Mit Michel Côté, Marc-André Grondin, Danielle Proulx, Pierre-Luc Brillant, Maxime Tremblay
Synopsis: Québec, 1960. An Weihnachten wird Zac als vierter Junge in die Familie Beaulieu geboren. Seine Mutter hält ihn – nicht nur deshalb – für gesegnet. Sein Vater ist schockiert, als er einige Jahre später Zac im Nachthemd seiner Mutter, mit Ohrringen und Perlenkette erwischt, als dieser grade versucht, das Neugeborene zu stillen. Für Zac beginnt in diesem Moment ein langer Kampf um Anerkennung bei seinem Vater und ein schwieriger Weg der Selbstfindung innerhalb seiner frommen, bürgerlichen Familie. Kritik: „Ich will lachen, weinen, träumen – am besten alles auf einmal! Vor allem aber will ich am Ende das Kino mit dem angenehmen Gefühl der Lebenslust verlassen, mit der Energie, die Dinge anzupacken (...)“,resümiert Jean-Marc Vallée. Mit C.R.A.Z.Y. hat er einen Film geschaffen, der diesen Ansprüchen gerecht wird, dem es gelingt, ein Familiendrama über drei Jahrzehnte hinweg zu erzählen, und dabei die einzelnen Familienmitglieder und deren Verbindungen untereinander über die Zeit hinweg schlüssig weiterzuentwickeln.
Schon die Ausstattung der 60er, der späten 70er und der frühen 80er Jahre ist eine wahrer Augenschmaus. Musikalisch gelingt es Vallée nicht nur, hervorragende Stücke der Zeit zu finden, nein, er schreibt Zac vielmehr den Soundtrack seines Lebens. Pink Floyd und die Rolling Stones werden seine ständigen Begleiter. Mit 15 grenzt er sich ab vom frommen Elternhaus und startet seine ganz persönliche Rebellion gegen die Religion, die in seinem Lieblingssong der Stones „Sympathy for the Devil“ und seiner Frage: „Warum beten wir zu einem Langhaarigen, der sich mit einer Bande in Nachthemden rumtreibt?“ gipfelt. Der Vater dagegen bleibt nach wie vor seiner Lieblingscountry-Sängerin Patsy Cline treu, und seinem ganz persönlichen Evergreen „Emmenez-moi“ von Charles Aznavour. Später dann, als Zac mehr und mehr zu sich selbst findet, wird der androgyne Halbgott David Bowie sein Vorbild und „Space Oddity“ wird Zacs Hymne. Für die Rechte an diesem Song soll Jean-Marc Vallée angeblich sogar auf Teile seines Honorars verzichtet haben...
Wie bei einem guten Song zieht einen das Geschehen immer weiter hinein in den Film. Dabei gelingt es Jean-Marc Vallée sehr gut, Gefühle nicht über Worte auszudrücken. Es gibt da diese Blicke, die viel mehr sagen können. Wenn etwa der kleine Zac ein weißes Taschentuch freudig aus dem Autofenster flattern lässt, und ihn der Vater ob dieser unmännlichen Tat strafend ansieht. Diesen Blick seinem Sohn gegenüber wird er später noch des Öfteren auflegen. Nach einer Reise nach Jerusalem und einem fast tödlichen Trip in die Wüste kehrt der verlorene Sohn heim, ans Krankenbett des Vaters.C.R.A.Z.Y. ist ein Familienfilm. Der Titel setzt sich aus den Vornamen der fünf Söhne zusammen: Christian, Raymond, Antoine, Zac und Yves. Doch C.R.A.Z.Y. ist auch ein Film über ein sehr vorsichtiges Coming-Out und ein Film übers Erwachsenwerden. In seiner Heimat Kanada wurde der Film mit elf (!) Genie-Awards gefeiert.
Nana A.T. Rebhan






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