mit Uhm Jiwon, Lee Kiwoo, Kim Sangkyung…
FotogalerieSynopsis: Ein lebensmüder Student aus Seoul trifft eine junge Frau, die bereit ist, ihn auf seinem Weg in den Tod zu begleiten. Tongsu, ein antriebsloser Filmschaffender, kommt aus dem Kino und bemerkt eine hübsche Frau, in der er die Schauspielerin des Films zu erkennen glaubt, den er gerade gesehen hat. Dieser unsichere und verängstigte Mann scheint das verzerrte Spiegelbild des Studenten und Protagonisten der ersten Filmhälfte zu sein.
Kritik: Ob es um das Phänomen der Wiederholung geht, um die feine Distanz zwischen einer aus Liebe begangenen Tat und dem Tod oder schlicht um den Einfluss, den ein Kunstwerk auf das menschliche Verhalten haben kann, immer steht in Hong Sangsoos Filmen – wenn auch in formal unterschiedlicher Darstellung – das Zweideutige im Vordergrund. Seinen neuen Film hat der Regisseur in einem urbanen Umfeld angesiedelt, sein Stil ist hier direkter als sonst. Die Konzentration auf bestimmte Orte (kleine Sträßchen, Treppen...) oder Personen (insbesondere auf jene im Profil gefilmten zwei Männer an einem Tisch) bildet ein Gegengewicht zur verwirrenden Fragmentierung der Erzählung.
„Conte de cinéma“ ist Hong Sangsoos sechster Film. Sein Experimentieren mit dem Zoom als Stilmittel unterscheidet dieses Werk von seinen Vorgängern wie „La Vierge mise à nu par ses précédents“ oder dem wunderbaren Schwarzweißfilm. Wie mit einem Magneten nähert der Regisseur durch den Zoom die Figuren des Films an den Zuschauer an. Diese sehr direkte und offensive Vorgehensweise hat nichts mit den gewohnt fahlen und düsteren Szenen aus den anderen Erzählungen des Koreaners gemein. Beruflicher Misserfolg, Angst vor dem Tod und Alkoholismus sind die bevorzugten Themen, mit denen sich Hong Sangsoo in seinen Filmen auseinandersetzt. Immer wieder taucht auch die Parallele als Gestaltungsprinzip auf, indem etwa zwei in der selben Stadt spielende Geschichten gegenüber gestellt werden oder eine Schauspielerin in zwei verschiedenen Rollen zu sehen ist. Interessant ist dabei zu beobachten, wie viel oder wenig Raum der Regisseur diesen Parallelen je nach Situation (und gemäß einer geheimen hierarchischen Ordnung) zumisst. Ebenso faszinierend ist auch das ständige Nebeneinander von immer größeren Verschleierungen auf der einen und als ganz konkrete Hinweise fungierende Assoziationen auf der anderen Seite, die doch letztendlich eine greifbare Figur formen. „Conte de cinéma“ ist ein Film, der das Unbehagen der Zeit nicht einfach unbeteiligt darlegt, sondern ganz im Gegenteil mit seinem rohen, ungeschminkten Ansatz nur noch verstärkt.
Julien Welter
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Conte de cinéma
von Hong Sangsoo
(Südkorea, 2005, 1’30)
mit Uhm Jiwon, Lee Kiwoo, Kim Sangkyung…
Wettbewerb
Arte-Koproduktion






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Eine Neuinterpretation des ewigen menschlichen Unbehagens aus der Sicht des koreanischen Regisseurs Hong Sangsoo. Trotz eines offensiveren Ansatzes als sonst bleiben die Fragen unbeantwortet.
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