Unbekannte Stimmen hörbar zu machen und Nebenwege durch die Überfülle der Neuerscheinungen zu erschließen, hat sich „Weltempfänger“ zur Aufgabe gesetzt. Auf der Grundlage der Arbeit der Litprom (Gesellschaft zur Förderung von Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e. V.) nimmt diese alternative Bestenliste all jenes wahr, was nicht im eigenen Garten wächst und geläufig ist. Sie erscheint viermal im Jahr.
Die Jury
What's new? Ilja Trojanow stellt den "Weltempfänger" vor
Rang _____ | Titel ______________________________________________________________ |
1 | Ngugi wa Thiong’o: Herr der Krähen |
2 | Liao Yiwu: Für ein Lied und hundert Lieder [China]Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen. Aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann. S. Fischer VerlagDreißig Männer in einer Zelle, Hitze bis 40 Grad, Hunger, Madennester in verwahrlosten Mündern – das ist der Alltag für einen politischen Häftling wie Liao Yiwu in Chinas Gefängnissen. Der Dichter beantwortet das unfassbare Grauen mit der Klarheit seines Berichts, mit Komik, vor allem aber mit der Poesie seiner Gedichte. Ein Lebenswerk und ein Buch, das man nicht vergisst. (Cornelia Zetzsche) |
3 | Chirikure Chirikure: Aussicht auf eigene Schatten [Simbabwe]Dreisprachige Ausgabe. Aus dem Englischen von Sylvia Geist. Verlag Das WunderhornEiner der wenigen Dichter, die in einer afrikanischen Sprache schreiben und trotzdem international wahrgenommen werden. Ein mehrsprachiger Band (Shona, Englisch und Deutsch) voller rhythmischer Gedichte, deren Thematik von Mythen bis hin zu Maschinengewehren reicht; eine Stimme, die eigen und anders ist. (Ilija Trojanow) |
4 | Malla Nunn: Lass die Toten ruhen [Südafrika]Aus dem Englischen von Armin Gontermann. Verlag Rütten & LoeningEmmanuel Cooper ist wieder da: Dieses Mal bekommt es der Ermittler im Südafrika der 1950er Jahre mit dem russischen und dem amerikanischen Geheimdienst zu tun. Und natürlich mit dem ganz alltäglichen Rassismus der noch jungen Apartheid, der schließlich aber zur Aufklärung von Coopers zweitem Fall beiträgt. Ein hochpolitischer, spannender und temporeicher Roman. (Katharina Borchardt) Zur Rezension |
5 | Imraan Coovadia: Gezeitenwechsel [Südafrika]Aus dem Englischen von Indra Wussow. Verlag Das WunderhornDurban, Südafrika: Der indischstämmige Arzt Arif wurde ermordet. War er den Obrigkeiten des Landes ein Dorn im Auge, weil er einen afrikanischen Virusstamm von Aids erforscht hatte? Der Form nach ein Krimi, liefert Gezeitenwechsel eine aufregende Innensicht in ein Land im Umbruch: Denn Coovadia erzählt jenseits üblicher Klischees von großen Themen wie Rassismus und Afrikanismus, von Aids und Organhandel. (Claudia Kramatschek) |
6 | Fabien Didier Yene: Bis an die Grenzen [Kamerun/Marokko]Chronik einer Migration. Aus dem französischen Typoskript von Beatriz Graf. Drava VerlagEuropa, das gelobte Land – dort will der Autor hin und erzählt uns seine Geschichte einer Migration: vom Durchqueren der Wüste, von den Methoden der Schlepper, der allgegenwärtigen Angst vor Entdeckung, vom Scheitern und immer neuen Versuchen, endlich auf der „Zielgeraden“ anzukommen. Von verlorenen Illusionen, aber auch von Hoffnung, Freundschaft und Solidarität. (Anita Djafari) |
7 | Francisco Goldman: Die Kunst des politischen Mordes [USA/Guatemala]Aus dem Englischen von Roberto de Hollanda. Rowohlt VerlagDer Mord an dem guatemaltekischen Bischof Juan Gerardi im Jahr 1998 war für Goldman der Anlass, ein politisches Verbrechen Faser für Faser zu sezieren. Methodisch als investigativer Journalismus, inszeniert mit literarischen Mitteln. Am Ende steht das große, bitter-komische absurde Theater, die Realität als Groteske. (Thomas Wörtche) |
Thomas Wörtche empfiehlt für eine Übersetzung ins Deutsche:
Christopher G. Moore (Hrsg.), Bangkok Noir,Thailändische Kriminalliteratur steckt noch in den Kinderschuhen, obwohl das Land voller Stoff für kriminalliterische Bearbeitung steckt. Die von dem selbst in Thailand lebenden, Thai sprechenden und denkenden kanadischen Romancier Christopher G. Moore herausgegebene Anthologie zeigt Bangkok abseits der Klischees und im Zwiespalt zwischen Tradition und globalisierter Moderne.
Die Weltempfänger-Liste als PDF-Dokument!
Die Jury: Ilija Trojanow (Vorsitz), Katharina Borchardt, Anita Djafari, Andreas Fanizadeh, Karl-Markus Gauß, Claudia Kramatschek, Thomas Wörtche und Cornelia Zetzsche.
In Kooperation mit litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 12 - Juni 2011
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 11 - März 2011
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 10 - Dezember 2010
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 9 - September 2010
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 8 - Juni 2010
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 7 - März 2010
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 6 - Dezember 2009
>>> Weltempfänger-Bestenliste Nr. 5 - September 2009







per E-Mail verschicken









Facebook
Twitter
RSS

