfbewohner abgeschnitten vom Rest der Welt. Der junge Mann, der seit sehr langer Zeit nicht mehr dort war, wird seiner Schwester vorgestellt, von deren Existenz er nichts wusste.
Die junge Frau ist zart und schüchtern, aber sehr bestimmt in ihrer Entscheidung, das Dorf zusammen mit ihm zu verlassen. Sie richten sich in einer verfallenen Hütte am Fluss ein und beginnen gemeinsam, ein Haus mitten im Wasser zu bauen, weit weg von allen anderen. Doch ihr Zusammenleben sorgt für viele Gerüchte im Dorf. Die Einheimischen lehnen die "unnatürliche" Beziehung der beiden Außenseiter ab, und während eines Fests im Haus auf dem Wasser spitzt sich die Situation zu.

"Delta" hatte seine Premiere 2008 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes und wurde dort mit dem Fipresci-Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Beim Europäischen Filmpreis 2008 wurde Szenenbildner Márton Ágh für das Produktionsdesign des Films für den Prix d'Excellence nominiert, und bei der Ungarischen Filmwoche wurde "Delta" 2008 gleich mit drei Preisen ausgezeichnet: mit dem Großen Preis als bester Spielfilm, dem Preis für die beste Musik (Félix Lajkó) und dem Preis der Filmkritik "Gene Moskowitz".
Regisseur Kornél Mundruczó wurde 1975 in Ungarn geboren. Sein Kurzfilm "AFTA", den er nach seinem Studium am Ungarischen Filminstitut drehte, gewann zahlreiche internationale Preise. "Pleasant Days", sein erster Spielfilm, wurde beim Filmfestival Locarno 2002 mit einem Silbernen Leoparden ausgezeichnet, und die Filmoper "Johanna", eine Bearbeitung des Jeanne d'Arc-Stoffes, lief 2005 in Cannes in der Sektion "Un Certain Regard".
Zu "Delta" sagt Mundruczó: "Mir ging es nicht darum, sexuell abweichendes Verhalten zu thematisieren, sondern darum, zu begreifen, welche Art von Freiheit es jemandem ermöglicht, Normen zu überwinden. Das Herz der Geschichte ist nicht der Inzest, sondern der Mut, den man haben muss, um eine natürliche Anziehungskraft zu akzeptieren, selbst wenn das mit den Konventionen bricht. Es ist unerträglich, dass es Menschen gibt, die denken, sie hätten das Recht, diejenigen zu verfolgen, die nicht der Norm entsprechen."

Delta
Dienstag 25. Oktober 2011 um 02.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Ungarn, Deutschland, 2008, 88mn)
ZDF

Erstellt: 05-10-11
Letzte Änderung: 05-10-11