Frankreich 2005, 100 Min.Mit James Thierree, Natacha Régnier, Dominique Reymond, Kaori Tsuji
Synopsis: Carmen erzählt die Geschichte eines gleichnamigen Bonobo-Affen, der aus einem Sprachen-Institut ausbricht. Durch Zufall landet Carmen bei Mercier, einem werdenden Vater, der sich für einen ersten Job bewirbt. Eher unfreiwillig nimmt er den Affen bei sich auf, doch seine Frau schließt schnell Freundschaft mit dem neuen Gast.

Im Gespräch mit Jean-Pierre Limosin
Im Gespräch mit Natacha RégnierInterview: Lionel Jullien
(Real Video)
Kritik: Filme, die aus der Perspektive eines Tieres erzählt werden, sind meist mit größter Vorsicht zu genießen, das haben uns diverse Tierfilme aus Hollywood gelehrt, die mal grade für Kinder im Vorschulalter zu ertragen sind. Anders verhält es sich mit CARMEN, der sich dem ungewöhnlichen Schicksal eines Bonobo-Affen widmet, einem Cousin der Schimpansen. Mit einer gehörigen Portion Humor und ohne je in emotionalen Kitsch abzurutschen erzählt dieser ungewöhnliche Tierfilm von der Begegnung zweier Spezies: Der des Menschen mit der des Affen.
Der Regisseur scheut sich nicht, einige lustige Parallelen zwischen Mensch und Tier in seinen Film einzubauen. So wird zu Beginn etwa Carmens Sprachfähigkeit mit Bildtafeln getestet, die sie entsprechend dem Begriff hoch halten muss. Später muss sich Mercier einem Eignungstest für seinen Job als Berater unterziehen, bei dem er eine abstrakte Zeichnung aus dem Gedächtnis nachzeichnen muss. Auch staunen die Betreuer eines Stundenhotels nicht schlecht, als Mercier mit Carmen in einem Zimmer verschwindet. Die lauten Geräusche aus dem Nebenzimmer machen klar, in was für einer Art Hotel die beiden sich befinden. Zuviel des Guten ist allerdings die anschließende Szene, in der das „Liebespaar“ von nebenan den beiden ungläubig nachstarrt.
Was können wir von Affen lernen? Und was können Affen von uns Menschen lernen? Das fragt sich Regisseur Jean-Pierre Limosin und er findet einige interessante Antworten. Nur 1,6 % Veränderung des genetischen Codes unterscheidet die Menschen vom Schimpansen. Die Frage ob ein Affe lieben kann beantwortet der Film ebenfalls. Carmen fällt sogar in eine tiefe Depression, als sie von ihrem geliebten Mercier getrennt wird. Carmen wirkt bisweilen fast dokumentarisch, mit einer flexiblen Handkamera gedreht. Auf rührselige Musik verzichtet der Film vollständig, und doch gelingt es dem Regisseur, dass die Sympathie des Zuschauers ganz Carmen gehört und er mit ihr ihr tierisches Schicksal erleidet.
Nana A.T. Rebhan
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Carmen
Frankreich 2005, 100 Min.
Regie: Jean-Pierre Limosin
Mit James Thierree, Natacha Régnier, Dominique Reymond, Kaori Tsuji
Venedig 2005 - Orrizonti
Eine ARTE Koproduktion






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Die ungewöhnliche Lebensgeschichte
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