Vom Ziel der Chancengleichheit ist das türkische Schulsystem weit entfernt. Wer es sich leisten kann, schickt sein Kind auf eine Privatschule. Damit steigen die Chancen der Schüler, später einmal einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Die Auslese ist hart in der Türkei, nur wenige bestehen die strengen Aufnahmetests für die Universität.Das Lise in der Stadt Izmit, rund 100 Kilometer von Istanbul entfernt, ist ein ganz normales türkisches Lise - so werden die staatlichen Gesamtschulen genannt. Drei Jahre, von der neunten bis zur elften Klasse, dauert die Lise-Ausbildung. Die 15jährige Schülerin Asli Sar besucht den gymnasialen Zug, das sogenannte Süperlise, das vor wenigen Jahren gegründet wurde, um die Chancen von begabten Kindern, deren Eltern sich keine Privatschule leisten können, zu verbessern. Vor allem die türkischen Mädchen sind besonders motiviert zu studieren, weil ihre Mütter diese Chance nie hatten. Aslis Mutter ist nicht einmal in die Schule gegangen.
Der Film zeigt den Schulalltag im Izmit Lise. Er geht der Frage nach, wie die Schüler dem Leistungsdruck gerecht werden und gleichzeitig in dem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne aufwachsen.
Dokumentation von Eberhard Rühles
ARTE/ZDF, Türkei / Deutschland, 2003






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