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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart vom 7. April 2009 - 25/05/09

Boy A

Ein Film von John Crowley


Resozialisierungsversuch eines jugendlichen Mörders

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Synopsis: Der 24-jährige Eric, der sich seit seiner Freilassung Jack nennt, versucht ein neues Leben zu beginnen. Dreizehn Jahre hat er im Gefängnis zugebracht. Sein engagierter Bewährungshelfer Terry mietet ihm eine Wohnung an, und besorgt ihm einen Job. Schnell findet Jack auch eine Freundin. Doch seine Vergangenheit wird von den Medien, die ihn "Boy A" nennen, brutal wieder hervor gezerrt, und zerstört jede Möglichkeit eines normalen Lebens.

Kritik: Geschickt lässt Regisseur John Crowley („Intermission“) den Zuschauer fast gleichzeitig mit seiner neuen Freundin Michelle Jack kennen und lieben lernen. Jack (hervorragend gespielt von Newcomer Andrew Garfield) ist ein freundlicher, hilfsbereiter junger Mann, der bisweilen ein wenig tollpatschig wirkt, aber im Allgemeinen seinen
Alltag gut und mit viel Engagement meistert. Zwar ist von Anfang an klar, dass Jack alias Eric seine gesamte Jugendzeit im Gefängnis zugebracht hat, aber man fragt sich nicht, warum.

BOY A
Großbritannien 2007, 100 Min.
Regie: John Crowley
Mit Andrew Garfield, Peter Mullan, Siobhan Finneran, Alfie Owen, Taylor Doherty
Als er einem kleinen Mädchen bei einem Verkehrsunfall das Leben rettet, beginnen sich die Medien für ihn zu interessieren, feiern ihn gemeinsam mit seinem Kollegen als Helden, was Jack sichtlich unangenehm ist. Er will nicht auffallen, seine Vergangenheit ruhen lassen. Doch gleichzeitig wird das Bedürfnis in ihm immer stärker, seiner Freundin Michelle die ganze Wahrheit über ihn zu erzählen. Terry rät ihm davon dringlichst ab, denn er weiß, was geschehen kann.

In Rückblenden erfährt der Zuschauer häppchenweise, was damals passiert ist und warum Jack dreizehn Jahre hinter Gittern verbringen musste. Da gab es einen besten Freund, der zu Hause misshandelt wurde und sein Leid an andere Menschen weitergegeben hat. Jack war ihm hörig, immerhin war es sein bester Freund...

Kameramann Rob Hardy findet stimmungsvolle, melancholische Bilder, die gemeinsam mit dem Sounddesign und der Musik von Paddy Cunneen einen Sog entfalten, dem man sich kaum entziehen kann. Man kommt nicht umhin, sich mit dem schwierigen Schicksal Jacks zu identifizieren. Dieser tut alles, um ein ganz normales, unauffälliges und gutes Leben zu führen. Warum also beginnt die Presse eine Hetzjagd auf ihn? Ist es unumgänglich, dass Jack Opfer seiner eigenen Vergangenheit werden muss? Warum ist die Gesellschaft nicht in der Lage, einem Menschen, der seine Strafe abgesessen hat, eine wirkliche zweite Chance zu geben? "Boy A" wirft Fragen auf, die noch lange nachwirken. Das hervorragende Drehbuch von Mark O'Rowe beruht auf dem Roman von Jonathan Triggel, der wiederum auf einer wahren Begebenheit basiert.

Nana A.T. Rebhan




Erstellt: 04-05-09
Letzte Änderung: 25-05-09