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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 19. August 2004 - 21/06/06

Dänische Delikatessen

Liebe geht durch den Magen


Ein Film von  Anders Thomas Jensen
 
Synopsis: „Schweiß-Svend“ – der so heißt weil er permanent transpiriert - (Mads Mikkelsen aus WILBUR WANTS TO KILL HIMSELF) und sein Kollege Bjarne (Nikolaj Lie Kaas) eröffnen eine eigene Metzgerei. Aus Versehen wird ein Elektriker in ihrem Kühlraum eingefroren. Am nächsten Morgen wird dessen Oberschenkel – aus Mangel an anderem Fleisch – mariniert und verkauft. Dessen leckeren Filets finden reißenden Absatz, und „Schweiß“-Svend und Bjarne haben nun Frischfleischprobleme ... doch da gibt es ja noch jede Menge unliebsamer Zeitgenossen...
 
Kritik: Bisweilen erinnert „DÄNISCHE DELIKATESSEN an den fast gleichnamigen DELICATESSEN (1990) der beiden Werbefilmregisseure Marc Caro und Jean-Pierre Jeunet. Doch der dänische Leckerbissen reicht bei weitem nicht an die ausgefeilte Exzentrik und Poesie des französischen Films heran. Die Schauspieler Mikkelsen und Lie Kaas geben zwar ein liebenswertes Duo ab, doch ihre – vom Drehbuchautor und Regisseur aufgetischte - Kost ist manchmal allzu schwer verdaulich.
 
Das liegt nicht etwa am schwarzen Humor von Anders Thomas Jensen, sondern eher an seinem Hang, manchmal zu platt zu werden. Denn dann sind seine Figuren nicht mehr schräg, sondern schießen über ihr Ziel hinaus, wirken zu gewollt schräg und damit pseudoskurril. Das ist zwar schade, beeinträchtigt aber dennoch nicht den prinzipiellen Sehgenuss des Films. Schweiß-Svands Motivation andere Menschen umzubringen klingt recht pervers, denn er „fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben geliebt“, und das ausgerechnet von den – mehr als zufriedenen - Fleischerkunden, die nichtsahnend zu Kannibalen werden. Sein Kumpel Bjarne schaltet kurzerhand die Herz-Lungen-Maschine ab, unter der sein komatöser Zwillingsbruder liegt, um an dessen Erbe zu kommen. Doch der stirbt nicht, sondern erwacht unerwartet zu neuem Leben (Nikolaj Lie Kaas in einer Doppelrolle) und nervt fortan seinen Bruder Bjarne, der sich in die Friedhofsgärtnerin Astrid (Line Kruse) verliebt hat.
 
Eine ganze Reihe weiterer skurriler Nebenfiguren, etwa der böse Schlachtermeister Holger spicken den Film mit reichlich Bösartigkeit. Die Schauspieler ergänzen sich hervorragend als Ensemble, und scheinen während der Dreharbeiten sehr viel Spaß gehabt zu haben.Der dänische Autor und Regisseur Anders Thomas Jensen ist momentan bei fast jedem Film aus seinem Heimatland beteiligt, der bei uns in die Kinos kommt. Für STEALING REMBRANDT, der vor einer Woche startete, schrieb er das Buch, ebenso für SKAGERRAK und WILBUR WANTS TO KILL HIMSELF. Mit DÄNISCHE DELIKATESSEN lässt er seinem schwarzen Humor diesmal allerdings sehr freien Lauf. Die permanenten Anspielungen darauf, dass man nun mal nicht genau weiß, was in der Wurst und der Marinade so drin ist, dürften ein für dieses Thema sensibles Publikum eher abschrecken.
 
Allen anderen Freunden eher derben Humors seien diese sehr deftigen DÄNISCHEN DELIKATESSEN durchaus empfohlen.
 
Nana A.T. Rebhan
 
Dänemark 2003, 95 Min.
Buch und Regie: Anders Thomas Jensen
Mit Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Line Kruse, Bodil Jörgensen

Erstellt: 16-08-04
Letzte Änderung: 21-06-06