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04/02/04

Biographien und Filmographien

Constantin Costa-Gavras (Konstantinos Gavras) wurde am 13. Februar 1933 in Athen als Sohn einer aus Russland stammenden Familie geboren. Heute ist er französischer Staatsbürger. Als sein Vater, ein Beamter, kommunistischer Ideen beschuldigt wurde, beschloss der damals 18-jährige Costa-Gavras, nach Paris zu gehen. Dort begann er zunächst Literatur zu studieren und schrieb sich dann an der Filmhochschule IDHEC ein. Er arbeitete als Filmkritiker und als Assistent von René Clément und Jacques Demy. Seinen ersten Film, COMPARTIMENT TUEURS, drehte er 1965. Der Film wurde von Julien Derode produziert und entstand mit der finanziellen Unterstützung aller Schauspieler. Costa-Gavras’ Erstling wurde zu einem großen Publikumserfolg, die Kritik lobte Inszenierung und Schauspielerführung. Nach dem quasi Misserfolg von UN HOMME DE TROP, einem im Resistance-Milieu angesiedelten Drama, folgte 1969 der Triumph mit Z. Der Film erhielt zwei Preise in Cannes und zwei Oscars. Im Mittelpunkt des nach einem Roman von Vassilis Vassilikos entstandenen Films steht der authentische Fall des 1963 in Athen ermordeten Abgeordneten Lambrakis. Die Kritik feierte Z, dessen Drehbuch von Costa-Gavras und Jorge Semprún stammt, einhellig als den ersten großen politischen Film Frankreichs.

In L’AVEU (1970) prangert Costa-Gavras ausgehend von der Autobiografie des ehemaligen stellvertretenden Außenministers der Tschechoslowakei Arthur London die Auswüchse des Stalinismus an. In ÉTAT DE SIÈGE (1973) entlarvt er die politische Einflussnahme der Vereinigten Staaten in bestimmten lateinamerikanischen Staaten, und in SECTION SPÉCIALE (1975) greift er eine besonders üble Episode der Kollaboration der Vichy-Regierung mit der deutschen Besatzungsmacht im August 1941 auf.

Seine Handschrift fand der politisch engagierte Regisseur in der Vermischung von Kriminalfilm und politischem Film. Im weiteren Verlauf seiner Karriere prangerte er mit seinen Streifen Militärregimes in aller Welt an. Nach einem einzigen Liebesfilm (CLAIR DE FEMME) drehte Costa-Gavras - auf Vorschlag eines Hollywood-Produzenten - in den Vereinigten Staaten erneut einen politisch engagierten Film: MISSING. In diesem Film geht es um die Verantwortung des amerikanischen Geheimdienstes für den Sturz der chilenischen Unidad-Popular-Regierung und von deren Präsidenten Salvador Allende. Trotz der offiziellen Dementi des State Departement, das jegliche Beteiligung am Putsch von General Pinochet zurückwies, wurde MISSING ein Erfolg in den USA, in denen eine starke Tradition des politischen Films fortbesteht. Der Film erhielt 1982 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes und einen Oscar für die beste Verfilmung. Auch die folgenden Filme, darunter BETRAYED (1988), stellte Costa-Gavras in den Dienst seines politischen Engagements. 1989 entstand MUSIC BOX, einer seiner packendsten und mutigsten Filme. Der Film und seine Darstellerin Jessica Lange wurden auf der Berlinale ausgezeichnet. Costa-Gavras’ letzter Film AMEN (2001) ist ein historisches Drama, das stark an seine ersten Arbeiten anknüpft.

Filmografie von Costa-Gavras

Amen (2001) mit Ulrich Tukur, Mathieu Kassovitz
Mad City (1997) mit Dustin Hoffman, John Travolta
A propos de Nice, la suite (1995) von Catherine Breillat, Costa-Gavras, mit Bernard Benassayag, Thierry Said Bouibil
Lumière et compagnie (1995) von Lasse Hallström, Abbas Kiarostami, mit Pernilla August, Romane Bohringer
La Petite Apocalypse (1992) mit Pierre Arditi, André Dussollier
Contre l'oubli (1991) von Chantal Akerman, René Allio
Pour Kim Song-Man (1991) mit MC Solaar, Sai Sai
Music Box (1989) mit Jessica Lange, Armin Müller-Stahl
Betrayed (1988) mit Debra Winger, Tom Berenger
Conseil de famille (1985) mit Fanny Ardant, Remi Martin
Hanna K (1983) mit Jill Clayburgh, Jean Yanne
Missing (1982) mit Jack Lemmon, Sissy Spacek
Clair de femme (1979) mit Romy Schneider, Yves Montand
Section spéciale (1974) mit Michael Lonsdale, Louis Seigner
Etat de siège (1973) mit Yves Montand, Renato Salvatori
L'Aveu (1970) mit Yves Montand, Simone Signoret
Z (1969) mit Yves Montand, Jean-Louis Trintignant
Un homme de trop (1966) mit Charles Vanel, Bruno Crémer
Compartiment tueurs (1965) mit Simone Signoret, Yves Montand

Erstellt: 28-04-04
Letzte Änderung: 04-02-04