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05.06.06 um 22.15 Uhr

Der Spielfilm

Seit Otar fort ist... (Depuis qu'Otar est parti...)


Otars Mutter Eka liebt ihren Sohn über alles. Nichts kann ihr Glück trüben, wenn Otar sich aus seiner fernen Wahlheimat Paris per Telefon oder per Post bei ihr zuhause in Tiflis meldet. Als Otar eines Tages tödlich verunglückt, wagen die eingeweihten Familienmitglieder nicht, der alten Eka die Wahrheit zu sagen - und beschließen, Otar auf ihre Art weiterleben zu lassen...


Die junge Ada wohnt zusammen mit ihrer Mutter Marina und ihrer Großmutter Eka in einer ärmlichen Wohnung in Tiflis, Georgien. Ihr aller Leben ist durch die Mühen des Alltags bestimmt: Mutter Marina ist in permanenten Geldnöten, auch Ada ist auf Jobsuche und nach einem Platz im Leben. Die Großmutter Eka hat vor allem ein Interesse: Tag für Tag wartet sie auf die Anrufe, Briefe und Geldsendungen ihres über alles geliebten Sohnes Otar, der nach Paris gegangen ist, um dort sein Glück zu finden. Doch eines Tages erfahren Ada und Marina von einem Freund Otars, dass dieser bei einem Unfall zu Tode gekommen ist. Die beiden Frauen wagen nicht, der alten Eka die Schreckensnachricht zuzumuten. Von nun an schreibt Ada an Otars Stelle Briefe aus "Paris" - und Marina muss mit ihren knappen Geldreserven herhalten. Dieses Versteckspiel geht so lange gut, bis Eka sich eines Tages in den Kopf setzt, selbst nach Paris zu reisen, um ihren vermissten Sohn endlich einmal wieder zu sehen...


"Seit Otar fort ist..." erzählt die Geschichte dreier georgischer Frauen, die sich auf unterschiedliche Weise in ihrer Heimat durchschlagen, in der eine galgenhumorige Devise - wie Ada es ausdrückt - lauten könnte: "Jeder für sich und Kapitalismus für alle!" Marina lebt trotz ihres Ingenieurdiploms mehr schlecht als recht von geborgtem Geld, Lottogewinnen und dem Verkauf abgelegter Sachen auf dem Flohmarkt. Ada, die intellektuelle Tochter, deren Liebe zur Literatur und zur französischen Sprache von ihrer Großmutter Eka gefördert wurde, weiß sich zu helfen, indem sie kurzerhand eine wertvolle Vase mitgehen lässt, als ihr Chef ihr nicht den verabredeten Lohn auszahlen will. Und Eka, die Großmutter - zu alt, um noch etwas von der sich verändernden Welt um sie herum zu erwarten - lebt in Erinnerung an ihren verstorbenen Mann, vor allem aber an ihren geliebten Sohn Otar, der nach Paris ausgewandert ist. Drei starke Frauen also, die in Julie Bertuccellis herzerwärmender Familiengeschichte lebendig werden. Die handelt vor allem von Liebe, von einer durch Liebe bedingten Lüge und von den Missverständnissen, die die menschliche Liebe erzeugt, wenn sie besitzen und doch nicht verletzen möchte.


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Spielfilm, Belgien/Frankreich 2003,
Synchronfassung,
ARTE France, Erstausstrahlung
Regie: Julie Bertuccelli
Buch: Julie Bertuccelli, Bernard Renucci, Roger Bohbot
Kamera: Christophe Pollock
Schnitt: Emmanuelle Castro
Produzent: Yael Fogiel
Produktion: Les Films Du Poisson, ARTE France Cinéma, Entre Chien et Loup, CNC, Studio 99 Filmproduktion
Mit: Esther Gorintin - (Eka), Nino Khomasuridze - (Marina), Dinara Drukarova - (Ada), Temur Kalandadze - (Tengiz), Rusudan Bolqvadze - (Rusiko), Sasha Sarishvili - (Alexi), Duta Skhirtladze - (Niko), Abdellah Moundy - (der Berber), Mzia Eristavi - (Dora), Misha Eristavi - (Doras Sohn), Zoura Natrochvili - (Mika, der Nachbar)
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Erstellt: 01-08-06
Letzte Änderung: 01-08-06