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ARTE KULTUR - 14/06/06

Bernard Lortholary - Übersetzer

Oft werden sie im Literaturbetrieb kaum beachtet: die Übersetzer.

Doch einmal im Jahr zeichnet der französische Schriftstellerverband, die Société des gens de lettres, sie aus. Bernard Lortholary, der unter anderem auch Kafka und Süsskind übersetzt hat, bekommt dieses Jahr den Übersetzungspreis Gérard de Nerval verliehen. Lortholary erhält ihn für drei seiner Übersetzungen, darunter eine sehr musiknahe Übertragung von Mozartbriefen.

Mozart hat nie aufgehört, Hunderttausende Noten in Partituren zu bringen, Hunderttausende Worte auf Papier zu kritzeln. Diese Alltagsbriefe dokumentieren in erstaunlicher Weise die Bildung des Musikers, seine Reise- und Lehrjahre. Bernard Lortholary ist ein angesehener Übersetzer, der sich der Mozartschen Schriften mit einem Einfallsreichtum angenommen hat, der sich durchaus am Original messen kann. Mozart schreibt die Sprache, die er spricht. Es ist ein Mix aus Süddeutsch mit Dialekteinschlag, gespickt mit Italienisch und Französisch. Der Übersetzer muss sich zuerst in diese Musik, einhören, um sie auf Französische wiederzugeben.

Übersetzungen von Bernard Lortholary
- "Mozart, Lettres des jours ordinaires 1756-1791" de Annie Paradis (Fayard)
- "La maladie allemande" de Johannes Willms (Gallimard)
- "Le livre de mon père" de Urs Widmer (Editions Gallimard)

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ARTE Kultur
Von Montag bis Samstag um 20.00

Erstellt: 14-06-06
Letzte Änderung: 14-06-06