Schriftgröße: + -
Home > Cinem'arte > Archiv > Robert Guédiguian > Biographie

16/09/05

Biographie


Robert Guédiguians Film ist eine tragische, düstere Version seines Publikumerfolges "Marius und Jeannette" von 1997. Mit der gleichen Besetzung - Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Jacques Boudet, Pascale Roberts - drehte der Regisseur einen erschütternden Film über den ausweglosen Kampf der kleinen Leute um eine bessere Zukunft. Von Kritikerstimmen als der französische Ken Loach betrachtet, kritisiert er in vielen seiner Filme Politiker und Geschäftemacher, die sich auf Kosten anderen bereichern, während die sozial Schwachen ums Überleben kämpfen. In "Die Stadt frisst ihre Kinder" wollte er, so Robert Guédiguian, "über das sprechen, was mir Angst macht. Ich war immer der Meinung, dass unter der schönen Fassade etwas Gefährliches und Erschreckendes lauert, das jederzeit ausbrechen kann". Guédiguian drehte den Film in Marseille, der Stadt, in der der Regisseur 1953 geboren wurde. Der Film ist eine Hommage an die Heimat des Filmemachers, was gleich in der ersten Szene deutlich wird, in der die Kamera langsam über die 2.600 Jahre alte Metropole am Mittelmeer schwenkt, die im hellen Sonnenlicht erstrahlt. Schon seit mehr als zehn Filmen greift Guédiguian bei seiner Arbeit immer wieder auf die gleiche Schauspieler-Riege zurück, zu der auch seine Ehefrau Ariane Ascaride gehört. Sie spielte zuletzt unter der Regie ihres Mannes in "Mon père est ingénieur" (2004) und in "Brodeuses" von Eléonore Faucher. Die Rolle der Titelheldin in "Marius et Jeannette" brachte ihr 1998 den César als beste Schauspielerin und den Preis für die beste weibliche Hauptrolle bei den Sant Jordi Awards 1999 ein. Auch für ihre Rolle in "Die Stadt frisst ihre Kinder" wurde Ariane Ascaride beim Internationalen Filmfestival von Valladolid im Jahre 2000 als beste weibliche Schauspielerin ausgezeichnet. Darüber hinaus gewann der Film 2001 den FIPRESCI-Preis bei den European Film Awards und den Preis für das beste Drehbuch auf dem Mons International Festival of Love Films.

Erstellt: 16-09-05
Letzte Änderung: 16-09-05