- Hörprobe aus:
Kein Gott in Sicht von Altaf Tyrewala - Leseprobe aus:
Bombay Maximum City von Suketu Mehta
Mehr zu den beiden Büchern siehe unten
Inderjit BadwharDer Shikari
Scherz 2006
Für Tan und seine Geschwister ist ihr Vater der Mittelpunkt der Welt. Er ist der Shikar, der Jäger, der Abenteuerer. Als Oberhaupt der Familie im verblassenden Prunk seines herrschaftlichen Hauses in Rajpur versucht er, seine Welt zusammenzuhalten. Doch auch der Shikari muss feststellen, dass eine neue Zeit anbricht ... Nach seiner Ausbildung in den USA kehrte der Autor Inderjit Badwhar 1986 nach Indien zurück. Als Chefredakteur von "Media Transasia" lebt er heute in Neu-Delhi.
Vikram ChandraDer Gott von Bombay
Geschichte vom braven Sikh-Inspektor Sartaij Singh und dem dämonisch-spirituellen Gangster-Bhai Ganesh Gonde. Historischer Hintergründe sind die religiösen Aufstände, die Anfang der neunziger Jahre Bombay und den Staat Maharashtra erschütterten.
Rezension von Tobias Gohlis
Rana DasguptaDie geschenkte Nacht
Blessing 2006
Tokyo:Aufgrund eines Schneesturms muss eine Boeing irgendwo im Nirgendwo zwischenlanden. Dreizehn Passagiere aus aller Welt sitzen mitten in der Nacht im Transitbereich fest. Irgendwann fangen die Menschen an, sich gegenseitig Geschichten aus ihrer Heimat zu erzählen ... Der Debütroman des jungen Autors Rana Dasgupta, der 1971 in Canterbury geboren wurde und heute als freier Autor in Delhi lebt, schaffte es in die Top Ten der indischen Bestsellerliste.
Kiran Desai
Die Erbin des verlorenen Landes
Modern times in Indien: In Kiran Desais Roman „Die Erbin des verlorenen Landes“ spiegeln sich Globalisierung, Multikulturalismus, Fundamentalismus, terroristische Gewalt sowie die Kluft zwischen Arm und Reich in den Schicksalen vereinsamter Protagonisten. Sai, Bjin und ein Richer versuchen jeweils auf ihre Art zu kultureller Identität zu finden. Zwischen Cambridge und den Slums von Kalimpong sucht Sai, ein privilegiertes indisches Mädchen, ihren Freund Gyan. Bijin, der Sohn des Kochs von Sais anglophilem Großvater, sucht sein Heil als illegaler Einwanderer in New York und ein angehender Richter, in England ausgegrenzt, spürt nur noch Verachtung für seine indische Frau. Kiran Desai gibt der Befindlichkeit moderner Existenzen eine neue Form. Jenseits von Pathos und emotionalem Kitsch gelangt die Erfahrung derjenigen zur Sprache, die das moderne Leben als Affront gegen ihre Vorstellungen von Ordnung, Würde und Gerechtigkeit empfinden. Kiran Desai hat für " Die Erbin des verlorenen Landes" in diesem Jahr den "Booker Prize" erhalten.
Amitav Ghosh
Das Kalkutta Chromosom
Blessing 1999
Der Glaspalast
Blessing 2000
Zeiten des Glücks im Unglück, Blessing 2006
Hunger der Gezeiten
Blessing 2004
Jhumpa LahiriDer Namensvetter
Blessing 2003
Mit Ungeduld wartet das in den USA lebende Ehepaar Ashima und Ashoke auf einen Brief der Großmutter aus Kalkutta. Er soll den Namen ihres Erstgeborenen enthalten, den die Großmutter ausgewählt hat - so will es die Tradtition. Doch der Brief geht verloren und die Großmutter stirbt kurz nach der Geburt. Also nennt Ashoke seinen Sohn Gogol, nach seinem Lieblingsschriftsteller Nikolai Gogol. Ein falsches Vorzeichen für das Leben des Jungen, und so setzen die Eltern alles daran, Gogol die indische Kultur näherzubringen. Doch der isst viel lieber Roastbeef als Samosas ... "Der Namensvetter ist der erste Roman der indischstämmigen Autorin Jhumpa Lahiri, die für ihre Erzählungen "Melancholie der Ankunft" (Blessing 2000; "L' interprète des maladies", Gallimard 2003) mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde.
Suketu MehtaBombay Maximum City
Suhrkamp 2006
Terroristen, Polizisten, Freudenmädchen - der in Kalkutta geborene Autor Suketu Mehta, der in Bombay aufwuchs, die Stadt aber mit 14 Jahren verließ, kommt nach vielen Jahren mit seiner Familie in die Megacity zurück - mit dem Ziel, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob es eine Heimkehr für ihn gibt. Wie ein Fremder entdeckt Mehta eine Stadt, die nicht mehr seine ist und der er doch ganz langsam wieder näher kommt. Mit dem distanzierten Blick des Besuchers, der weiß, dass er wieder gehen wird, legt Mehta die Machtstrukturen einer Stadt zwischen Rattenkot und Champagner offen - einer Stadt, deren Unterwelt gleichzeitig die Überwelt ist und deren Ordnungshüter nicht weniger gewissenlos und brutal vorgehen als die Hindu- oder Moslemextremisten. Mehtas mitreißende Mischung aus Reportage und Erinnerungsbericht bezeichnete der gebürtige Bombayer Salman Rushdie als "das mit Abstand beste Buch, das bisher über diese kaputte Metropole geschrieben wurde".
