- Film und Psychoanalyse
Am 6. Mai dieses Jahres wäre Sigmund Freud 150 Jahre alt geworden. ARTE feiert den Erfinder der Psychoanalyse mit einem Freud-Wochenende. Zum Auftakt dokumentiert der heutige Themenabend die Beziehungen, Entsprechungen und Überschneidungen zwischen Film und Psychoanalyse, denn beide legen das Unbewusste bloß, beide decken Wünsche und Schuldgefühle auf und beide wurden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert begründet.
Neben der Dokumentation Kinoträume - Seelenräume ist der Spielfilm Freud von John Huston zu sehen, der einen Ausschnitt aus dem Leben Sigmund Freuds erzählt, der hart um die Anerkennung seiner Arbeit kämpfen musste. Zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud zeigt ARTE außerdem einen weiteren Themenabend mit dem Spielfilm Plötzlich letzten Sommer - am Sonntag, den 30. April ab 20.40 Uhr.
"Der Film ist das beste Mittel, um die Welt der Träume, Gefühle und Triebe auszudrücken. Es ist, als wäre er zum Ausdruck des Unbewussten erfunden worden, dessen Wurzeln tief in die Poesie hineinreichen", so der spanische Meisterregisseur Luis Buñuel. Und der französische Psychiater und Psychoanalytiker Félix Guattari ergänzt: "Das Kino ist die Psychoanalyse des Jahrhunderts." Film und Psychoanalyse entstanden zeitgleich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ihre legendären Anfänge leben von denselben Fantasiewelten. So lag es nahe, dass Film und Psychoanalyse sich aufs engste miteinander verbanden. Sie sprechen eine erstaunlich ähnliche Sprache, durchmessen dieselben Räume und vertiefen dieselben Fragen - die Psychoanalyse mit dem Wort und der Begriffsbildung, der Film mit dem Bild und der Inszenierung. Der Themenabend beginnt mit einer faszinierenden Dokumentation über die bedeutende Rolle von Film und Psychoanalyse für die Menschheit. Anschließend ist John Hustons Spielfilm Freud zu sehen. Der Film über den Begründer der Psychoanalyse entstand nach einem Manuskript des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre.
22.20 Uhr
Kinoträume - SeelenräumeEine Dokumentation von Élisabeth Kapnist
23.15
FreudEin Spielfilm von John Huston
Sonntag 30. April ab 20.40 Uhr
- Sigmund Freud, Entdecker des Unbewussten
Vor 150 Jahren, am 6. Mai 1856, wurde Sigmund Freud in einer mährischen Kleinstadt geboren. Der Themenabend zeichnet ein Porträt des Vaters der Psychoanalyse und Entdeckers des Unbewussten. Gezeigt werden die verschiedenen Lebensstationen Freuds, sein Wirken in Wien, Paris und London und seine zahlreichen Reisen in den Mittelmeerraum auf der Suche nach den Anfängen unserer Kultur. Den Auftakt des Themenabends bildet der Spielfilm "Plötzlich im letzten Sommer" von Joseph L. Mankiewicz, der zeigt, wie mittels Psychotherapie eine verschüttete Wahrheit ans Licht kommt.
Als der Wiener Gelehrte Sigmund Freud Ende des 19. Jahrhunderts erstmals von den unbewussten Kräften des Menschen sprach, revolutionierte er das herrschende Menschenbild. Mit der von ihm begründeten Methode der Psychoanalyse gelang es ihm, in das Innere der menschlichen Persönlichkeit vorzudringen und die Struktur seelischer Zusammenhänge zu erfassen. Am 6. Mai 2006 wäre Sigmund Freud 150 Jahre alt geworden - Anlass für ARTE, dem Genie, das nie einen Nobelpreis erhielt, einen Themenabend zu widmen. Der Spielfilm "Plötzlich im letzten Sommer" thematisiert den Kampf zwischen der klassischen Psychiatrie, die bei der Behandlung von Seelenleiden auf Medikamente und Operationen setzte, und der Psychoanalyse, die mittels Gespräch und Deutung dem Leiden des Patienten auf die Spur kommt. Im Anschluss an den Filmklassiker von Joseph L. Mankiewicz begibt sich ARTE mit Freud auf Reisen. Für Freud stand fest, dass Reisen das Unbewusste in Bewegung setzt und neue, das "Selbst" provozierende Situationen schafft. Seine Ziele waren vor allem der Mittelmeerraum: Neapel, Pompeji, Palermo, die Akropolis, vor allem aber Rom, das er sieben Mal besuchte. Die den Themenabend beschließende Dokumentation zeichnet, ausgehend von Freuds Wohnung in der Berggasse 19, Lebensstationen und Werk des Wiener Professors nach. Dabei setzt sie die Erkenntnisse Freuds in Zusammenhang mit der jüngeren Forschung und stellt die Frage, was heute an Freuds Lehren noch aktuell ist.
20.40 Uhr
Plötzlich im letzten SommerEin Spielfilm von Joseph Mankiewicz
22.35 Uhr
Die Reiselust des Dr. Freud - Ein Psychoanalytiker in ItalienEine Dokumentation von Henning Burk
23.30 Uhr
Sigmund Freud - Wege und ErkenntnisseEine Dokumentation von Otto Brusatti






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