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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart am 22. Februar 2007 - 26/02/07

Bordertown

Ein Film von Gregory Nava


Ein brutaler Frauenmörder treibt sein Unwesen im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko

USA 2006
Länge 112 Min.
Format 35 mm, 1:1.85
Mit: Jennifer Lopez, Antonio Banderas, Sonia Braga, Maya Zapata, Martin Sheen, Rene Rivera, Kate del Castillo, Randall Batinkoff, Karolinah Villarreal, Bob Morrisey, Julio Cesar Cedillo, Tereza Ruiz, Jorge Urzua
Berlinale 2007 - Wettbewerb


  • Synopsis

Die ehrgeizige Karrieristin Lauren Adrien wird von ihrer Zeitung ins amerikanisch/mexikanische Grenzgebiet geschickt. Dort soll sie über Frauenmorde recherchieren, die dort gehäuft auftreten, einige hundert Fälle in den letzten Jahren. Fabrikarbeiterinnen verschwinden auf ihrem Nachhauseweg. Schnell begibt sie sich dabei selbst in Lebensgefahr.


  • Kritik

Die Handlung von Bordertown beruht auf wahren Begebenheiten. Mehr als 400 Frauen sind in den letzten Jahren in den amerikanisch/mexikanischen Grenzstädten Ciudad Juárez und Chihuahua ums Leben gekommen, auf grausamste Weise. Mag sein, dass dieser Film aus positiven Beweggründen entstanden ist, mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf diese furchtbaren Morde zu richten, aber diese hehre Absicht ist gründlich misslungen.

Das, was Autor und Regisseur Gregory Nava hier abliefert, enttäuscht nicht nur, man könnte es fast schon als rassistisch bezeichnen. Da kommt die gut aussehende Reporterin Lauren Adrien aus Chicago – gespielt von Jennifer Lopez - nach Juarez, und trifft dort auf einen ihrer ehemaligen Geliebten, den Verleger Alfonso Diaz (Antonio Banderas). Fortan dreht sich eigentlich alles nur noch um sie, selbst die Morde geraten dabei in den Hintergrund. Sicher, da gibt es die 16-jährige Fabrikarbeiterin Eva, die brutal vergewaltigt und anschließend im Sand verscharrt wird. Doch sie ist gar nicht tot, schleppt sich zurück in die Stadt und kann sich an die Gesichter ihrer Peiniger erinnern. Sie ist die einzige Zeugin. Ihre Vergewaltiger wollen sie natürlich aus dem Weg schaffen, und dadurch gerät sie erneut in Lebensgefahr.

Antonio Banders und Jennifer Lopez in "Bordertown"
Lauren Adrien versucht alles, um Eva zu schützen. Vor ihrem Verleger muss sie sich natürlich für ihren hohen persönlichen Einsatz rechtfertigen. Da kommt dem Drehbuch Laurens Vergangenheit gerade recht. In Rückblenden, die aussehen sollen, als seien sie auf altem Filmmaterial gedreht, wird nun erzählt, wie Laurens Eltern, mexikanische Plantagenarbeiter erschossen werden. Da ist sie grade mal so vier Jahre alt. Die Vollwaise wird von amerikanischen Pflegeeltern adoptiert. Das fällt ihr alles ganz plötzlich wieder ein, als sie ihre hellblonden Haare dunkel färbt um sich als Fabrikarbeiterin zu tarnen und den Lockvogel zu spielen. Ihre Vergangenheit wird bis zu dieser Szene geradezu vertuscht. Alfonso etwa fragt sie: „Was will eine blonde Amerikanerin wie du hier?“ Das rassistische Element des Films taucht hier ebenfalls auf. Adriens Vergangenheit wird im Film wie eine Art persönliche Legitimation präsentiert, die es rechtfertigt, dass sich die karrieristische Journalistin nun um das Leben von mittellosen mexikanischen Fabrikarbeiterinnen kämpft.

Bordertown ist ein narzisstischer Film, der sein wichtiges Thema nur benutzt. Für so etwas gibt es keine andere Empfindung als Ekel.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 20-02-07
Letzte Änderung: 26-02-07