Wir schreiben das Jahr 40.000, seit langen Jahren hat es im ganzen Universum keinen Krieg mehr gegeben. Und das soll auch so bleiben. Darum bekommt Barbarella, erfolgreiche, hoch bezahlte Astro-Agentin, vom Präsidenten der Erde den Auftrag, den Wissenschaftler Duran Duran ausfindig zu machen: Er ist dabei, am anderen Ende des Universums eine vernichtende Geheimwaffe zu entwickeln. Zusammen mit ihrem Gefährten, dem blinden Engel Pygar, landet Barbarella in der Stadt Sogo.Abstürze, Explosionen, Kämpfe gegen Roboter und Monster sowie eine Gefangennahme durchkreuzen die Pläne der knackigen Agentin, die mit jeder neuen Katastrophe weitere Teile ihrer fummeligen Astronautenkleidung verliert. Erst mithilfe des Untergrundführers Dildano, der die Schöne und den blinden Engel rettet, stößt das Weltraumexpeditionsteam auf den gesuchten Duran Duran. Der nimmt Barbarella gefangen und traktiert sie mit seiner "Genussorgel" - einer Waffe, die durch übermäßige sexuelle Stimulation jedes Wesen töten kann. Doch Barbarella, die seit Beginn ihres Abenteuers die Vorzüge körperlicher Vergnügen für sich entdeckt hat, überlebt die Prozedur...
Der erotische Science-Fiction-Film von Roger Vadim hat Kultstatus, und dies nicht nur wegen Jane Fondas legendärem Striptease in Schwerelosigkeit. Die offenen sexuellen Anspielungen und pubertären Späße weisen "Barbarella" als Vorboten der sexuellen Revolution der späten 60er Jahre aus. Genau wie bei der gleichnamigen Comic-Vorlage von Jean-Claude Forest wird Sex hier jedoch weniger als das Bewusstsein verändernde revolutionäre Praktik verstanden, sondern durchaus als Verkauf förderndes Marketinginstrument für ein erwachsenes Publikum. So findet Jane Fonda in jeder Situation einen Grund, einen weiteren Teil ihres ohnehin knappen Kostüms zu verlieren. Gerade dieser Unernst sicherte den kommerziellen Erfolg, machte "Barbarella" zu Amerikas sexy Exportartikel und verhalf Hauptdarstellerin Jane Fonda zum internationalen Durchbruch.Die Tochter des Hollywoodstars Henry Fonda nahm im Actor's Studio bei Lee Strasberg persönlich Schauspielunterricht. "Barbarella" machte sie zu einem der Sexsymbole der 60er Jahre, später konnte sie sich als Charakterdarstellerin etablieren. In den 70ern wurde Jane Fonda zweimal mit einem Oscar ausgezeichnet: für ihre Verkörperung der Prostituierten Bree in dem Thriller "Klute" (1971) und für ihre Rolle in dem Vietnam-Drama "Sie kehren heim" (1978). Zu dieser Zeit engagierte sie sich bereits stark politisch, was sie zu einer umstrittenen Persönlichkeit machte. Nicht alle Amerikaner hießen ihre Beteiligung an der Bürgerrechtsbewegung gegen den Vietnamkrieg willkommen. 1990 zog sich Jane Fonda schließlich aus dem Filmgeschäft zurück, erst mit der Komödie "Das Schwiegermonster" (2005) lief wieder ein Film mit ihr in den Kinos. 2005 erschien ihre Autobiografie "My life so far", die den Platz eins der US-amerikanischen Bestsellerliste eroberte. Zuletzt stand Jane Fonda für "Georgia Rule" (2007), die neue Komödie von Garry Marshall, gemeinsam mit ihren Kolleginnen Lindsay Lohan und Felicity Huffman vor der Kamera.
Gleich mit seinem Debüt "... und ewig lockt das Weib" (1956) feierte der französischen Regisseur Roger Vadim, der zuvor als Journalist, Schauspieler und Drehbuchautor gearbeitet hatte, große Erfolge im In- und Ausland, vor allem in den USA. Seiner damaligen Frau Brigitte Bardot brachte der Film den internationalen Durchbruch. Genau wie bei "Barbarella", den Vadim mit seiner späteren Gattin Jane Fonda besetzte, provozierten die erotischen Inhalte des Films einen Skandal. Brigitte Bardot wurde zum Schreckgespenst der Eltern, die um die Moral ihrer Kinder bangten. Wenn er nicht die sexuellen Reize seiner Ehefrauen zur Schau stellte, verfilmte Vadim mit Vorliebe die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, so etwa Choderlos de Laclos Briefroman "Gefährliche Liebschaften" (1959) mit Gérard Philipe, Jeanne Moreau und Annette Stroyberg - letztere ebenfalls eine von Vadims zahlreichen Ehefrauen.






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