
USA 2009, 79 Min.
Buch und Regie: Bradley Rust Gray
Mit Zoe Kazan, Mark Rendall, Hunter Canning, Maryann Urbano

Kritik: Wer kennt das nicht, dieses Gefühl, diese Verwirrtheit, wenn man merkt, dass man seinen besten Freund/in sehr, sehr mag, sich vielleicht gar ein wenig in ihn verliebt hat. Was dann? Eine jahrelange, wunderbare Freundschaft in Gefahr bringen für ein vielleicht nur kurzes Abenteuer? Lohnt es sich, dieses Risiko einzugehen? Ivy kommt ins Grübeln, als sie merkt, dass sie Al richtig gut findet. Ein schleichender Prozess ist dies, eingefangen in leichten und flüchtigen Bildern, die sich nie aufdrängen.
Der Zuschauer spürt es nur, dieses Nachdenken, er sieht es in den Blicken, die die beiden einander zuwerfen, in den vertrauten Gesten - angesprochen wird das Thema nie. Aber es steht im Raum. Dann etwa, wenn Al "Gute Nacht " sagt, bevor er sich in sein Zimmer verabschiedet und immer auch die Möglichkeit eines Kusses da ist - die sich aber nicht einlöst.
Dazu kommt, dass Ivy einen Freund hat, den sie auch mag. Greg ist aber nicht in New York. Er ruft sie nur hin und wieder an. Arg viel haben sie sich dann nicht zu sagen. Die Vertrautheit und Freundschaft zwischen Ivy und Al scheint viel tiefer zu gehen. Irgendwann macht Greg fast nebenbei Schluss mit ihr am Telefon. Da implodiert Ivy - ganz anders als dies der Titel des Films vermuten lässt.
Sie betrinkt sich, auf einer Party, erzählt keinem von dem Telefonat. Ivy ist Epileptikerin, sie darf eigentlich keinen Alkohol trinken. Es ist ihr egal. Al fragt sie auf dieser Party, wie sehr sie ihn eigentlich mag. Sie weiß keine Antwort, bekommt aber kurze Zeit später einen epileptischen Anfall. Al ist da für sie in diesem Moment, Greg nicht.
Später werden sie bei einem höchst romantischen Sonnenuntergang gemeinsam auf einem Dach sitzen, und sich junge Tauben ansehen. Doch, so eine Szene kann schön sein, ohne kitschig zu sein. Die angenehm vor sich hin plätschernde Indie-Musik, die ruhige Kamera, die vertrauten Gesten der Freunde, der Verzicht auf einen ersten Kuss in diesem Moment, all das macht "The Exploding Girl" zu einem wunderschönen kleinen Film.
Gespielt wird Ivy übrigens von Zoe Kazan, der Enkelin von Elia Kazan, dem Filmemacher. Ihre fast stoische Charakterstudie überzeugt, ihren Namen sollte man sich schon mal merken. In "Revolutionary Road" von Sam Mendes spielt sie die verführte Sekretärin von Leonardo di Caprio, und auch in "The Private Lives of Pippa Lee" von Rebecca Miller hat sie einen Auftritt.
Nana A.T. Rebhan







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( Arte Bewertung: 4 )




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