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Cannes 2005 - Wettbewerb - 18/05/05

Bashing

Ein Film von Masahiro Kobayashi


Ein behutsames Drama über die schwierige Heimkehr einer jungen Japanerin, die als Geisel im Irak festgehalten wurde.

(Japan, 2005, 1’22)
Mit Fusako Urabe, Ryuzo Tanaka, Takayuki Kato…
Wettbewerb

Synopsis: Yuko gerät im Irak, wo sie als ehrenamtliche Helferin für die Bevölkerung und die Kinder tätig ist, in Geiselhaft und kann befreit werden. Bei ihrer Rückkehr nach Japan begegnen ihr Bekannte und Fremde gleichermaßen mit Misstrauen. Niemand hat Verständnis für ihr Engagement, man kritisiert das große Medieninteresse, das ihre schrecklichen Erlebnisse erzeugt haben, und bezichtigt sie, die japanische Regierung in eine Angelegenheit hineingezogen zu haben, die das Land nichts angehe. Yuko wird Egoismus und Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Sie verliert ihre Arbeit und wird am Telefon und auf der Straße nicht nur verbal belästigt...

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Im Gespräch mit Masahiro Kobayashi

Kritik: Von Kobayashi Masahiro hatte man nach seinem vor einigen Jahren außer Konkurrenz in Cannes laufenden Film „Koroshi“ nichts Großartiges erwartet. Hinter diesem recht schwerfälligen und zweitklassigen Yakuza-Film schien sich ein wenig ambitionierter und allzu oberflächlicher Regisseur zu verbergen. Dass sein neuer Film „Bashing“ überhaupt beim Festival gezeigt werden sollte, schien lediglich durch dessen aktuellen Bezug zum Irakkrieg gerechtfertigt zu sein, das heißt zur Problematik zwischen zwei Feuer geratener Bürger und zum Schicksal der im Irak festgehaltenen internationalen Geiseln.

Solche Vermutungen sind jedoch hinfällig. Geradezu vorbildlich beleuchtet dieser Film aus gesellschaftspolitischer und ethischer Sicht den Leidensweg einer jungen freiwilligen Helferin. Kobayashi Masahiro konzentriert seine Arbeit fast ausschließlich auf die Protagonistin, deren kindliche Erscheinung die Anfeindungen ihrer Mitmenschen noch verstörender wirken lässt. Dem Regisseur gelingt es, die vielschichtigen gesellschaftlichen und politischen Aspekte der Geiseldramen in eine direkte Verbindung zu bringen mit dem Schicksal unschuldiger Kinder, den allerersten Opfern von Krieg und Leid. So berichtet Yuko ihrem ungläubigen und missbilligenden Umfeld vom Lächeln der irakischen Kinder, das für sie bei ihrer humanitären Mission so überaus wichtig war. Es ist eine grausame Szene, in der Yukos alte Freundinnen, mittlerweile selbst Mütter, ihre ehemalige Wegbegleiterin nicht einmal anschauen.

Die ungeschminkte Herangehensweise an die leidvollen Erfahrungen Yukos, die gekonnte Vermeidung von Zurschaustellung und Voyeurismus machen „Bashing“ zu einem gelungen Film. In seiner unprätentiösen Art verfehlt er sein Ziel dabei keineswegs. Es entsteht ein aufmerksam konzipiertes Porträt der tragischen Figur Yuko, ohne sie dabei zu stereotypisieren oder gar zu einer Heiligen zu machen. Nach und nach verdichtet sich das dramatische Gefüge, wird glaubhafter und immer klarer. Dieser Eindruck entsteht sogar trotz der Distanz zwischen dem westlich geprägten Zuschauer und den Verhaltensmustern der japanischen Kultur mit ihrem ausgeprägten Gemeinschaftssinn und dem Prinzip der Selbstlosigkeit.

Julien Welter

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Bashing
Ein Film von Masahiro Kobayashi
(Japan, 2004, 82 Min.)
Mit:Fusako Urabe, Ryuzo Tanaka, Takayuki Kato…
Wettbewerb Filmfestival Cannes 2005

Erstellt: 12-05-05
Letzte Änderung: 18-05-05