Älter sein will sie höchstens, damit sie endlich mal alleine nachts in die Clubs darf. Noch sind Mama und Papa bei jedem Konzert dabei. Ihre Songs klingen wie hoch gepitchte Kinderlieder. Dazu singt sie vom T-Rex-Sex, Meerjungfrauen oder von kleinen Miezekätzchen. Eigentlich ist das Kindchen-Klischee vom Glitzergirlie nichts als Tarnung. Wahrscheinlich soll niemand Angst bekommen vor der 16-Jährigen, die einfach so coole Songs raushaut, ganz oldschool, ohne Laptop und Guitar Hero. Ihre Selfmade-Sounds sind per MP3 bei jedem Gig dabei. Und natürlich Emmeline, ihre imaginäre Freundin.
Ihren ersten Live-Auftritt hatte Charli mit vier, da sang sie „Barbie Girl“. Beim nächsten Gig war sie immerhin schon zwölf. Jetzt ist sie 16. Im Vorort, wo sie lebt, kennt fast niemand Charli XCX, die 16-Jährige, die in ihrer Rolle als Fünfjährige in Londons Clubs gefeiert wird. Hier, in 30 Kilometern Entfernung, ist sie noch das brave Schulmädchen mit einem Doppelleben.






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