Leseprobe aus:
Bombay Maximum City von Suketu Mehta
Pantaj MishraUnterwegs zum Buddha.
Sein Leben, seine Lehre seine Wirkung
Blessing 2005
Zurückgezogen in ein Haus am Fuße des Himalaya, hat sich der 1969 in Jhansi im Budesstaat Uttar Pradesh geborene Schriftsteller Pankaj Mishra über ein Jahrzehnt lang kritisch mit der Gestalt Buddhas auseinandergesetzt. Herausgekommen ist keine spirituelle Esoterikliteratur, sondern eine Einführung in die Lebens- und Gedankenwelt des Buddha, die zugleich Reiseerzählung und philosophische Betrachtung ist.
Rohinton Mistry
Das Gleichgewicht der Welt
Fischer (TB) 1999
Meisterhaft verknüpft der in 1952 in Bombay geborene und heute in Toronto lebende Rohinton Mistry die Lebenswege seiner Figuren miteinander. Im Mittelpunkt seines Romans stehen vier völlig unterschiedliche Personen, die vom Schicksal zusammengeführt und wieder auseinandergerissen werden. Im Bombay von 1975 treffen sie aufeinander.
Die Quadratur des Glücks
Fischer (TB) 2005
Als der Witwer Nariman Vakeel zum Pflegefall wird, schieben seine Stiefkinder ihn zu seiner Tochter Roxana ab, die mit ihrer Familie in einer engen Wohnung in Bombay lebt. Trotz Roxanas Liebe zu ihrem Vater, wird die Situation bald zur Belastung und so versucht die Tochter, zu vermitteln ...
Arundathi Roy
Wahrheit und Macht
btb 2004
Die Politik der Macht
btb 2002
Salman Rushdie
Shalimar der Narr
Rowohlt 2006
Eingebettet in die Tragödie des zwischen Pakistan und Indien zerrissenen Kaschmirs, erzählt Salman Rushdie eine Liebesgeschichte mit tödlichem Ausgang für (fast) alle Beteiligten. Weil der amerikanische Diplomat Max Ophuls dem Muslim Shalimar seine schöne Hindu-Frau ausspannt, wird der Hochseilartist zum Terroristen ...
Kiran NagarkarGottes kleiner Krieger
A1 Verlag 2006
Zia Khan, Sprössling einer liberal muslimischen Familie aus Bombay, fühlt sich berufen, die Welt zu retten. Sein Kreuzzug führt ihn von Bombay zu den heiligen Hallen von Cambridge, von der Jagd nach Salman Rushdie zu den Terroristencamps Afghanistans. Ihm gegenüber steht sein Bruder Amanat, der voller Selbstzweifel und schwach ist, aber offen für die Welt und das Leben. Kiran Nagarkars Roman lotet den schmalen Grat zwischen Hingabe und Fanatismus aus.
Ravan & Eddie
A1 Verlag 2006
In Bombays „Chawls“ – vier- bis fünfstöckigen Mietshäusern mit Gemeinschaftsklos – leben Hindus, Muslime und Christen auf engstem Raum zusammen und haben doch nicht viel miteinander zu tun. Der Christ Eddie und der Hindu Ravan aber, zwei Jungen aus dem Chawl Nr. 17, sind auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden ... Kiran Nagarkar amüsiert sich offensichtlich beim Erzählen. Sein Roman steht mitten im Leben.
Anita Nair
Kathakali
Hoffmann und Campe 2006
Auf der Suche nach dem berühmten Kathakali-Tänzer Koman kommt der Reiseschriftsteller und Cellist Christopher Stewart nach Kerala, wo er eine Welt voller Mysterien findet - und die Leidenschaft von Radha, der Nichte des Tänzers. Parallel zu ihrer Liebesgeschichte wird die Lebensgeschichte von Koman enthüllt, in der sich die aktuellen Ereignisse auf wundersame Weise spiegeln. Die Schriftstellerin Anita Nair wurde in Shoranur, im Bundesstaat Kerala, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Bangalore.
Krishnas Schatten
A1 Verlag 2002 / List (TB) 2004
Der Maharaj Kumar, Kronprinz des mächtigen Rajputen-Reiches Mewar, kann es nicht fassen: Seine Braut hat einen Liebhaber - und zwar keinen geringeren als den Gott Krishna. Sein brillianter und höchst unterhaltsamer historischer Roman brachte dem 1942 in Bombay geborenen Schriftsteller Kiran Nagarkar nicht nur den höchsten indischen Literaturpreis, den Sahitya Akademi Award, ein, sondern auch den Durchbruch im Westen.
