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China

In dieser Rubrik können Sie die Zusammenfassungen und Kommentare der, von ARTE gesendeten Filme, wieder finden.

China

01/02/03

Chen Mo und Meiting

Mittwoch. 21 Januar 2004 um 22.50 Uhr
Chen Mo und Meiting

Spielfilm, China / Deutschland 2002, 75 Min, Originalfassung mit Untertiteln, ZDF, Erstausstrahlung
Regie: Liu Hao; Buch: Liu Hao; Kamera: Li Bingqiang;
Ausstattung: Li Bingqiang, Ton: Wang Yu;
Schnitt: Li Qing;
Musik: Song Ge;
Produktion: Liu Hao Film Production
Mit: Wang Lingbo - (Chen Mo), Du Huanan - (Meiting)

Chen Mo kommt vom Land und ist illegaler Blumenhändler, Meiting arbeitet als Friseuse, um wenigstens eine Übernachtungsmöglichkeit zu haben. Die beiden treffen sich in Peking, kommen sich näher und geben sich eine Zeit lang gegenseitig die Geborgenheit, die sie brauchen. Einblick in das Leben von Unterprivilegierten nach der chinesischen Kulturrevolution. Filmischer Auftakt zum Programmschwerpunkt "China" anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes.

"Chen Mo und Meiting" spielt in Beijing um die Jahrtausendwende und handelt von einem jungen Mann vom Land und einer jungen Frau aus der Stadt. Der junge Mann, Chen Mo, wurde von seinem älteren Bruder aufgezogen, da seine Eltern früh verstorben sind. Meiting, die junge Frau, wohnt seit dem Tod ihres Großvaters bei ihrem Onkel und ihrer Tante. Weil sie schlecht behandelt wird, verlässt sie deren Haus und nimmt Arbeit in einem Friseursalon an, wo sie auch eine Übernachtungsmöglichkeit hat. Chen Mo kommt in die Stadt, um hier das Geld zu verdienen, das er für eine Augenoperation seines Bruders dringend benötigt, denn dieser ist dabei zu erblinden. Der einzige Job, den er finden kann, ist der eines illegalen Blumenverkäufers.

Der Zufall lässt die beiden aufeinandertreffen, als Chen Mo auf der Flucht vor der Polizei Meiting seine Blumen in die Hand drückt. Am nächsten Tag kommt Chen Mo in den Friseursalon, um seine Blumen abzuholen, doch die sind nicht mehr da. Zur Entschädigung bietet Meiting ihm eine kostenlose Kopfmassage an. Auch am folgenden Tag erscheint Chen Mo und kommt Meiting zur Hilfe, als diese von ihrem Chef schikaniert und gefeuert wird. Chen Mo nimmt sie mit zu sich nach Hause. Trotz der ungünstigen Umstände richten sich die beiden in einem schäbigen Zimmer ein kleines Zuhause ein. Beide sehnen sich nach der Geborgenheit eines Familienlebens. Meiting schlägt vor, füreinander die Elternfunktion zu übernehmen: Montags, mittwochs und freitags soll Chen Mo den Vater spielen, dienstags, donnerstags und samstags will Meiting in die Rolle der Mutter schlüpfen. Doch nach einer Zeit wird Meiting das Spiel leid und sie kann die Enge des Zimmers nicht mehr ertragen. Sie läuft weg und verdient ihr Geld in einem Nachtclub. Chen Mo begibt sich auf die Suche nach Meiting. Er verliert sein Geld, das er für die Augenoperation seines Bruders gespart hatte an einen vermeintlichen Freund. Später wird er von diesem mit einem Messer schwer verletzt. Meiting verspürt Sehnsucht nach Chen Mo und kehrt in das gemeinsame Zimmer zurück, in dem Chen Mo im Sterben liegt.

Der Regisseur Liu Hao wurde 1969 in Shanghai geboren. Er arbeitete als Reporter und studierte Regie an der Beijing Academy. 1995 gewann er mit seinem Musikvideo "Drunk Concubine" einen Preis in der First Shanghai Local Opera Music Video Competition. "Chen Mo und Meiting" ist sein erster abendfüllender Spielfilm. Liu Hao zählt zu einer Avantgarde-Regiegeneration, die mit den symbolisch aufgeladenen Bildern der fünften Generation des chinesischen Kinos weitgehend gebrochen hat. Statt farbenfroher Visionen zeigen sie in nüchtern grauen Bildern die Einsamkeit in Chinas Großstädten. Vorherrschende Themen sind soziale Probleme wie Obdachlosigkeit, Drogen, Prostitution, Arbeitslosigkeit und die Folgen der Urbanisierung Chinas. "Chen Mo und Meiting" gehört

Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 01-02-03