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Ars electronica 2005 - "Hybrid - Living in Paradox" - 04/10/05

Cyberarts 2005: Theo Jansen's windhydraulische Strandbestien

Bei Theo Jansen macht die Ars Electronica eine Ausnahme, und lässt das Siegel "electronica" einmal unter den Tisch fallen. Der niederländische Künstleringenieur aus Delft erhielt für seine ganz und gar nicht elektronische Kunst den Sonderpreis der Prix Ars Electronica 2005.

Seit über zehn Jahren nun baut der studierte Physiker seine "Strandbeesten", überdimensionale skeletthafte Fantasietiere aus blassgelben Plastikröhrchen, die vom Wind angetrieben werden und laufen können. "Ich habe das Rad neu erfunden", sagt Jansen, und meint damit eine von ihm entwickelte ökonomische Fortbewegungsform, bei der die kreisförmig angeordneten Laufbeine im Gegensatz zum Rad nicht ständig Bodenkontakt und somit weniger Reibung haben, und gerade im Sand besser vorankommen. Andererseits muss Jansen seine teils mit Segeln ausgestatteten Tierchen aber auch vor zu starken Naturgewalten schützen: seine windhydraulischen Kunstwerke verankern sich bei aufkommendem Sturm selbstständig im Sand.

Zum Antrieb nutzt Jansen ein eigens entwickeltes "Windmagensystem", bei dem komprimierte Luft in Flaschen gespeichert und als "Treibstoff" verwendet wird. Die Luft wird durch zusammengeschobene Röhrchen geleitet, durch Umlegen primitiver Schalter werden die Kreaturen mit Kolbenbewegungen in Gang gesetzt. Für die Konstruktion der exakten Längenverhältnisse der Mechanik aus simplen Elektriker-Plastik-Röhrchen brauchte Jansen aufwendige Computersimulationen — seine anachronistisch anmutenden "Saurier-Skelette" dagegen benötigen weder Elektrizität noch Computersteuerung.

Bereits sieben Generationen zählen die Strandläufer des Theo Jansen. Von kleinen Lebewesen bis zu tonnenschweren und doch leichtfüßigen Giganten reichen seine vielfältigen Konstruktionen, in denen Ingenieursleistung und biologische Prinzipien verschmelzen – einen Vision für zukünftige alternative Formen der Fortbewegung.
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Links
>> Theo Jansens offizielle Website
>> Filme
>> Who is Theo Jansen

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Festival
Ars Electronica
Reportage von Jens Hauser
September 2005
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Erstellt: 14-09-05
Letzte Änderung: 04-10-05