Mit Heath Ledger, Jack Gyllenhaal, Michelle Williams, Ann Hathaway…
Synopsis: Jack Twist begegnet Ennis Del Mar eines Morgens in Signal, Wyoming, als sie sich gerade für eine Anstellung beim Farmer Joe Aguirre bewerben. Beide werden als Schafhirten in Brokeback Moutains angestellt. Von der restlichen Welt völlig abgetrennt lernen die Männer im Laufe der Zeit einander kennen und kommen einander allmählig näher: aus der seichten Beziehung wird eine tiefe Leidenschaft im Schutze des Gebirges. Als die Arbeit zu Ende ist, geht jeder seinen eigenen normalen Weg: Ehe, Kinder, Beruf. Jene leidenschaftliche Liebe, die sie damals verbunden hat, lässt sich aber nicht so leicht unterdrücken.

Die Pressekonferenz zum Film (Real Video)
Der Trailer zum Film (Real Video)Kritik: Tag für Tag werden Landschaften, Gesichter, Umarmungen und Gespräche aus verschiedenen Winkeln gefilmt. Die stilistisch ausgesprochen schwerelose Regie steht in genauem Gegensatz zu dem explosiven Inhalt: zwei Cowboys, die sich in den sechziger Jahren im Wyoming ineinander verlieben. Ein junger eher sympatischer Mann achtet auf eine Schafsherde in Begleitung eines eher ungehobelten Kerls. Sie reden kaum miteinander. Wofür denn auch? Zuerst werden Erinnerungen ausgetauscht, bis die aufkommende Zuneigung sich plötzlich in Leidenschaft verwandelt. Wie aus dem Nichts lieben sie sich auf ihre eigene brutale Weise. Ein plötzliches Unbehagen durchzieht den Kinosaal: lautes Murmeln, unterdrücktes Lachen zeugen davon, dass trotz zahlenloser 'coming-out'-Kungebungen der neue sexuelle Kodex bei weitem noch nicht alle Hürden überwunden hat.
Brokeback Moutain wird für Jack und Ennis der Inbegriff für Freiheit, ein Paradies auf Erden, ihr Zufluchtsort. Danach kehren die beiden Männer zum normalen Leben zurück: Ehe-Kinder-Beruf; jeder für sich, aber ohne grosse Freude und Hingabe. Das ununterdrückbare damalige Erlebnis zerrt anhaltend an ihrem Wesen, bis sie sich vier Jahre später wieder begegnen. So setzen sie dann auch gelegentlich -an schönen Wochenenden- ihre Beziehung in Brokeback Moutain fort, wobei zusammen unaufhörlich besprochene Projekte immer wieder durch den unbeständigen, labilen und nur scheinbar abgehärteten Ennis verschoben werden. Ang Lee gelingt es, eine Schwarzweiss-Malerei und eine Verurteilung der einen oder der anderen Seite zu verhindern: er erwähnt eigentlich nur eine bestimmte Vergangenheit, eine bestimmte nicht sprachliche Kultur, eine bestimmte Tradition und eine Welt, die man nicht durcheinander bringen kann, ohne selbst das Risiko einzugehen, sich dabei aufzulösen.
Ohne Bedenken greift Ang Lee auf den mythischen Guitarenklang von Ry Cooder oder Neil Young, auf malerische Bilder von Bergseen und Sturzbächen zurück. Tausendmal wurden solche Landschaften schon verfilmt. Tausendmal ist man schon im Kino, in der Literatur, im Fernsehen jene mit dem typischem Akzent stammelnden Gestalten aus Texas begegnet, die durch die schwere Arbeit etwas gebückt voranschreiten, und die seit eh und je unsere Phantasie bevölkern. Aber gerade das Althergebrachte dient dem Wertewandel, den Ang Lee hier vollzieht, um über Liebe zu sprechen. Ein Kuss ist nun mal ein Kuss, Liebeskummer eben Liebeskummer. Was für Ennis und Jack in Brokeback Moutain gilt, gilt dann auch für die ganze Menschheit.
Delphine Valloire
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Brokeback Moutain
Ein Film von Ang Lee
(Canada, 2004, 134 Min.)
Mit Heath Ledger, Jack Gyllenhaal, Michelle Williams, Ann Hathaway…
Venedig 2005 - Offizieller Wettbewerb






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Eine männliche Romanze durch das Amerika der sechziger Jahren: ein Pörtrait mit viel Zartgefühl durch den vielseitigen Regisseur von Tiger and Dragon
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