Thomas Wörtche/Plärrer April 2011
KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2011
Grandios Patrick Pécherots zweiter Teil seiner Nestor-Burma-Trilogie. Burma ist ja der Held der Arrondissement-Romane von Léo Malet, dem Pécherot eine Biographie als Anarchist, Lyriker und Privatdetektiv andichtet, die mitunter doch sehr dem Leben Malets ähnelt. Dennoch handelt es sich dabei nicht nur um eine beliebig postmoderne Spielerei. „Belleville - Barcelona“ ist ein Kriminalroman, der den drei Grundpfeilern des französischen polars entspricht: Gewalt, Verbrechen, Argot. Der Argot ist in der deutschen Fassung natürlich gemildert, obwohl der Sound des Originals deutlich zu hören ist. Und die Story über Frankreich als logistische Basis für den Spanischen Bürgerkrieg, wo zum Krieg Francos gegen die Republik der interne Krieg zwischen Stalinisten und Anarchisten resp. "Trotzkisten" (grob gesagt) tobt, ist absolut plausibel. Der Surrealist André Breton mischt als Waffenschieber mit, Jean Gabin stiftet eine Espressomaschine und aus den Fenstern dringen Pablo Casals Cello-Töne der Bach-Suiten. Mitten drin Nestor Burma, der noch "Pipette" (Pfeifchen) heißt, den man arg an der Nase herumgeführt hat und der am Ende darüber grübelt, warum an sich gute und idealistische Menschen dem totalitären Wahnsinn der Zeit verfallen.







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