
von Beatrix Schwehm
NDR/ARTE

Zum ersten Mal lässt Doris Dörrie sich von einem Kamerateam während der Arbeit an ihrer sechsten Operninszenierung, dem „Admeto“ von Friedrich Händel, begleiten. Solche Arbeitsprozesse sind für die Regisseurin ein sehr sensibler, privater Bereich, hier zeigt sie sich ungeschminkt. In diesem Porträt bekommt der Zuschauer Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelten einer vielschichtigen Frau.
Ausgehend von der Oper taucht das Porträt ein in ihre Filme: „Männer“, „Bin ich schön?“ und „Kirschblüten – Hanami“. Das Porträt macht deutlich: Doris Dörrie lässt sich nicht einordnen, weder als Feministin, noch als Buddhistin oder als Regisseurin erfolgreicher Filmkomödien. Frei zu sein im Geist und in der Arbeit bedeutet ihr alles.
Der Zuschauer ist dabei wie Doris Dörrie sich in einem Straßencafé sitzend Charakteren und Atmosphären annähert, die später in ihre Bücher und Drehbücher einfließen. „Ich habe es viel lieber, wenn die Realität mitmischt und wild durch den Garten ihre Inspiration und Geschenke auch verteilt,“ sagt sie.
Produzent Bernd Eichinger, Kameramann Hanno Lentz und Sängerinnen und Tänzer der Händel-Oper tragen mit ihren Aussagen dazu bei, dass mit diesem Film ein ungewöhnliches und überraschendes Bild von Doris Dörrie gelingt. Es ist das sensible Porträt einer klugen, kraftvollen und selbstbewussten Frau, die neugierig auf Unbekanntes zugeht, die aber auch eine ganz scheue und verletzliche Seite in sich trägt, die Respekt verdient.






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