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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 17. Februar 2005 - 15/02/05

Beyond The Sea

Ein Film von Kevin Spacey


In dem stilistisch ungewöhnlichen, zwischen Musikfilm, dramatischer Lebensgeschichte und Chronik angesiedelten Biopic über den Crooner Booby Darin beweist Kevin Spaceys großes Talent als Schauspieler und Regisseur.

Synopsis: Singen ist Bobby Darins Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die ihn am Leben erhält. Schon als Kind leidet Bobby an einem irreparablen Herzschaden. Die Ärzte prognostizieren, dass Bobby das 15. Lebensjahr nicht überschreiten wird. Doch seine Mutter Polly erweckt in ihm die Liebe zur Musik und zum Showgeschäft Sein Talent und seine Begabung helfen ihm, nicht an seiner Krankheit zu verzagen. Bobby nimmt sich vor, „noch berühmter zu werden als Sinatra“. Er schafft den Durchbruch, wird als Crooner und „King of Swing“ in den USA gefeiert und landet einen Hit nach dem anderen. Gleichzeitig startet er eine Karriere als Schauspieler. Bei Dreharbeiten in Hollywood verliebt er sich in die junge viel versprechende Schauspielerin Sandra Dee. Aber sein Ehrgeiz wird ihm letztlich zum Verhängnis ….

Kritik: „Beyond the Sea“ ist nach „Albino Aligator“ Kevin Spaceys zweite Regiearbeit. Der Film erzählt die Lebensgeschichte des amerikanischen Crooners Bobby Darin in einer stilistisch ungewöhnlichen Mischung aus Musikfilm, Drama und Chronik. Neben Spaceys Film bringt Hollywood dieses Jahr noch zwei weitere Musikerbiographien auf die Leinwand: „Ray“, eine ambitiöse Schilderung des Lebens der Musiklegende Ray Charles, dessen Darsteller Jamie Foxx als heißer Anwärter auf den Oscar als bester Hauptdarsteller gilt, und „Walk the Line“ über das Leben des Country-Musikers Jonny Cash (gespielt Joaquin Phoenix), der gegen Ende des Jahres in die Kinos kommen soll.

Kevin Spacey führt Regie und spielt die Hauptrolle, beides mit viel Einfühlungsvermögen und Fantasie. Für den charismatischen, erschreckend guten Schauspieler kam der Durchbruch 1995 mit Filmen, wie sie für die 90er typisch sind: „Die üblichen Verdächtigen“, „Se7en“, „L.A. Confidential“, „Mitternacht im Garten von Gut und böse“ und natürlich „American Beauty,“ für den er einen Oscar erhielt. Man kann es auch anders formulieren: Spacey sitzt mitten im Auge des Zyklons. In punkto Wandlungsfähigkeit eifert er seinen Idolen Jack Lemmon und James Cagney nach. In „Beyond the Sea“ überrascht er uns zusätzlich als durchaus nicht untalentierter Tänzer und Sänger. Wie Bobby Darin gibt er sich ganz seiner Leidenschaft hin. Nur ist das in Spaceys Fall der Film und Regie führen gehört offenbar mit zu seinem Weg.

„Beyond the Sea“ erzählt von der Karriere eines großen amerikanischen Crooner, die 1973 mit dem frühen Tod Bobby Darins im Alter von nur 36 Jahren ihr vorzeitiges Ende fand. Spacey gelingt es, den Zuschauer in die Bronx der 1940er Jahre, in die Welt der Music-Halls der 1950er Jahre und schließlich nach Hollywood und Las Vegas zu versetzen. Spacey konzentriert sich auf die Widersinnigkeit und Ambiguität seiner Hauptfigur, die von ihrem Ehrgeiz am Leben erhalten wird und gleichzeitig an ihm zu ersticken droht. Kate Bosworth, das blonde Püppchen, das der echten Sandra Dee erstaunlich ähnlich sieht, zeigt Verwerfungen so tief, wie der Sankt Andreas Graben. Die Beziehung von Bobby und Sandra, obwohl chaotisch, hinterlässt dennoch den Eindruck einer fast perfekten Romanze, in der beide sich redlich bemühen, dem Erfolgsdruck ebenso stand zu halten wie dem Blitzlichtgewitter der Fotografen.

Spaceys Trick, die Geschichte des Bobby Darin von zwei „Ich-Erzählern“ erzählen zu lassen (einmal als Junge aus der Bronx und einmal der erfolgreiche Musiker), erweist sich als äußerst geschickt. Auf diese Weise führt er behutsam durch das Leben von Bobby Darin, das sich vor dem Zuschauer ohne die üblichen schwerfälligen Rückblenden wie ein feines Puzzle ausbreitet. Manche Szenen wirken etwas grell, doch es steckt immer eine brillante Idee dahinter. So hört man z. B. eine lautstarke Auseinandersetzung ohne die Streitenden zu sehen. Im Bild erscheint nur das betretene Gesicht eines Hundes. In einer anderen Szene verschwindet der große Kummer eines kleinen Jungen hinter einem Koffer. In beiden Fällen könnte der gewünschte Effekt nicht besser sein. Spacey spielt mit Symbolen (eine Uhr, alte Fotos, ein Mikrofon) und bedient sich ihrer mit einer gewissen Ironie, Eleganz und sehr viel Takt. Attribute seiner eigenen Persönlichkeit.

Delphine Valloire
Beyond The Sea
(Deutschland / Großbritannien 2004, 118 Minuten)
Regie: Kevin Spacey
Darsteller: Kevin Spacey, Kate Bosworth, John Goodman, Brenda Blethyn
Berlinale 2005 Sektion: Panorama Spezial

Erstellt: 15-02-05
Letzte Änderung: 15-02-05