Schriftgröße: + -
Home > Die Welt verstehen > Birma - Militär gegen Mönche > Flüchtlingsvolk und Touristenattraktion

19. Oktober 2007 um 12.30 Uhr - 17/10/07

Birma - Flüchtlingsvolk und Touristenattraktion

"WunderWelten" erkundet die wenig erschlossenen Regionen dieser Erde. Dabei verrät die Dokumentationsreihe Wissenswertes über Kultur und Religionen der einheimischen Volksgruppen sowie Erstaunliches über die exotische Tier- und Pflanzenwelt. Heute: Birma - Flüchtlingsvolk und Touristenattraktion

WunderWelten
(Frankreich, 2000, 52mn)
ARTE F
Regie: Vincent Leduc

Früher lebten in der Karenni-Region im Vielvölkerstaat Myanmar, dem früheren Birma, die Ethnien der Kayan und der Kayah. Nach der Annexion des Gebietes durch die birmanische Armee wurden die Angehörigen der beiden Stämme verfolgt, versklavt und ermordet. Sie flüchteten nach Thailand, wo sie sich in Museumsdörfern als lebende Fotoattraktion für Touristen verkaufen.
Nur 200 Meter von diesen "Touristendörfern" entfernt leben Tausende von Flüchtlingen. Doch ihretwegen kommen die Ausländer nicht, sie wollen nur die berühmten "Giraffenfrauen" vom Stamm der Kayan und die "Elefantenfrauen" der Kayah sehen. Diese Traditionen sind die einzigen Einnahmequellen dieser Völker und lassen sie wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen. Doch eine junge Kayan-Frau steht heute vor einer bitteren Entscheidung: Soll sie die Messingringe um den Hals anlegen, ein wenig Geld damit verdienen und gleichzeitig einen Teil ihrer kulturellen Identität bewahren oder soll sie mit ihrer Kultur brechen, zur Schule gehen und sich in Thailand assimilieren?

Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und macht deutlich, welche Verantwortung Touristen tragen, die sich in einem fremden Land wie Kolonialherren oder Besucher von Menschenzoos verhalten.

Erstellt: 17-10-07
Letzte Änderung: 17-10-07