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Der Film des Tages - 11. Februar - 18/02/12

"Barbara", von Christian Petzold

Silberner Bär für die Beste Regie


Berlinale-Stammgast Christian Petzold stellt nach Gespenster (2005) und Yella (2007) bereits seinen dritten Film im Wettbewerb vor.

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"Barbara"
Ein Film von Christian Petzold
Mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Rainer Bock, Christiana Hecke
Deutschland, 2012, 105 Minuten
Offizieller Wettbewerb
Inhaltsangabe. Die junge Ärztin Babara Wolff will raus aus der DDR. Sie stellt einen Ausreiseantrag, wird inhaftiert und dann - weg aus der Hauptstadt und von der Charité - auf das platte Land verbannt, in die Kinderchirurgie eines Provinzkrankenhauses an der Ostsee. Dort wartet sie auf ihren Geliebten Jörg aus Düsseldorf und eine Fluchtmöglichkeit in den Westen. Gefahr droht nicht nur von Seiten der Stasi, sondern auch in Gestalt ihres neuen Chefs André, dem sie nicht über den Weg traut. Unter diesen Vorzeichen nehmen die Dinge ihren Lauf, im Sommer des Jahres 1980.

Barbara führt ein Leben in Warteposition. Das Grundgefühl, das Christian Petzold in die historische Kulisse eingebaut hat, lässt sich – auf eine Formel gebracht - als allgegenwärtiges Misstrauen beschreiben. Wie lebt und überlebt man in einer Diktatur und wie kann man sich ihren Fängen entziehen? Barbara "separiert" sich, wie es in der Sprache der Staatssicherheit für Republikflüchtlinge heißt, doch die Liebenswürdigkeit ihres neuen Chefs irritiert sie zunehmend.

Die große Leistung des Filmes: Petzold inszeniert kein weiteres rührseliges DDR-Reenactment. Trotz seiner westdeutschen Herkunft ist sein Blick unverstellt und neugierig. So vielschichtig-bunt war die DDR im deutschen Nachwendekino selten. Dem Zuschauer bleibt genügend Platz für eigene Bilder. Weniger verrätselt und unentschieden ist Christian Petzolds neuer Film auch am Ende und dies dankte ihm sein Publikum mit großem Applaus. Selbst wenn die Liebe hier keine innerdeutschen Grenzen überwindet.
Sven Waskönig


Die Pressekonferenz




Erstellt: 03-02-12
Letzte Änderung: 18-02-12