Jedes Jahr besuchen tausende nichttibetische Chinesen die buddhistischen Klöster in der historischen Region Tibet, vor allem das größte unter ihnen, das Larung Gar.
Unsere Reporter zeigen verbotene Bilder: Journalisten und Kameras sind hier höchst unerwünscht, in der Region Yunnan nahe der sensiblen Grenze zur autonomen Region Tibet.
Hier trafen sie auf die Eroberer neuen Stils: Häufig sind es Touristen aus China, sehr interessiert an der ganz anderen Kultur in diesem verborgenen Teil ihren großen Reiches; oder gläubige Pilger aus China, manche künftige Novizen in den buddhistischen Klöstern, für die die Frage nach der Unabhängigkeit Tibets überhaupt kein Thema mehr ist. Ihre Regierung lässt ihnen alle religiösen Freiheiten.
Zum Beispiel Sun Jian Hao, ein reicher und kultivierter Mann aus Shanghai, ein Bürger wie ihn das chinesische Regime schätzt: Überall in Tibet verbreitet er die Botschaft von den schönen neuen Errungenschaften Chinas, seiner Freiheit, seiner Toleranz – und dass dieses China schließlich das tibetische Volk aus großem Elend errettet habe.
Beinahe wäre Sun Jian Hao sogar eine Zeitlang ins Kloster gegangen – diese romantische Absicht teilt er inzwischen mit vielen Chinesen. Auch das lässt die chinesische Regierung zu und nutzt auf diese Weise die Naivität seiner Bürger und die der Tibeter aus : Eine zynische Art des « Wandels durch Annäherung » mit dem erwünschten Effekt, die Mehrheitsverhältnisse in Tibet zugunsten Chinas zu verändern – auf dass die Tibeter zur Minderheit werden, bis sie und ihre Träume von der Unabhängigkeit eines Tages nur noch Geschichte sind.







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