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ARTE Journal - 1. September 2010 - 28/09/10

"Babel Caucase" – Zeitreise durch den Kaukasus

Die Karawane 2010: Auf der Suche nach Mythen und Realitäten


Der Kaukasus – nichts als ein Ort der Schrecken? Tschetschenien, Aserbeidschan, Berg-Karabach, Nord- und Südossetien, der Georgien-Krieg. Enklaven, Exklaven, Territorialansprüche, Dutzende von Regionalsprachen, Völker, Stämme, die Geschichte als gewalttätiger Durchmarsch. Dieses Babel ist das Ziel der Karawane „Babel Caucase“, einer Künstlergruppe, die nach Kontakt zu den Menschen des Kaukasus sucht, nach ihrer Musik, ihren Tänzen, ihrer Kultur, ihrer Lebensfreude. Und bei der Reise 2010 nach den Mythen des Kaukasus, nach Jason, Prometheus und Spuren der mit Europa gemeinsamen Kulturgeschichte.

Das Projekt "Babel Caucase"
Vor drei Jahren brach Babel Caucase zum ersten Mal von Paris aus in Richtung Kaukasus auf. Ziel der Künstler und Dokumentarfilmer war das kriegsverwüstete Tschetschenien. Aber auch die anderen Völker des Kaukasus galt es kennenzulernen. Denn es gibt nicht nur die furchtbare Realität, es gibt auch ihr Lachen, ihre Energie, ihre Gastfreundschaft, ihren Durst nach Freiheit und ihre überaus reiche Kultur. In Frankreich hatte man bereits Kontakte geknüpft: bei Lesungen und Kulturereignissen.

Die Karawane, das sind Schauspieler, Musiker, Köche, Maler und Zeichner, Jongleure und andere Zirkuskünstler. In Grosny wollten sie die Tänzer von „Daymokh“ wieder sehen, die zuvor auf Einladung des „Cirque du soleil“ in Frankreich aufgetreten waren. Außerdem Rayana Sadoulaeva, Gründerin einer Organisation für Kinder, die von Bomben und Minen verletzt wurden. Aber die russischen Behörden ließen die Karawane nicht einreisen.

Die zweite Karawane
2010 bricht die zweite Karawane auf, um mit der Dokumentarfilmerin Mylène Sauloy die Kaukasier aufzuspüren. Mit dabei: ein Klavier und ein Kino auf Rädern. Sie sollen den Flüchtlingen Freude und Kultur bringen. Der erste Halt von "Babel Caucase" ist Griechenland. In der Hafenstadt Igoumenitsa warten viele Flüchtlinge auf eine günstige Gelegenheit, weiter in den Westen zu gelangen. Dann geht es weiter ans Schwarze Meer, nach Batumi. Die einstige griechische Kolonie ist heute ein Erdölhafen. Danach stoppt die Karawane wieder bei Flüchtlingen – in Ossetien und im Pankissi-Tal.

Das Mythen-Projekt
2010 sucht die Karawane noch etwas anderes: den kulturellen Reichtum des Kaukasus und seine wechselvolle Geschichte. Griechen, Römer, Perser, Mongolen, Türken und Russen haben dort geherrscht und ihre Spuren hinterlassen.

Für Europa ist der Kaukasus ein Hort vieler Mythen. Jason und die Argonauten, Gog und Magog, Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl, die Arche Noa und die Sintflut, die kriegerischen Amazonen – all das hat der Kaukasus zur europäischen Kulturgeschichte beigesteuert. Wir begleiten Mylène Sauloy und Babel Caucase auf ihrer zweiten Reise zu den Nachbarn im Kaukasus.

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Erstellt: 31-08-10
Letzte Änderung: 28-09-10