
Ein Film von Christian Petzold
Mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock, Christiana Hecke
Deutschland, 2012, 105 Minuten
Offizieller Wettbewerb

Barbara führt ein Leben in Warteposition. Das Grundgefühl, das Christian Petzold in die historische Kulisse eingebaut hat, lässt sich – auf eine Formel gebracht - als allgegenwärtiges Misstrauen beschreiben. Wie lebt und überlebt man in einer Diktatur und wie kann man sich ihren Fängen entziehen? Barbara "separiert" sich, wie es in der Sprache der Staatssicherheit für Republikflüchtlinge heißt, doch die Liebenswürdigkeit ihres neuen Chefs irritiert sie zunehmend.
Die große Leistung des Filmes: Petzold inszeniert kein weiteres rührseliges DDR-Reenactment. Trotz seiner westdeutschen Herkunft ist sein Blick unverstellt und neugierig. So vielschichtig-bunt war die DDR im deutschen Nachwendekino selten. Dem Zuschauer bleibt genügend Platz für eigene Bilder. Weniger verrätselt und unentschieden ist Christian Petzolds neuer Film auch am Ende und dies dankte ihm sein Publikum mit großem Applaus. Selbst wenn die Liebe hier keine innerdeutschen Grenzen überwindet.






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