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Kino auf ARTE - 28/06/12

Cruising

Spielfilm, USA, Deutschland, 1980, ARTE F, 98 Min.
Regie: William Friedkin, Drehbuch: William Friedkin, nach einem Roman von Gerald Walker, Kamera: James A. Contner, Musik: Jack Nitzsche, Schnitt: Bud S. Smith, M. Scott Smith, Produktion: Lorimar Film Entertainment, CiP - Europäische Treuhand AG, Produzent: Jerry Weintraub
Mit: Al Pacino (Steve Burns), Paul Sorvino (Cpt. Edelson), Karen Allen (Nancy), Richard Cox (Stuart Richards), Don Scardino (Ted Bailey)

Ein Serienmörder wütet in der New Yorker Schwulenszene und tötet seine Sexualpartner. Der junge Cop Steve Burns wird auf den Mörder angesetzt und soll dem Killer als Köder dienen, da er den Opfern augenscheinlich entspricht.



Die New Yorker Schwulenszene ist im Schockzustand: Zwei Homosexuelle sind auf brutale Weise ermordet worden. Anscheinend stammt der Täter selbst aus dem Milieu. Um ihm an den Kragen zu kommen, will Captain Edelson einen Köder einsetzten: Steve Burns, ein junger Cop der den zwei Opfern augenscheinlich ähnlich sieht. Dazu muss er sich undercover ins Milieu einschleusen. Seine Aufgabe: Cruising, das heißt bei Nacht unter den Homosexuellen herumschlendern, als sei er auf der Suche nach sexuellem Kontakt, in der Hoffnung, dass der Täter ihn anspricht.
Steve sagt zu. Er sieht den Job als Frondienst, um Detective zu werden. Er bezieht eine Wohnung in der Bronx und freundet sich mit seinem Nachbarn Ted an, einem homosexuellen Hobbyschriftsteller. Er treibt sich nachts in Schwulenklubs und an anderen Treffpunkten des New Yorker Undergroundmilieus herum und beginnt, die Codes und Verhaltensregeln einer Welt zu erlernen, die ihm völlig fremd ist. Je mehr er sich dem Täter nähert, desto mehr scheint die sexuelle Identität des jungen Cops zu verschwimmen.

William Friedkin hat schon immer für Polemik gesorgt. Sei es mit seinem knallharten Gangsterfilm "French Connection" (1971) oder mit dem erschreckenden Horrorfilm "Der Exorzist" (1973).
"Cruising" gehört zu den Filmen, die schon vorihrer Ausstrahlung zu jeder Menge Kontroversen geführt haben. Homosexuellenverbände warfen Friedkin Schwulenfeindlichkeit vor und behinderten den Film bereits während der Dreharbeiten. Dreihundert Polizisten mussten die Drehorte in New York vor Sabotageaktionen schützen, und mehrere Szenen mussten nachgedreht werden, weil sich Demonstranten in Nachbarwohnungen begaben und dort laute Musik auf Stereoanlagen spielten oder auf den Dächern herumsprangen.
Tatsächlich ist der Film mehrdeutig, was seine Darstellung der Schwulenszene angeht, und viel hängt von der Wahrnehmung der schonungslos inszenierten Bilder ab. Die Höllenfahrt in eine Welt dunkler Klubs voller gieriger Blicke und eng aneinandergeschmiegter männlicher Körper wird manchen Zuschauer schockieren, andere faszinieren. Eins ist sicher: Die unheimlich bedrohliche Atmosphäre wird niemanden gleichgültig lassen.

Cruising
Samstag 4. August 2012 um 02.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(USA, Deutschland, 1980, 98mn)
ARTE F

Erstellt: 28-06-12
Letzte Änderung: 28-06-12