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Berlinale 2010

Live-Berichterstattung von der 61. Berlinale vom 10. bis zum 20. Februar 2011.

Berlinale 2010

Sonntag, 21. Februar um 17.00 Uhr - 15/02/10

Biographie: Doris Dörrie - Kunst darf unterhalten

Von Beatrix Schwehm


Doris Dörrie ist ein Multitalent: Filmregisseurin, Professorin an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, Autorin von Drehbüchern, Kinderbüchern und Romanen. Ihre Bücher sind Bestseller und wurden in rund 30 Sprachen übersetzt. Ihre Filme sind weltweit zu sehen und vielfach preisgekrönt. Im Porträt blickt sie zurück auf Filme wie „Männer“, „Bin ich schön?“ und „Kirschblüten – Hanami“. In den langen Gesprächen gibt sie auch Persönliches preis: Sie erzählt wie die Krankheit und der Tod ihres Mannes sie dem Zen-Buddhismus nahe bringen, sie spricht über das Spiel von Tragik und Komik, über Schmerz und Verlust, über die Zerbrechlichkeit des Lebens.

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Biographie: Doris Dörrie - Kunst darf unterhalten
von Beatrix Schwehm
NDR/ARTE
Doris Dörrie ist vor allem als Filmregisseurin bekannt, nur wenige wissen, dass die „deutsche Humorexpertin“ auch als Opernregisseurin arbeitet. Daniel Barenboim holte sie 2001 zum erstenmal an die Berliner Staatsoper. Sie war von Anfang an fasziniert von den feinen exakten Zeichnungen der Charaktere der Oper. „Die Oper hat alle großen emotionalen Konflikte erzählt, die uns zerreißen. Sie ist eine Oase, wo man nur fühlen und spüren darf. Das finde ich heutzutage etwas ganz Wichtiges“, sagt sie.

Zum ersten Mal lässt Doris Dörrie sich von einem Kamerateam während der Arbeit an ihrer sechsten Operninszenierung, dem „Admeto“ von Friedrich Händel, begleiten. Solche Arbeitsprozesse sind für die Regisseurin ein sehr sensibler, privater Bereich, hier zeigt sie sich ungeschminkt. In diesem Porträt bekommt der Zuschauer Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelten einer vielschichtigen Frau.
 Ausgehend von der Oper taucht das Porträt ein in ihre Filme: „Männer“, „Bin ich schön?“ und Kirschblüten – Hanami. Das Porträt macht deutlich: Doris Dörrie lässt sich nicht einordnen, weder als Feministin, noch als Buddhistin oder als Regisseurin erfolgreicher Filmkomödien. Frei zu sein im Geist und in der Arbeit bedeutet ihr alles.



Der Zuschauer ist dabei wie Doris Dörrie sich in einem Straßencafé sitzend Charakteren und Atmosphären annähert, die später in ihre Bücher und Drehbücher einfließen. „Ich habe es viel lieber, wenn die Realität mitmischt und wild durch den Garten ihre Inspiration und Geschenke auch verteilt,“ sagt sie.
Produzent Bernd Eichinger, Kameramann Hanno Lentz und Sängerinnen und Tänzer der Händel-Oper tragen mit ihren Aussagen dazu bei, dass mit diesem Film ein ungewöhnliches und überraschendes Bild von Doris Dörrie gelingt. Es ist das sensible Porträt einer klugen, kraftvollen und selbstbewussten Frau, die neugierig auf Unbekanntes zugeht, die aber auch eine ganz scheue und verletzliche Seite in sich trägt, die Respekt verdient.

Doris Dörrie
Samstag 27. Februar 2010 um 06.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2009, 44mn)
NDR

Erstellt: 08-02-10
Letzte Änderung: 15-02-10