Nicht nur in seinem Heimatland wurde die Geschichte von der Fachpresse als "verdammt gutes" Comic-Album gefeiert, auch in Frankreich wurde es mit dem Ersten Preis beim Internationalen Comic-Festival in Angoulême ausgezeichnet. 1993 wird der neunjährige "Jimmy Corrigan" von seinem mürrischen und bösen Vater ausgesetzt. "Ich stand einfach da, [...] und wartete, dass er zurückkam. Aber er kam natürlich nie wieder". Etwa hundert Jahre später erhält "Jimmy Corrigan", ein Enkel des damals verlassenen "Jimmy Corrigan", einen Brief von seinem Vater, einem Nichtsnutz, von dem er seit Jahren nichts mehr gehört hat. Aus heiterem Himmel und ohne weitere Erklärung bittet dieser Jimmy sehr freundlich, ihn zu besuchen. Rührend schildert Chris Ware das Wiedersehen der beiden und lässt die Familiengeschichte der Corrigans Revue passieren. Seine vier Generationen umspannende amerikanische Familiensaga mit einsamen Chicagoer Antihelden des 20. Jahrhunderts verknüpft Chris Ware zu einem komplexen Kaleidoskop.
Wares Zeichnungen mit den minutiösen Details in "Jimmy Corrigan" ragen aus der Comic-Flut heraus. Die Größe der Bildtafeln, die Zusammenstellung der Seiten und Farben, das Design der Überschriften und Sprechblasen, die Anlehnungen an die Werbung - bis ins Detail ist alles perfekt. Neben umfassenden Ausschnitten aus dem autobiografisch gefärbten Werk "Jimmy Corrigan" schaut Benoît Peeters Chris Ware bei der Arbeit über die Schulter. Der Künstler, dem zum ersten Mal ein Film gewidmet wird, lebt bescheiden und zurückgezogen in einem typischen Vorort von Chicago, "einem Vorort, der so ruhig und friedlich ist, dass er eigentlich schon wieder unheimlich ist".






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Chris Ware - Die Kunst des Erinnerns 
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