Die Reportage sehen (real video - 3mn49)
Das Pariser Palais Garnier ist "Blaubarts Schloss". So heisst Bela Bartoks einzige Oper. Inszeniert hat La Fura dels Baus. Und wieder zeigen die Katalanen, welch beeindruckendes Niveau sie erreicht haben. La Fura dels Baus begann 1979 als einfaches Straßentheater, so provozierend kraftvoll und unbändig, dass nicht nur Europa, sondern die ganze Welt staunte. Alex Olle: "Wir haben in der Zeit nach Franco angefangen, es war der Neubeginn der Demokratie. Wir standen damals stark unter Druck - wie eine Champagnerflasche kurz vor dem Platzen. Daraus ergab sich ein Spiel voller Dynamik und Energie."
Barcelona 1992: La Fura inszenierte die Eröffnung der Olympischen Spiele für Milliarden von Zuschauern. Die Truppe kam immer besser voran, eine neue Herausforderung wartete. Es war die Oper, auf die die Truppe in den letzten zehn Jahren ihre ganze Energie konzentrierte. 2003 hinterliessen die Katalanen bereits Eindruck mit ihrer umstrittenen Inszenierung der "Zauberflöte" bei der Ruhr-Triennale. Und nun ein beängstigender "Blaubart". Am Entwurf des eisig strengen Bühnenbilds arbeitete der katalanische Künstler Jaume Plenza mit. Das nüchtern-strenge Dekor bringt die neuen Technologien voll zur Wirkung. Plenza ist der Meinung, dass die Ideen neu sein müssten, nicht das Material. Er sieht die Videokunst passend zur Oper, sowie der Raum zum Schauspieler passe. Heute geht jedes Fura-Mitglied auch einer eigenen künstlerischen Tätigkeit nach. Aber allen gemeinsam ist der Zorn und die Lust, sich über Grenzen hinwegzusetzen.
Carlos Padrissa: "Irgendwann müssen wir alle mal sterben. Aber wir werden schon noch etwas Zeit haben..."
AufführungenLe Château de Barbe-Bleue
Béla Bartók (1881-1945)
Musikalische Leitung: Gustav Kuhn
Inszenierung: Alex Ollé und Carlos Padrissa von La Fura dels Baus
Kostüme und Dekor: Jaume Plensa
Am 04., 06., 08., 13. und 16. Februar 2006
Im Palais Garnier - Paris
>> Offizielle Website






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