Kritik: Geschickt lässt Regisseur John Crowley („Intermission“) den Zuschauer fast gleichzeitig mit seiner neuen Freundin Michelle Jack kennen und lieben lernen. Jack (hervorragend gespielt von Newcomer Andrew Garfield) ist ein freundlicher, hilfsbereiter junger Mann, der bisweilen ein wenig tollpatschig wirkt, aber im Allgemeinen seinen
Alltag gut und mit viel Engagement meistert. Zwar ist von Anfang an klar, dass Jack alias Eric seine gesamte Jugendzeit im Gefängnis zugebracht hat, aber man fragt sich nicht, warum.

Großbritannien 2007, 100 Min.
Regie: John Crowley
Mit Andrew Garfield, Peter Mullan, Siobhan Finneran, Alfie Owen, Taylor Doherty

In Rückblenden erfährt der Zuschauer häppchenweise, was damals passiert ist und warum Jack dreizehn Jahre hinter Gittern verbringen musste. Da gab es einen besten Freund, der zu Hause misshandelt wurde und sein Leid an andere Menschen weitergegeben hat. Jack war ihm hörig, immerhin war es sein bester Freund...
Kameramann Rob Hardy findet stimmungsvolle, melancholische Bilder, die gemeinsam mit dem Sounddesign und der Musik von Paddy Cunneen einen Sog entfalten, dem man sich kaum entziehen kann. Man kommt nicht umhin, sich mit dem schwierigen Schicksal Jacks zu identifizieren. Dieser tut alles, um ein ganz normales, unauffälliges und gutes Leben zu führen. Warum also beginnt die Presse eine Hetzjagd auf ihn? Ist es unumgänglich, dass Jack Opfer seiner eigenen Vergangenheit werden muss? Warum ist die Gesellschaft nicht in der Lage, einem Menschen, der seine Strafe abgesessen hat, eine wirkliche zweite Chance zu geben? "Boy A" wirft Fragen auf, die noch lange nachwirken. Das hervorragende Drehbuch von Mark O'Rowe beruht auf dem Roman von Jonathan Triggel, der wiederum auf einer wahren Begebenheit basiert.
Nana A.T. Rebhan






per E-Mail verschicken











Facebook
Twitter
RSS

