Schriftgröße: + -
Home > Film > Kino auf ARTE > Kino auf Arte > Das Festmahl im August

Kino auf ARTE - 21/11/11

Das Festmahl im August

(Pranzo di Ferragosto)
Spielfilm, Italien 2008, ARTE F
Regie: Gianni Di Gregorio; Buch: Gianni Di Gregorio; Kamera: Gian Enrico Bianchi; Schnitt: Marco Spoletini; Musik: Ratchev & Carratello; Produzent: Matteo Garrone; Produktion: Archimede, Rai Cinema
Mit: Gianni Di Gregorio - (Gianni), Valeria De Franciscis - (Giannis Mutter), Marina Cacciotti - (Luigis Mutter), Maria Calì - (Tante Maria), Grazia Cesarini Sforza - (Grazia), Alfonso Santagata - (Alfonso)

Gianni ist mittleren Alters, arbeitslos und den ganzen Tag bemüht, sich um seine betagte Mutter zu kümmern. Um seine Schulden gegenüber der Hausverwaltung zu reduzieren, erklärt er sich bereit, über das lange Wochenende des "Ferragosto" (der 15. August) auf die Mutter seines Verwalters aufzupassen. Aber als ein Gefallen auf den Nächsten folgt, hat es Gianni auf einmal mit vier resoluten älteren Damen zu tun, die er ein ganzes Wochenende bei Laune halten muss ...



Eigentlich schiebt Gianni eine ruhige Kugel. Zwar ist er arbeitslos, doch Geldprobleme kratzen ihn wenig. Er kümmert sich stattdessen rührend um seine schon etwas ältere Frau Mutter. Er kauft für sie ein, kocht und übernimmt sämtliche im Haushalt anfallenden Arbeiten.
Dennoch: Die Schulden an die Hauseigentümergemeinschaft wachsen ihm langsam über den Kopf. Da macht ihm sein Hausverwalter ein Angebot. Er erlässt Gianni einen Teil der Kosten, wenn dieser dafür über das Wochenende des "Ferragosto" die Betreuung seiner Mutter übernimmt. Gianni willigt nach einiger Überredung ein, doch als es schließlich soweit ist, liefert der Verwalter nebst Mama auch gleich noch seine Tante Maria ab. Als dann auch noch Giannis alter Freund und Hausarzt Alfonso ihn darum bittet, seine Mutter Grazia aufzunehmen, ist es mit Giannis ruhigem Leben endgültig vorbei. Die vier Damen benehmen sich wie die Diven, streiten untereinander und büchsen abends schon mal aus. Doch im Laufe des langen Wochenendes wachsen die vier unterschiedlichen Frauen immer enger zusammen, und letztlich stellt sich doch so etwas Ähnliches wie eine Idylle ein.

Drehbuch nach einer Idee von Gianni Di Gregorio und Simone Riccardini
Im Jahr 2000 wurde dem verschuldeten, seine Mutter hütenden Filmemacher Gianni Di Gregorio von seinem Hausverwalter genau das Angebot unterbreitet, welches später zur Grundidee von "Das Festmahl im August" wurde. Der Regisseur hatte zu diesem Zeitpunkt respektvoll abgelehnt, doch malte er sich in den folgenden Jahren immer wieder aus, was wohl passiert wäre, wenn er "ja" gesagt hätte.
Mit "Das Festmahl im August" erzählt Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Di Gregorio eine amüsant-herzliche Geschichte über die kleinen Eigenheiten des Alters, ganz ohne sich dabei über seine betagten Figuren lustig zu machen. Stattdessen basiert der Humor des Films auf scharfer Beobachtung zwischenmenschlicher Beziehungen und der kleinen Dinge, die das Leben manchmal herrlich absurd erscheinen lassen. Aus diesem Grund hat Di Gregorio auch auf professionelle Schauspieler verzichtet, sondern Laien engagiert, welche durch ihre starken Persönlichkeiten und ihr natürliches Auftreten dem Film seine Frische verleihen.
"Das Festmahl im August" wurde unter anderem bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Preis für den besten Erstlingsfilm ausgezeichnet.

Das Festmahl im August
Dienstag 13. Dezember 2011 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Italien, 2008, 72mn)
ARTE F

Erstellt: 21-11-11
Letzte Änderung: 21-11-11