Shashi TharoorBollywood
Insel 2006
ShowbusinessAshok Khan, Sohn des Ministers für Textilproduktion, hat keine Interesse an einer politischen Karriere, wie sie die Eltern für ihn vorgesehen haben. Ihn lockt die bunte Glitzerwelt von Bollywood. Und obwohl Ashok weder tanzen noch singen kann, gelingt ihm der Aufstieg zum Leinwandstar. Der langjährige Mitarbeiter und derzeitige PR-Chef der UNO, Shashi Tharoor, beschreibt eine Welt, in der die Grenzen zwischen Inszenierung und Wirklichkeit schwinden.
Alka Saraogi
Umweg nach Kalkutta
Insel 2006
Kalkutta 1997: Indien ist seit 50 Jahren unabhängig. Der wohlhabende Geschäftsmann Kishor Babu bekommt einen Schlag auf den Kopf – und plötzlich ist nichts mehr wie zuvor. Anstatt sich für seine Geschäfte zu interessieren, streift Babu ziellos durch die Armenviertel Kalkuttas. Ausgerechnet seine Frau macht sich Sorgen, als der vormals strenge Patriarch plötzlich anfängt, das Kastenwesen und die Ungleichheit der Geschlechter zu kritisieren ... Die 1960 geborene und in Kalkutta lebende Schriftstellerin Alka Saraogi weigert sich konsequent, in englischer Sprache zu schreiben, die für sie noch immer die Sprache des Kolonialismus ist. Ihren soeben in deutscher Übersetzung erschienenen Debütroman „Umweg nach Kalkutta“ (1998) schrieb sie in ihrer Muttersprache Hindi – um ihn dann selbst ins Englische zu übersetzen.
Vikram SethZwei Leben
Fischer 2006
Aus dem vielschichtigen Material von Gesprächen mit seinem indischen Großonkel Shanti, alten Briefen dessen deutscher Frau Henny sowie seinen eigenen Erinnerungen und Recherchen, lässt Vikram Seth die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe entstehen, die weltgeschichtliche Ereignisse eines ganzen Jahrhunderts umfasst.
Eine gute PartieFischer 2006
Ganz Indien zwischen zwei Hochzeiten - besser als die belgische Zeitung "Le Soir" kann man den gut 1400 Seiten umfassenden Indienroman Vikrams Seths wohl kaum beschreiben. Seine ausführlichen Schilderungen des Alltags in einem Indien, das sich in die Unabhängigkeit hineintastet brachte dem großen indischen Erzähler Vikram Seth den Titel "Tolstoi Indiens" ein.
Verwandte Stimmen
Rowohlt 2006 (TB)
In der tragischen Liebesgeschichte zwischen dem Quartett-Violinisten Michael und der hochbegabten Pianistin Julia, die allmählich ihr Gehör verliert, spürt Vikram Seth seiner Leidenschaft für die Musik nach.
Vikas Swarup
Rupien, Rupien, Kiepenheuer & Witsch 2005
Ein Waise, der nie in eine Schule besucht hat, beantwortet zwölf Fragen in der Quizshow "Wer wird Milliardär"? Das gibt es ja gar nicht, der muss ein Betrüger sein! Im Gefängnis erzählt Ram Mohammed Thomas seiner Anwältin aus seinem unglaublichen Leben, und bald ist klar, weshalb er die richtigen Antworten wusste. Der unterhaltsame, erste Roman des ehemaligen Diplomaten Vikas Swarup, der heute im Außenministerium in Neu-Delhi beschäftigt ist, ist in achtzehn Ländern erschienen und soll verfilmt werden.
Altaf TyrewalaKein Gott in Sicht
Suhrkamp 2006
Altaf Tyrewala, 1977 in Bombay geboren und 1999 nach einem Studium in New York dorthin zurückgekehrt, legt ein Puzzle aus Alltagsszenen der Megacity, dessen grellbunte und scharfkantige Teile sich nahtlos ineinander fügen. Humorvoll und bisweilen sarkastisch schildert er die Nöte von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion, die die Vielfalt der multikulturellen Metropole ausmachen. Seit dem Erscheinen seines Debütromans wird der junge Schriftsteller in seiner Heimat als große literarische Neuentdeckung gefeiert.
Hörprobe aus:
Kein Gott in Sicht von Altaf Tyrewala
Cornelia ZetzscheZwischen den Welten
Geschichten aus dem modernen Indien
Die Literaturkritikerin und gefragte Indienexpertin Cornelia Zetzsche hat einen Versuch unternommen, das weite Feld der indischen Gegenwartsliteratur in einen Erzählband zu fassen. Die ausgewählten Autoren gehören den unterschiedlichsten Religionen wie Kasten an und schreiben in verschiedenen indischen Sprachen. Ihre Geschichten - ob Prosa oder Lyrik - erzählen vom Leben in den Städten wie auf dem Land, von Emigranten wie Heimgekehrten, von Ritualen des Lebens wie des Todes, von Existenzen zwischen den Kulturen.







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